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Ford Focus C-Max: Her mit der Spaßgesellschaft!

Zum Supermarkt fahren kann jeder, aber ein Freizeit-Mobil wie der C-Max kann erst auf Reisen zeigen, wie viel Spaß er wirklich verträgt.

Kompakt-Vans sind im Kommen. Sie sind nicht nur kleiner als die üblichen Mini-Vans, sie vermeiden auch die erhöhte Sitzposition, bieten aber immer noch mehr Platz als Limousinen und normale Fünftürer. Ein besonders flott ausgefallener Vertreter dieser aufstrebende Gattung ist der Focus C-Max. Optisch vermeidet der jüngste Focus-Ableger sowohl die Tücken von Kombi und wie auch die eines Mini-Vans. Davon profitiert vor allem die Optik. Nahtlos und in einem einzigen Schwung spannt sich die Seitenlinie von Haube über Scheibe übers Dach. Sie trägt soviel Spannung, dass ihre Dynamik und Eleganz den Wagen komplett aufwerten.

Wäre ein C-Max der richtige Wagen für Sie?

Kurvenflitzer

Das Fahrwerk des Focus C-Max ist schon häufig gelobt worden. Zu Recht, in jeder Situation übertrifft der Wagen die Erwartungen. Auf den Serpentinen des Trentino zeigt sich, dass das Mäxchen alles andere als ein braver Lastenesel ist. Der Ford dreht sich in jede Kurve, bleibt spurtreu, wankt und schwankt keinen Deut. Der richtige Wagen für ermüdungsfreien tagelangen Kurventerror. Durch die kurzen Überhänge ist die Karosserie erfreulich übersichtlich, so dass einen keine unangenehmen Überraschungen erwarten.

Beine machen

Auch der eigentlich grundsolide 1.8 Liter Benziner lässt sich zum Dolce Vita auf Spaßstraßen verführen. Dann will aber fleißig geschaltet und getreten werden. Um die Vorzüge des Fahrwerks auszufahren, muss der Motor mit höheren Drehzahlen bei Laune gehalten werden. Vom Sparverbrauch entfernt man sich in Kombination mit Dauersteigungen allerdings erheblich. Der Momentan-Verbrauch steigt dann in unverantwortliche Höhen. Nur der entschlossene Griff zum Aus-Schalter des Bordcomputers unterdrückt die Klageschreie des Umweltgewissens. Aber wer sagt, dass Spaß immer nur billig zu haben ist. Natürlich lässt sich die 125 PS Maschine mit 164 Newtonmetern Drehmoment gepflegt und sparsam fahren. Das kann sich der Fahrer für den Alltag daheim vormerken, bei der Auffahrt zum Monte Baldo sind das kleinkrämerische Bedenken. "Born to run" kann für deutsche Autobahnen nur eingeschränkt attestiert werden. Wer regelmäßig und gern flotter auf der Autobahn unterwegs ist, wird sich im Bereich über 170 km/h untermotorisiert vorkommen. Von da an fällt der Geschwindigkeitszuwachs sehr betulich nach dem Prinzip "Warten auf Rückenwind" an. Auf der Autobahn eher zuhause ist der 2,0 Liter TDCi Diesel mit 136 PS und satten 320 Newtonmetern Drehmoment.

Die kleinen Dinge des Lebens

Erst auf einer Reise lernt man die pfiffigen Raumideen des C-Max so richtig zu schätzen. Auf der Konsole unter dem Panoramadach befindet sich eine zum Beispiel eine riesige, flache Lade. Ideal, um Karten, Routenplan und Quittungen verschwinden zu lassen. Der C-Max kommt ohne mechanische Handbremse aus, unter der Armauflage für den Fahrer verbirgt sich dafür ein ausgeklügeltes Stauköfferchen. Platz für Getränke oder Verpackungsmüll, Handy und Portemonnaie. Einfach Klasse, wie viele Dinge einfach und ordentlich ihren Platz finden. Auch die elektrische Handbremse ist in steilem Gelände für positive Überraschungen gut. In der norddeutschen Tiefebene gibt es immer ein paar Fahrer, die überhaupt nicht in der Lage sind, am Hang mit Einsatz der Handbremse anzufahren, ohne den Wagen zuerst zum Tigersprung und dann zum Absaufen zu bringen. Aber auch derjenige, der den Handbremsen-Trick eigentlich verstanden hat, muss zugeben, wie sehr das elektronische System knifflige Situationen entschärft. Zum Beispiel wenn man unter drängelndem Gehupe rückwärts gegen eine Steigung von 17 % in eine enge Kurve fahren muss. Der Fahrer konzentriert sich dann allein auf seinen Lenkeinschlag, die Straße und andere Fahrzeuge, das Anfahren geht wie von selbst.

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Der Raumplaner

Worin unterscheidet sich der C-Max von anderen Mini-Vans? Man sitzt wie in einem "normalen" PKW, das Mäxchen strebt eben nicht ins Unerreichbare. Fahrer und Passagiere sitzen bequem, insbesondere das Raumangebot auf der hinteren Bank kann sich in der Klasse sehen lassen. Nur was reine Stau-Fragen angeht, zeigt sich erwartungsgemäß, dass der C-Max nicht mit wirklichen Mini-Vans mithalten kann. Der hintere Überhang wurde knapp gehalten, eine tolle Sache für das Fahrvergnügen, nur der Kofferraum wächst natürlich nicht entsprechend mit. Die Ford-Werbung zeigt flotte Biker, die von ihrem C-Max in luftige Einsatzgebiete gebracht werden. Gesehen, selbst getan. Aber Überraschung: Auch bei umgeklappten Rückbank lässt sich ein Mountainbike nur unterbringen, wenn zuvor das Vorderrad demontiert wurde. Die flache Linie führt eben auch zu einem niedrigeren Laderaum. Der mögliche komplette Ausbau der hinteren Bank ist im Alltagsbetrieb häufig keine echte Alternative. Das Kofferraumvolumen beginnt bei 460 Litern und lässt sich bei Ausbau der Rücksitze auf 1620 Liter steigern. Mit zwei Insassen geht auch mit zurückgelegter Rückbank so einiges in den C-Max hinein. Gepäck, Schlauchboot und zwei Fahrräder lassen sich jedenfalls locker verstauen.

Ein kleines bisschen edler

Aluminium-Schützer auf den Türschwellern sehen gut aus und schützen den Lack. Sinn ergeben sie nur, wenn die Auflagen einigermaßen stabil sind und die Trittfläche tatsächlich abdecken. Bei Ford sind sie kaum drei Zentimeter breit und wirken eher wie ein Aluminum-Aufkleber mit Ford-Logo. Das gleiche Spiel mit den Metall-Applikationen um den Aschenbecher, auch sie fallen hauchzart und scharfkantig aus. Der Wohlfühl-Faktor wäre ungleich höher, wenn nur ein wenig mehr in Haptik und wertigen Eindruck investiert worden wäre. Trotz toller Ideen und eines ausgezeichnet konzipierten Innenraums fällt der C-Max selbst in der Ghia-Ausstattung hinter den Mitbewerbern zurück. Schade.

Platz und Spass

Der C-Max ist ein gelungenes Freizeitauto. Ohne Kompromisse im Fahrverhalten und Sitzposition lässt sich vieles, was am Wochenende Spaß macht, verstauen, ohne dass der Wagen auf Transport geeicht wäre. Die pfiffigen Raumideen überzeugen rundum. Bei richtiger Motorisierung beeindruckt das Fahrwerk.

Gernot Kramper

Wissenscommunity