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Highlights der IAA 1983: Lang, lang ist es her

Alle zwei Jahre wieder feiern auf der IAA Automobile ihre vielbeachtete Weltpremiere. Gilt doch das Schaulaufen in Frankfurt am Main als das wichtigste der Welt. Das war vor 30 Jahren nicht anders. Damals hießen die Stars Golf II, Audi Sport Quattro. Ein Rückblick auf die Highlights.

Wer erinnert sich noch an das Jahr 1983? An den den "heißen Herbst", als die Friedensbewegung auf die Barrikaden ging, weil in Deutschland Pershing-II-Atomraketen stationiert werden sollten? Das ist schon sehr lange her. Bundeskanzler: Achja, Helmut Kohl. Das war einfach. Aber wie schaut es mit den Autos aus? Immerhin fand in Frankfurt am Main die 50. IAA statt.

Der Star dieser goldenen Hochzeit zwischen Autobauern und Käufern war ein Dauerbrenner, der immer noch zu den absoluten Bestsellern der Branche gehört - der Golf II. Schließlich wurde die zweite Generation über 6,3 Millionen Mal verkauft. Damals deutete sich schon an, was sich zu einem Hauptgrund für den Erfolg des Kompaktwagens herausstellen sollte: Das Design wurde evolutionär weiterentwickelt. Ein Golf sollte und soll nie alt aussehen. Der Nachfolger des Klassikers war etwas runder und auch, was die Materialen angeht, deutlich moderner als der Vorgänger.

Und was kam aus Ingolstadt? Bei Audi stand der coupéhafte Sport Quattro im gleißenden Scheinwerfer-Licht. Zurecht. Ein Turbo-Leichtmetall-Fünfzylinder generierte 306 PS und katapultierte das Ingolstädter Geschoss nur 4,5 Sekunden von null auf hundert. Der Zweitürer ließ kompromisslose Sportlichkeit durchblitzen und nahm den Audi S1 vorweg, mit dem Walter Röhrl die Rallye-WM dominieren sollte. Wer eines der begehrten Exemplare hat, kann bald mit einem begehrten H-Kennzeichen, das den Oldtimern vorbehalten ist, herumfahren: Dass das Spurtvermögen des Sport Quattro auch heute noch beeindruckend ist, steht auf einem anderen Blatt.

Das Motto der 50. IAA war "Computer und Elektronik" und war richtungsweisend für die Automobil-Industrie. Damals bestaunten die Besucher die ersten Digitalanzeigen im Cockpit und elektrisch gesteuerte Vergaser machten den Motoren richtig Dampf. Zudem kündigten sich die ersten Vierventil-Triebwerke an. Genau mit einem solchen Aggregat war der Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 ausgestattet. Der neue Motor war immerhin 185-PS-stark und ließ den stärksten der Baby Benz ziemlich erwachsen aussehen. Das musste das 1,2-Tonnen-schwere Automobil auch. Denn der muskelbepackte Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 sollte ein Konkurrent des sehr erfolgreichen BMW M3s werden. Das Leistungsvermögen hatte auch seinen Preis: Mit rund 50.000 DM war der knackige Baby-Benz alles andere als billig. Immerhin gabs einen auffälligen Heckspoiler serienmäßig.

Wie antwortete BMW auf diese Herausforderung? Sehr ungewöhnlich, damals umstritten, heute unbestritten. Die Münchener stellten mit dem 524 td erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte einen Turbodiesel vor. Obwohl der Fünfer 115 PS hatte und mit 184 km/h der schnellste Turbodiesel weltweit war, machte doch schnell das Wort vom "Heizöl-Fünfer" die Runde. Peugeot schlug in die gleiche Kerbe und stellte den über 5,7-Millionen mal verkauften wieseligen Kleinwagen Peugeot 205 erstmals mit einem Dieselmotor vor. Ganz anders war die Strategie bei den Mittelklasse-Modellen 505 und 604, die als kräftige GTi-Version zu sehen waren. Renault implantierte seinem Klassiker, dem R4 einen Sparmotor mit 29 PS.

Fieser Crash beim Driften

Opel ließ sich auch nicht lumpen und verpassten dem Monza einen ,3,0-Liter-Sechszylinder-Einspritzmotor mit 180 PS, einer besonders hochwertigen Ausstattungslinie auf und versah das Ganze mit dem Namenszusatz GSE. Die Rüsselsheimer nehmen genau diesen Faden wieder auf und präsentieren auf der diesjährigen IAA eine Studie namens Monza.

Press-Inform / pressinform

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