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Hintergrund: Neue BMW-Triebwerke: Versteckte Qualitäten

In den vergangenen Jahren hat BMW vor allem durch extravagantes Design von sich reden gemacht. Jetzt kommen die Motoren dran: Die Aggregate für Vier- und Sechszylindern sind kraftvoller denn je - und sparsamer.

Mehr Leistung? Und trotzdem weniger Verbrauch? Hört sich zwar noch nicht ganz nach dem Kernpunkt eines grünen Parteiprogramms an - aber schon ziemlich nahe dran. BMW gilt als sportlichste der deutschen Premiummarken. Und entsprechend waren die Münchner schlau genug, nicht alles nur auf das Thema Öko zu setzen. Der BMW-Kunde will Leistung - und davon bitte nicht zu wenig. Wenn sie auch noch sauberer zu haben ist: Um so besser.

Bestes Beispiel ist der neue BMW 530i. Dem ist höchstens vorzuwerfen, dass die Modellpflege optisch derart müde ausgefallen ist, dass selbst Autoexperten genauer hinschauen müssen. Doch wer interessiert sich für eine marginal veränderte Frontschürze, LED-Rückleuchten und einen leicht aufgewerteten Innenraum, wenn man auf 100 Kilometern zwei Liter Kraftstoff oder mehr einsparen kann?

Wenn dem Nachbarn schon nicht auffällt, dass ein neues Modell in der Einfahrt steht, dann kann man ihn wenigstens mit Hightech-Vorträgen beeindrucken. Und würde er wenigstens davon was verstehen, dann bekäme er bei Begriffen wie Hochdruck-Präzisionseinspritzung, Bremsenergie-Rückgewinnnung, Magerbetrieb und breites Drehzahlband wohl feuchte Augen.

Doch man kann es sich auch einfach machen. Elementar neu beim überarbeiteten 530i, der sich in Verbindung mit der optionalen Sechsgang-Automatik von ZF als schiere Lichtgestalt präsentiert, ist der Reihensechszylinder. Stärker denn je trägt der seine 200 kW/272 PS eher dezent zur Schau. Und auch das Motorengeräusch kann einen auf den ersten Ton nicht wirklich erfreuen. Doch unter 4.000 U/min läuft der Oberklasse-Bayer so sparsam wie ein Wagen der Kompaktklasse.

Mehr als 100 Kilometer gemischte Teststrecke - mit flotter Autobahnfahrt, Landstraße und nervigem Stop-and-Go-Verkehr -zeigen zumindest nach dem Bordcomputer einen durchschnittlichen Durst von 7,8 Litern SuperPlus auf 100 Kilometern – gerade mal 0,3 Liter über der Werksangabe. Dass die Fahrleistungen selbst nach wie vor grandios sind, versteht sich von selbst. Den Spurt auf 100 km/h schafft der 1,6 Tonnen schwere Hecktriebler trotz Mager-Mix in beachtlichen 6,3 Sekunden. Bei Tempo 250 wird elektronisch abgeregelt. Und 320 Nm maximales Drehmoment ab 2.70 Touren reichen allemal, um jederzeit bei der Musik zu sein.

Wer es drauf anlegt, der kann mit dem Power-Bayern überaus sparsam unterwegs sein. Das Vorgängermodell verbraucht unter realen Bedingungen rund zwei Liter mehr. Diese Verbesserung entspricht einem Entwicklungssprung von bis zu zwei Motorengenerationen.

Da kann man verstehen, dass die bayrischen Motorenentwickler derzeit mit stolzgeschwellter Brust durch München flanieren. Ob das auch für die Technikabteilung gilt, bleibt fraglich. Denn der nunmehr ebenfalls verfügbare Spurhalteassistent konnte bei seiner BMW-Premiere ebenso wenig überzeugen wie der Vorreiter im Citroen C5. Wer ohne frühzeitiges Blinken die Fahrspur wechselt oder verlässt, wird mit zitternden Händen bestraft. Statt dass wie im französischen C5 der Fahrersitz rüttelt, ruckelt es beim BMW sanft aber nervig im Lenkrad. Der reale Nutzen ist hier ebenso wie bei Head-Up-Display oder Aktivlenkung stark vom Fahrertyp abhängig.

Ebenfalls komplett überarbeitet wurde die Vierzylinder-Motorenpalette der 1er-Modelle. Hier galten die Dieselversionen 118d und 120d bereits als gleichermaßen sparsam und dynamisch. Die Benziner 116i, 118i und 120i waren gemessen an bajuvarischen Motoransprüchen jedoch kaum mehr als müde Hunde. Leistung gab es nur, wenn kräftig gedreht wurde. Und das verbraucht bekanntlich bei jedem Auto übermäßig viel Kraftstoff.

So bediente man sich nun auch hier modernster Motorentechnik mit Präzisionseinspritzung, regenativem Bremssystem (Bremsen erzeugt elektrische Energie) sowie der Abkopplung des Generators und einem Start-Stopp-System. Vor allem Letzteres ist alles andere als neu, bringt jedoch im Stadtverkehr deutliche Ersparnisse. Steht der Wagen im Leerlauf an der Ampel und wird die Kupplung losgelassen, geht der Motor aus. Beim Einkuppeln startet er wieder.

Anders als bei den Volkswagen-Modellen Anfang der 80er Jahre und bei den aktuellen Citroen-Modellen C2 und C3 gibt es das ganze nicht optional, sondern serienmäßig – zunächst jedoch nur bei den Vierzylindern. Eine Schaltpunktanzeige gibt zudem Hinweise, wann verbrauchsgünstig in einen höheren Gang gewechselt werden sollte.

Die Verbrauchsersparnis des auf 125 kW/170 PS erstarkten BMW 120i hielt sich bei ersten Testfahrten jedoch in Grenzen. Auf gleichermaßen hügeliger wie kurviger Landstraße pendelte sich der Durchschnittsverbrauch trotz gemäßigter Fahrweise bei rund sieben Litern auf 100 Kilometern ein. Etwas weniger Durst dürfte man von dem neuen Hightech-Vierzylinder angesichts der innermotorischen Maßnahmen durchaus erwarten. Bei flotter Gangart zeigen sich die Unterschiede zum alten 120er dann aber deutlicher.

Das neue Triebwerk spricht schon dank 210 Nm Drehmoment wesentlich direkter an, hängt bissiger am Gas und kann über ein breites Drehzahlband hinweg überzeugen. Lenkung, Schaltung und Fahrwerk waren unter den sportlichen Kompakten schon vorher Referenzklasse. So richtig Spaß haben kann man mit dem 120i somit nicht so sehr beim sanften Dahingleiten, sondern eher, wenn man es sportlich angehen lässt. Von 0 auf 100 km/h in 7,7 Sekunden und 224 km/h Spitze zeigen, dass man den Trainingsanzug nicht zu Hause lassen muss. Nur wer das Gaspedal streichelt, kommt jedoch in die Nähe der versprochenen 6,4 Liter Durchschnittsverbrauch.

Auch bei der überarbeiteten 1er-Serie hat BMW die Modifikationen weitgehend auf Veränderungen unter dem Blech beschränkt. Vom nun ebenfalls erhältlichen Dreitürer einmal abgesehen steht der 1er nahezu gleich da wie zuvor. Leichte Veränderungen an Front, Heck sowie im Innenraum kann man ähnlich wie beim größeren 5er nur bei genauem Hinsehen erkennen. Etwas mehr hätte es durchaus sein dürfen, um die technischen Innovationen auch optisch zu unterstreichen. Denn das Auge isst angesichts der üppigen Preise schließlich auch mit.

Der BMW 120i startet als Dreitürer mit Magerausstattung bei immerhin 25.100 Euro. Der 177 PS starke Diesel des 120 kostet 1.700 Euro mehr. Der Aufpreis für die zwei hinteren Türer liegt bei 750 Euro.

Für die neue 5er-Reihe von BMW muss man ebenfalls tief ins Säckel greifen. Das 190 PS starke Basismodell 523i kostet mindestens 38.500 Euro. Der ideal motorisierte 530i Automatik liegt oberhalb der 47.000-Euro-Marke.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.