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Hyundai i30 SW: Koreas Antwort auf den Golf

Der Hyundai i30 Kombi mit 110 PS bietet von allem etwas. Wer genau nachrechnet, wird allerdings zum stärkeren Bruder greifen.

280 Newtonmeter treiben die Vorderachse an.

280 Newtonmeter treiben die Vorderachse an.

Ein Auto mit Platz für Kind und Kegel ist vom Prinzip her für die einen genau richtig, für die anderen bedeutet ein Kombi, Langeweile in Blech zu pressen. Beim Hyundai i30 Kombi blue 1.6 CRDi ist das nicht anders. Sportlich ambitionierte Fahrer mit wenig Platzbedarf werden ihn meiden, auch wenn er sich von außen dank seiner neuen Front sportiver gibt ,als er es ist. Familienväter und Mütter, deren Hauptaugenmerk auf einem großen Ladevolumen liegt, kommen bei ihm zumindest ins Grübeln. Und auch Pendler und Außendienstler lassen sich von einem mit 3,9 Litern Dieselverbrauch auf 100 Kilometern recht sparsamen Wagen gern locken. Auf den zweiten Blick sieht das noch ähnlich aus. Die Außenhaut ist ohne Zweifel schick und zeitgemäß. Im Innenraum herrscht ein juveniles Flair mit guter Verarbeitung. Das Raumangebot in der ersten Reihe gereicht hochgewachsenen Fahrern zur Freude, da der Scheitelansatz weit genug entfernt vom Dachhimmel verbleibt. Hinter solch großen Fahrern erfreuen sich zudem nicht nur Kinder, sondern auch normalgewachsene Erwachsene einer ausreichenden Beinfreiheit.

Luft nach oben
Er hat 110 PS.

Er hat 110 PS.

Angenehm und nicht alltäglich ist die Möglichkeit im i30 selbst den Beifahrersitz in seiner Höhe zu verstellen. Dass beide Frontsitzer all ihre Sitzverstellungen manuell durchführen müssen, ist dabei keinerlei Problem. Problematisch wird es für Smartphonebesitzer, die meinen, dank der USB-Buchse im Cockpit ihre elektronische Lebenshilfe volltanken zu können. Die Leistungsabgabe der Buchse reicht leider nur knapp für den Akkustanderhalt bei gleichzeitiger Nutzung. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Ein Adapter ist weiterhin sinnvoll. Das mit 528 Litern groß bemessene Kofferraumvolumen bietet entweder Platz für ein Kinderfahrrad oder sechs Wasserkästen. Wer stapelt, kann das Dutzend voll machen. Bis zu 1.642 Liter passen ins Heck, sollten die drei potenziellen Sitzgelegenheiten im Fond nicht genutzt und umgeklappt werden. Der einzig limitierende Faktor beim "Ich packe meinen Kofferraum"-Spiel scheint die maximale Zuladung zu sein, die ausstattungsbedingt auch schon mal nur 376 Kilogramm betragen kann. 

Alles andere als sportlich

Doch nicht nur aus Platzgründen, sondern auch mit Hinblick auf die zur Verfügung stehenden 110 PS, sollte auf eine volle Beladung eher verzichtet werden. Im leeren Zustand schafft der 1,6 Liter große Vierzylinder-Dieselmotor mit 280 Newtonmetern Drehmoment eine Sprintzeit von 11,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 188 Kilometern pro Stunde. Letztere wird jedoch überraschend leicht erreicht. Das manuelle Sechsganggetriebe lässt sich leicht und ruckelfrei bedienen. Lediglich beim Anfahren flutscht das eine oder andere Mal der Schalthebel zu leicht gefühlt ein paar Millimeter zu weit nach rechts, so dass der dritte anstatt des ersten Gangs anliegt. Wer im Umkehrschluss versucht den ersten Gang mit einem stärkeren Ruck nach links einzulegen, findet sich wiederum ratz fatz im Rückwärtsgang wieder. Während der Fahrt sollte zudem auf die Schaltpunktanzeige weniger Rücksicht genommen werden, da sich ansonsten die Fahrtzeit mangels Spritzigkeit locker verdoppelt. Die elektrische Servolenkung hingegen bietet einen angenehmen Kontrastpunkt. Sie lässt sich in drei verschiedenen Modi nutzen, wobei die Comfort- und die Sport-Einstellung die natürlichsten sind. Die Normalstellung fühlt sich ein wenig zu synthetisch an.

Das Cockpit des Hyundai i30 Kombi in der Styleversion.

Das Cockpit des Hyundai i30 Kombi in der Styleversion.


Großer Diesel ist das bessere Angebot

Das eigentliche Problem des nicht sonderlich gut schallisolierten Hyundai i30 ist hingegen ein ganz anderes. Denn wer bereit ist 24.500 Euro für die höchste der drei Ausstattungsvarianten, die für diese 110 PS-Motorisierung erhältlich sind, zu berappen, kommt schnell ins Grübeln. Solange das Grübeln vor der Unterschrift im Autohaus einsetzt, ist alles gut. Warum? Ganz einfach. Wird Wert auf Xenon-Scheinwerfer gelegt, stehen zusätzliche 1.150 Euro im Raum. Sollen es schicke 17 Zöller und Sitze mit Stoff-/Kunstlederkombination sein, addieren sich weitere 650 Euro hinzu. Besteht zudem eine kleine Unsicherheit beim Einparken, wird die Style-Version seinen Besitzer nicht einmal für Geld helfend oder zumindest piepend zur Hand gehen. Denn eine Einparkhilfe in Form von vorn verbauten Sensoren gibt es nicht. Außer es wird sich für den 136 PS starken Bruder, der im Übrigen genauso wenig verbraucht, für 26.680 Euro entschieden. Sprich: Von Anfang an 900 Euro mehr auf den Tisch und all das ist inklusive. Das Einparken übernimmt er dann auch gleich. Schade nur, dass Hyundai unabhängig von der Ausstattungsvariante 1300 Euro für sein sieben Zoll großes Radio-Navigationssystem inklusive Rückfahrkamera aufruft. Nur gut, dass der Markt voll von kostenfreien App-Alternativen ist.


Alles in Allem überzeugt der Hyundai i30 Kombi mit 110 PS durch seine problemlose Bedienung und ein angenehmes Design. Günstig ist er allerdings nicht. Zumindest wenn es nach der Liste geht, beim Händler haben diese Preisempfehlungen keine Bedeutung. Tatsächlich kostet der 126 PS Diesel in Style Ausführung als Tageszulassung etwa 25.000 Euro inklusive der Navigation. 

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.