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JPN Taxi Concept: Taxi, bitte!

Auf der Tokyo Motor Show zeigt Toyota eine Studie für das Taxi der Zukunft. Moderne Hybridtechnik trifft auf den demografischen Wandel: Das Taxi macht es vor allem Senioren recht.

Von Frank Janßen/Tokyo

Fahrzeuge für die gewerbliche Nutzung sind üblicherweise Gegenstand nüchterner Kalkulation, nicht von Emotionen. Doch die Studie JPN Taxi Concept von Toyota macht da eine Ausnahme. Sie gehört zu den am meisten beachteten Autos auf der Tokyo Motor Show. Sie steht auf dem Toyota-Stand auch nicht etwa im Abseits, sondern ganz prominent – mittendrin. Das starke Interesse ist kein Wunder: Jeder Mensch steigt hin und wieder in ein Taxi. Allein in Tokyo gibt es 50.000 davon.

Flüssiggas- plus Hybridmotor

Da das aktuelle Toyota-Modell, eine spezielle Version namens Crown Comfort, bereits seit 1995 im Einsatz ist, gibt es Anlass genug, über einen modernen Nachfolger nachzudenken. "Wir haben sehr viel Forschung betrieben", sagt Hiroshi Kayukawa, der Chefingenieur hinter dem JPN Taxi Concept. "Wir haben 25 Taxiunternehmen in ganz Japan begleitet und festgestellt, dass sich die Anforderungen doch sehr verändert haben. Zum Beispiel sind die Leute viel umweltbewusster geworden." Darum steckt auch ein Hybrid-Antrieb im Ausstellungs-Taxi; der Verbrennungsmotor wird mit Flüssiggas betrieben – eine saubere und obendrein kostengünstige Treibstoffart. Ohnehin ist der Hybrid-Antrieb bestens für den Stadtverkehr geeignet. "Das Durchschnittstempo in der Stadt ist ja sehr niedrig", sagt der Chefingenieur. Bedeutet: Dann fährt der Hybrid, wann immer es geht, rein elektrisch. Und bei Stop-and-Go ist er erst recht in seinem Element: Beim Abbremsen wird Energie zurückgewonnen; beim Anfahren schiebt die E-Maschine los. Dass der Verbrennungsmotor bei Stillstand des Fahrzeugs zudem meist abschaltet, wird die scharf kalkulierenden Droschkenunternehmer besonders freuen.

Tauglich für den Rollstuhl

Ungewöhnlich im Vergleich zu den bisherigen japanischen Taxen ist die Karosserieform der Studie, deren Proportionen stark an ein typisches London-Taxi erinnern. Der hohe Aufbau bietet – Fahrer mitgerechnet – Raum für fünf Personen und reichlich Gepäck. Klare Erkenntnis der Feldforschung ist die zunehmende Hilfsbedürftigkeit der Bevölkerung: Mehr noch als in Deutschland wird in Japan die Gesellschaft immer älter. "Wir wollten, dass alle Menschen unser Fahrzeug benutzen können. Da wir nun eine große Schiebetür zur Bürgersteigseite haben, können Rollstuhlfahrer über eine Rampe ins Taxi fahren." Die große Tür hilft auch alten und gebrechlichen Menschen, ohne Verrenkungen ein- und aussteigen zu können. Der Fußboden ist topfeben. Die aufrechte Sitzposition erinnert eher an einen Van als an eine Limousine.

Spiegel ganz weit vorn

Was sich bei einem japanischen Taxi jedoch auf keinen Fall ändern darf, ist die Anordnung der Außenspiegel. Sie sitzen klassischerweise nicht an den Seitenfenstern der Türen, sondern viel weiter vorne, auf den Kotflügeln. So hat der Fahrer beispielsweise beim Rangieren mehr vom Auto im Blick; der tote Winkel ist kleiner. Doch das ist nicht der einzige Grund. Japanischen Taxifahrern ist die Privatsphäre ihrer Fahrgäste sehr wichtig. Würden sie ihren Kopf zur Seite drehen, um in den Türspiegel auf der Beifahrerseite zu schauen, könnten die Passagiere den Eindruck bekommen, der Kutscher sei neugierig. Tatsächlich schauen die Taxifahrer immer nach vorne: "Sie halten nach Fahrgästen Ausschau, müssen aber gleichzeitig die Straße im Blick behalten", sagt Kayokawa. Die Spiegel auf den Kotflügeln liegen dabei stets im Blickfeld.

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