HOME

Knight XV Panzerwagen: Der schwarze Ritter

Wem ein Hummer zu soft und ein Leopard II zu unhandlich ist, dem kann geholfen werden. Der Knight XV ist ein Gefährt für Menschen, die sich neben Reichtum auch ihr Umweltgewissen bewahrt haben: Das gepanzerte Monstrum fährt mit Biosprit.

Der Hummer hat Geschichte geschrieben - als unverwüstliches Militärfahrzeug und extravagantes Spielzeug für Promis wie Arnold Schwarzenegger. Die Faszination, die davon ausgeht, sich Militärtechnik in die eigene Garage zu stellen, ist nicht nur in den USA groß. Das Unternehmen Conquest Vehicles aus dem kanadischen Toronto baut im nächsten Jahr den Knight XV, ein komplett gepanzertes Geländemobil mit Luxusausstattung. Der 6 Meter lange, 2,4 Meter breite und 2,5 Meter hohe Boulevard-Panzer basiert auf dem Militärfahrzeug "Gurkha". Auf der Tuningshow SEMA in Las Vegas konnte man das schwarze Ungetüm zum ersten Mal aus der Nähe betrachten.

Der Knight XV ist rundum mit gehärtetem Stahl armiert und ist zum Teil mit 64 Millimeter dickem, schusssicherem Glas ausgestattet. Als Antrieb dient ein V10-Motor mit 6,8 Litern Hubraum und 400 PS. Er ist mit einem FlexFuel-System versehen, kann also sowohl Benzin als auch Bioethanol (E85) tanken. "Mit diesem Fahrzeug wollen wir drei Ziele erreichen: Die bestmögliche Sicherheit, den größtmöglichen Luxus und gleichzeitig Umweltfreundlichkeit", sagt William Maizlin, Präsident von Conquest Vehicles. Auf Wunsch soll das schwarze Ungetüm auch mit Dieselmotor zu haben sein.

"Fahrzeug für moderne Nomaden"

Über zwei hohe Trittbretter klettert man in den Knight XV wie in einen LKW. Während außen eine furchteinflößend kantige Karosserie, Schutzgitter und bunkerartige Türen mit fingerdicken Verschraubungen für Respekt sorgen, geht es im Interieur bequem zu. Der Innenraum ist in Cockpit und Passagierkabine unterteilt. Der Fahrer nimmt hinter einem Armaturenbrett Platz, das sich kaum von dem eines normalen SUV unterscheidet und keinen besonders hochwertigen, aber rundum funktionalen Eindruck macht. "Das ist ein Fahrzeug für moderne Nomaden", glaubt William Maizlin: Selbst in den unwirtlichsten Ecken dieser Welt soll man nicht auf Komfort verzichten müssen.

Die Passagiere sitzen sich wie in einem Konferenzzimmer auf bequemen, sechsfach elektrisch verstellbaren Sitzen gegenüber. Von LED-Beleuchtung für die Kabine über ein Soundsystem bis hin zu Fernsehmonitoren, einer Playstation-Konsole und seitlichen Laptop-Halterungen an den Sitzen bietet der Knight so ziemlich alles, was man für das Business-Meeting im Bombenhagel so braucht. Serienmäßig hat das gepanzerte Ungetüm zudem ein Nachtsichtsystem mit Infrarotkameras an Bord.

V10-Motor von Ford

Nur 100 Exemplare will das Unternehmen zunächst bauen, für jeden Knight XV sind 1500 Stunden Handarbeit nötig. 15 Fahrzeuge wurden bereits vorbestellt, ohne dass die Kunden das fertige Produkt überhaupt gesehen hatten. Käufer für das Vehikel gibt es laut Maizlin in den USA, Dubai, Moskau oder England. Auch die königliche Familie in Saudi-Arabien soll bereits ihr Interesse bekundet haben. Der Preis ist für die Sphären, in denen sich die Kunden mutmaßlich bewegen, durchaus erschwinglich: 259.000 Dollar (umgerechnet etwa 203.000 Euro) soll der Knight XV kosten. Bei der optionalen Ausstattung seien grundsätzlich keine Grenzen gesetzt, sagt William Maizlin: "Wer Teile des Wagens vergolden will, bekommt auch das".

Bei der Technik setzt das kanadische Unternehmen dagegen auf Großserie, um die Wartung des Panzerkreuzers zu vereinfachen. Der Allradantrieb verfügt über Sperrdifferenziale und Geländeuntersetzung. Das Fahrgestell ist ein modifiziertes Chassis des Ford F-350 Super Duty Pickups. Auch der V10-Motor stammt von Ford. Über den Kraftstoffverbrauch des Knight macht das Unternehmen keine Angaben. Doch mit dem 151 Liter-Tank an Bord dürften kleinere Reisen durchaus drin sein. Ungefähr 4,5 Tonnen bringt der schwarze Ritter auf die Waage, das zulässige Gesamtgewicht liegt bei fast 6 Tonnen.

Besonders flott ist man damit trotz 400 Pferdestärken natürlich nicht unterwegs. Den Kunden wird es egal sein - sie wollen schließlich nicht schnell ans Ziel kommen, sondern lebend.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.