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Lamborghini Gallardo Superleggera: Der CO²-Champion

Seit der Übernahme durch Audi rollt die italienische Traditionsmarke auf der Erfolgsspur. Zum Verkaufsschlager avancierte das "Einstiegsmodell" Gallardo. Als Superleggera geht jetzt eine heiße Leichtbau-Version des Erfolgsgarant an den Start.

Von Christian Gebhardt/Phoenix

Ein leichter Druck auf die unscheinbaren, münzähnlichen Knöpfe. ESP aus, Sportmodus an. Ein kurzer Ruck an der rechten Schaltwippe hinter dem griffigen Alcantara-Volant, runter von der Bremse und bis zum blanken Aluminium voll aufs Gaspedal. Der Lambo-Pilot röchelt nach Atemluft, das Gesicht verzieht sich durch die immense Fliehkraft der Beschleunigung zu einer langgezogenen Grimasse, inmitten dieses überwältigenden Gefühlschaos kracht den Insassen des Lamborghini Gallardo Superleggera kurz vor der Ohnmacht schon die nächste Fahrstufe um die Ohren. Das automatisierte Schaltgetriebe e.gear wechselt mit einem knallenden Überschall-Donnerschlag blitzschnell die Gänge. Nach dem ersten Kilometer im Superleggera, der je nach Krafteinsatz, in knapp 21 Sekunden durchflogen werden kann, wird deutlich, dass legale Drogen süchtig machen können.

Kleine Ursache, riesengroße Wirkung

Dass die flachen Sportflundern aus Sant’Agata-Bolognese mit dem bulligen Stier im Markenlogo schon immer ein Symbol für Schnelligkeit waren, stand seit jeher fest. Dass jedoch eine derart lässige Tasten- und Schaltkombinationen in Verbindung mit bärenstarker Power eine so furcheinflössende, kraftvolle Vehemenz freisetzt, ist auch bei den Italienern nicht alltäglich.

Leistung durch legales Doping

Die neueste Zucht-Kreation des Lamborghini Gallardo wurde in den Werkshallen nahe Bologna einem strengen Fitnessprogramm unterzogen. Mit zugelassenen Steroiden trimmten die Lamborghini-Züchter den kleineren Stier der Lambo-Modellpalette konsequent und kitzelten aus dem ohnehin vor Leistung strotzenden 520 PS Zehnzylinder-Aggregat noch einmal zehn Pferdestärken heraus. Der Leistungszuwachs wurde über ein optimiertes Motorsteuergerät sowie eine leichtere Abgasanlage erzielt. Dank Slimfast erreicht der Superleggera noch perfektere Idealmaße als der Basis-Gallardo. Mit 100 Kilogramm weniger Gewicht kämpft der Leichtbau-Lambo nun in einer neuen Gewichtsklasse.

Mit Magerkur zum Idealgewicht

Dank effizienter Ernährung verlor der Rasse-Stier auch das letzte überschüssige Fettpölsterchen. Vor allem kohlefaserverstärker Kunststoff (CFK) stand auf dem mageren Speiseplan und findet sich in zahlreichen Bauteilen des Superleggera von den Rückspiegeln, über die inneren Türverkleidungen, dem Rennsport-ähnlichen Heckdiffusor und nicht zuletzt der Motorhaube mit transparentem Sichtfenster wieder. Das Motto „geiz ist geil“ ist bei Lamborghini unbekannt. So geizt der Lambo nicht mit seinen sportlichen Reizen und verwehrt daher auch keine Blicke durch das Kunststofffenster auf sein heißes Rennaggregat.

Renn-Menü im Innenraum

Der größte Teil der Magerkur (47 Prozent) vollzog sich im Interieur des Leichtbau-Boliden. Besonders die Rennsitze mit kohlefaserverstärkter Schale und Vier-Punkt-Gurten lassen das Revier des Superleggera sofort erkennen. Doch nicht nur das Gestühl erinnert im sportlichen Innenraum an die Rennstrecke. Auch die Türgriffe fielen aus Gewichtsgründen zum Opfer und wurden durch einfache Schlaufen ersetzt. Im Vergleich zum Basis-Gallardo wird der Gewichtsvorteil des Superleggera, neben der Beschleunigung, besonders beim leichtgängigen Öffnen und Schließen der Türen deutlich. Hier wurden alle Karten auf das Diätmenü gesetzt und die spartanische Innenverkleidung der Tür besteht komplett aus einer CFK-Verkleidung. Nur die elektrischen Fensterheber sowie die Zentralverriegelung erinnern noch an die Möglichkeit den Superleggera auch im öffentlichen Straßenverkehr zu nutzen. Weiteres Motorsport-Ambiente vermittelt der ebenfalls mit kohlefaserverstärktem Kunststoff verkleidete Getriebemitteltunnel zwischen den Schalensitzen. Wer wirklich mit dem Superleggera auf der Rennstrecke heiße Runden drehen will, sollte den optionalen Feuerlöscher für satte 500 Euro Aufpreis nicht vergessen.

Lambo vs. Lambo

Doch Lamborghinis jüngster Spross soll nicht nur das Rennfeeling auf die Straße transferieren. "Lamborghini will zurück in den Sport und plant einen Gentlemen Drivers Markencup, Lamborghini gegen Lamborghini, für 2008", beschreibt Lamborghini-Präsident Stephan Winkelmann das ideale Einsatzgebiet des kompromisslosen Superleggera. Neben dem Bekanntheitsgrad der italienischen Edelmarke soll so auch "das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kunden über die Sportlichkeit gesteigert werden".

Erfolg durch Qualität und Leidenschaft

Ungewohnte Töne der italienischen Sportwagenmarke, die in den 70er Jahren in eine schwere wirtschaftliche Krise geriet. Mit wechselnden, unterschiedlichen Besitzern dümpelte das italienische Unternehmen jahrelang manövrierunfähig eher auf dem Abstellgleis. Erst die Übernahme 1998 durch den Ingolstädter Mutterkonzern Audi sorgte für einen Aufschwung. „Ich habe immer sehr gelitten, was bei Fiat Auto das Bewusstsein für Qualität betraf“, erzählt Lamborghini-CEO Winkelmann rückblickend von seinem vorigen Arbeitgeber. Auch den Lambos haftete lange ein zweifelhaftes Qualitätsimage an. Mit der Übernahme von deutschen Qualitätstugenden in Verbindung mit italienischer Sportwagen-Leidenschaft ging es aufwärts. Der seit Ende 2003 gebaute Gallardo wurde mit Technik-Genen von Audi bis Januar diesen Jahres 5000 Mal verkauft. Damit ist der kleine Stier ohne die markentypischen Flügeltüren der meistverkaufteste Lamborghini überhaupt.

Leger und selbstbewusst

Mit seiner Leichtigkeit soll der neue Superleggera auch 2007 für die Italiener zum Rekordjahr machen. Im abgelaufenen Jahr wurden insgesamt vom Gallardo und seinem größeren Stier-Bruder Murciélago 2087 Exemplare abgesetzt. So viele Fahrzeuge, wie noch nie in zwölf Monaten zuvor. Erfolg macht selbstbewusst. „Wir werden keine Diesel, Hybrids oder Turbos bauen und an unser Tradition, dem Otto-Motor festhalten“, bekennt Lambo-Chef Winkelmann. Eine gewagte Aussage bei der derzeitigen Klima-Diskussion und 400g CO²-Emission pro Kilometer des neuen Leichtbau-Lambos.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.