HOME

Mazda6 2.2-Liter-Turbodiesel: Kraftmeier mit Muskelkater-Garantie

Um der allgemeinen Absatzschwäche zu begegnen, hat Mazda einen stärkeren Diesel nachgelegt. Der 2.2 L MZR-CD überzeugt aber erst, wenn man ordentlich Stulle gibt. Dann spielt er seine Stärken aus - und glänzt ganz nebenbei mit lebensrettenden Neuerungen.

Mazda hat's da, dummer Spruch von Anno Dunnemal, aber irgendwie immer noch aktuell. Selbstverständlich in leicht abgewandelter Form. Mazda hat's raus, müsste es stattdessen heißen - auch im Jahr 2009. Auf dem deutschen Markt ist die dritte Generation des Mazda6 zu haben. Nicht vergessen: Mit über 14.000 verkauften Einheiten war der Mazda6 2008 das meist verkaufte Modell aus der Gesamtbaureihe der Japaner in Deutschland. Die Popularität des Mazda6 dürfte in naher Zukunft weiter ansteigen - wegen zweier neuer Erfolgskomponenten.

Zum einen wäre da der neue Motor zu nennen. Ungewöhnlich leise, fast flüsternd, kommt er daher, der neue 2.2-Liter-Turbodieselmotor. Die bisherige Motorenpalette im 6er, die aus drei lebhaften Benzinern (120 bis 170 PS) und einem 2.0-Liter Common-Rail-Diesel mit 140 PS bestand, wird durch das nagelneue Aggregat deutlich aufgewertet. Der Turbodieselmotor ist in drei Leistungsstufen (125 bis 185 PS) erhältlich. Um solch eine Kraft aus 2.2 Litern Hubraum zu entwickeln, setzt Mazda beim neuen Turbodieselmotor einen Turbolader mit variabler Schaufelgeometrie ein.

Aber wie fährt sich der Neue denn jetzt wirklich? Getestet haben wir den Kombi in der empfehlenswerten 163 PS-Version und der umfangreichen Exclusive-Ausstattung (unter anderem Tempomat, Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Nebelscheinwerfer, Audiosystem, Multifunktionslenkrad). Der Mazda offenbart leichte Schwächen beim Anfahren, vielleicht der einzige Punkt in dem der neue Motor negativ auffällt. Unter 2000 Umdrehungen gibt sich die Maschine doch etwas zäh. Vor allem wenn es bergauf geht, ist häufige Schaltarbeit vonnöten. Muskelkater im rechten Arm nicht ausgeschlossen. Ab 2000 Touren gibt es dann keine Klagen mehr, der Mazda schiebt mit satten Drehmomentreserven kontinuierlich voran.

Den Durchschnittsverbrauch pro 100 Kilometer gibt Mazda mit 5,5 beim 163-PS-Fahrzeug an. Auf unserer Testfahrt errechnete der Bordcomputer bei sonntäglichem Landstraßentempo einen Verbrauch um 5 Liter, bei einer schnellen Tour durch kurviges Terrain waren es deutlich mehr. Fazit: Der neue 2.2 MZR-CD macht vieles, aber sicherlich nicht alles besser als der bisherige Zweiliter-Diesel. In der 163-PS-Version, mit oben genannter Ausstattung, kostet der Mazda6 der neuesten Generation schlappe 28.600 Euro. Da kann man definitiv nicht meckern. Meckern kann man auch nicht über die zweite Erfolgskomponente des neuen Mazda6, im Gegenteil. Es geht um eine, nein, um die neue Sicherheitseinrichtung. Ein Spurwechsel-Assistent hilft dabei, nachfolgenden Verkehr im Radar-Blick zu behalten und gefährliche Situationen durch Spurwechsel zum falschen Zeitpunkt zu vermeiden. Ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h sind zwei Radareinheiten an den hinteren Stoßfängern aktiviert, die akustisch und durch Lichtsignale auf Höhe der Außenspiegel Alarm schlagen, wenn im Kegel des Senders ein Fahrzeug herannaht. Das System wirkt beidseitig und hat eine Reichweite von 50 Metern. Allerdings ist die Technik nicht als einzelnes Extra bestellbar. Sie wird als Teil eines Touring-Ausstattungspaketes angeboten, das auch Reifendruck-Kontrollsystem sowie Einparkhilfe vorn und hinten umfasst. Es kostet 960 Euro. Ein Aufpreis, der Leben retten kann. Neues Aggregat mit mehr Vor- als Nachteilen, Spurwechsel-Assistent für ein sicheres Leben auf der Autobahn, und sonst? Positiv hervorzuheben im neuen Mazda6 ist unbedingt noch das überragende Platzangebot im Innenraum. Eine fünfköpfige Familie mit schwerem Gepäck kann ohne Sorgen in den Urlaub durchstarten. Aber nicht vergessen: Schön langsam anfahren. Im Drehzahlkeller ist der neue Mazda6 vergleichsweise schwach auf der Brust. Und dass der schmucke Japaner leider nicht mit automatischem Getriebe lieferbar ist, wird die Stadtfahrer wohl auch etwas nerven. Das faire Preis-Leistungsverhältnis reißt aber eben auch das wieder heraus.

Klaus Bellstedt
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.