Messe-Minis Klein, aber fein


Der Genfer Salon gilt gemeinhin als die beliebteste Automesse weltweit. Sie ist edel, vergleichsweise klein und überschaubar. Das trifft auch auf einige Hauptdarsteller der 78. Auflage zu. Die Minis geben kräftig Gas.

Ford hatte schon bessere Jahre hinter sich. Doch mit dem neuen Mondeo scheinen die Kölner aus ihrem Tiefschlaf erwacht. Denn was mit der Mittelklasselimousine verheißungsvoll begonnen hat und im Frühsommer mit dem Spätstarter Kuga seine Fortsetzung findet, mündet dann schließlich in den neuen Ford Fiesta. Und der macht mit seinen kompakten Abmessungen, dem sehenswerten Design und einem ordentlichen Platzangebot durchaus Lust auf mehr.

Das hauseigene Kinetic Design bringt Dynamik in die Kleinwagenklasse. Die Jahre, in denen ein Fiesta im Pseudo-Van-Kleid wenig sportlich daherkam, sind vorbei. Es macht wieder Spaß sich in einen Fiesta zu setzen. Auch wenn nicht alles edel ist, was glänzt: Kubus-Schalter und abwaschbare Oberflächen sind verschwunden. Den stimmigsten Eindruck macht der Fünftürer, der sich die stark ansteigende Seitenlinie, das neue Ford-Gesicht in X-Form und hoch gesetzte Rückleuchten mit seinem dreitürigen Bruder teilt.

Auf der gleichen Plattform ist der neue Mazda2 bereits seit ein paar Monaten erfolgreich unterwegs. War der Zweier mit den Zoom-Zoom-Genen bisher nur als Fünftürer zu bekommen, so folgt nun der Dreitürer als Version Mazda2 Sport. Ähnlich wie der Fiesta zieht sich sein dynamischer Auftritt von der Front bis zum deutlich höher positionierten Heck.´

Das Design mit markanten Sicken und Fugen an der Seitenlinie koomt dem Dreitürer voll zugute. Sicher ist der Fünftürer eine Ecke praktischer - der Augenschmeichler aber ist der Dreitürer. Das Motorenangebot reicht von 68 Diesel- bis 105 Benzin-PS. Im Vergleich zum alten Mazda2 hat der neue Zweier deutlich abgespeckt und wiegt leer weniger als eine Tonne.

Die Asiaten drücken

Die Asiaten drücken. Hyundai zeigt nach der kleinen Premiere auf der Bologna Motorshow im Dezember den neuen i10 erstmals einer breiten Öffentlichkeit. Der Nachfolger des Atos ist trotz überschaubarer Dimensionen von 3,57 Metern Länge und 1,60 Metern Breite mehr als ein schnöder Billigheimer. Er ist klein, wendig und sehr geräumig.

Dank seines Radstandes von 2,38 Metern können im Innenraum bequem bis zu vier Erwachsene sitzen. Hinter der weit öffnenden Heckklappe gibt es einen 225 Liter großen Kofferraum, der sich durch Umklappen der im Verhältnis 40:60 teilbaren Rückbank auf 910 Liter vergrößern lässt. Zunächst werden ein Diesel- und ein Benziner mit 66 bzw. 75 PS angeboten. Die Preise, die bei 9.990 Euro beginnen, könnten jedoch günstiger sein.

Noch eine Ecke kleiner ist die Studie des Toyota iQ, dessen ersten beiden Vor-Studien bereits auf der IAA 2007 und im vergangenen Herbst auf der Tokio Motorshow zu bestaunen waren. Der knapp drei Meter kurze iQ bietet mit seiner ungewöhnlichen 3+1-Sitzkonfiguration und zwei Metern Radstand Platz für bis zu vier Passagiere.

Der asiatische Winzling wurde vom Toyota Designstudio in Südfrankreich entwickelt und könnte der erste echte Konkurfrent für den Smart Fortwo werden. Seine Produktion beginnt Ende 2008. Bereits im Jahre 2009 sollen 100.000 Fahrzeuge verkauft werden. "i" steht für "Individualität" und "Innovation"; "Q" für "Qualität" - und es klingt zugleich im Englischen wie das vieldeutige Wort "cue", das einen Hinweis auf eine beabsichtigte Lifestyle-Orientierung des iQ gibt.

Kia mit einem Dreier

Kia zeigt am Genfer See das seriennahe Zukunftsmodell Kia Soul - mit kompakten Abmessungen und bequem Platz für vier Personen. Das Serienmodell des Soul dürfte sich jedoch nicht derart mutig präsentieren wie die drei Designspielereien mit Namen "Diva", "Bad Boy" und "Searcher". Die sollen durch ein großes Maß an Individualisierung - von Ponyfell-Fußmatten über Filzsitze bis hin zur Sofa-Atmosphäre - eine breite Kundenauffächerung ermöglichen.

Zu einem Ausflug in eine sehenswerte Zukunft locken in den Genfer Messehallen die auch kleinen, aber feinen Modelle Suzuki A-Star und der Seat Bocanegra - der zumindest wird schon bald als die nächste Generation des Ibiza zu uns kommen.

Der der ebenso preiswerte wie erfolgreiche Dacia Logan bekommt ebenfalls einen kleinen - aber gefährlichen - Bruder. Denn der Dacia Sandero könnte den etablierten Herstellern mit seinem durchaus gefälligen Äußeren, viel Platz im Innern und Sparpreisen von unter 8.000 Euro zahlreiche Kunden abjagen.

Daran dürften selbst die aus dem gleichen Konzern stammenden Brüder Renault Clio und Twingo noch zu knabbern haben. Der Sandero ist mit seinen 4,02 Metern Länge ein echter Fünfsitzer. Der Radstand beträgt 2,59 Meter. Der Kofferraum fasst zwischen 320 und 1.200 Liter Stauraum. Die Motoren teilt er sich weitgehend mit dem Logan.

Stefan Grundhoff / pressinform PRESSINFORM

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