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Neue Standheizungen: Neue Wege zur Wärme

Der Winter kommt und mit ihm die Zeit, in der Standheizungen beliebt sind. Dank neue Apps und neuen Funktionen ist die Handhabung so komfortabel wie nie zuvor. Derweil tüftelt man auch an Lösungen für Elektromobile. Mit Erfolg.

Elektro-Fahrzeuge und Heizen. Das war bislang kein Liebesverhältnis. Schließlich kostet jedes Grad im Innenraum Reichweite. Wenn es nach dem Auto-Zulieferer Webasto geht, wird dieser Gegensatz mit der neuen Hochvolt-Heizung (HVH) etwas minimiert. Der Clou: Dank einer nur 0,4 Millimeter dünnen Heiz-Schicht, die sich direkt auf dem Wärmetauscher befindet, ist eine konstante und effiziente Erwärmung des Wasserkreislaufs möglich. "Der Wirkungsgrad beträgt 99 Prozent", erklärt Dr. Joachim Damasky, Vorstandsvorsitzender des Unternehmensbereichs Webasto Thermo & Comfort. Durch die Heizfläche ist eine konstante Heizleistung zwischen null und 70 Grad möglich. Auch die Erwärmung des Innenraums soll deutlich schneller von statten gehen, als mit einer herkömmlichen PTC-(Luft)heizung. Bei einer Umgebungstemperatur von minus sieben Grad soll die PTC-Variante 10,8 Minuten und die HVH nur 6,1 Minuten brauchen.

Als Energiequelle dient die Batterie des Elektro-Autos. Das zentrale Heizgerät wiegt nur 1,9 Kilogramm, hat in etwa die Maße eines iPads und die Dicke eines 1000-Seiten-Buches. Dadurch, dass sich alle Anschlüsse auf einer Seite befinden, kann das Gerät auch ohne großen Aufwand fast nach Belieben im Auto platziert werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Geräten wiegt die HVH etwa ein Drittel weniger und schafft die doppelte Heizleistung. Zudem werden bei dem neuen Heizelement keine seltenen Erden verwendet. Die HV-Heizung ist vor allem für Plug-in-Hybride und E-Mobile geeignet. In drei Jahren soll die Serienproduktion starten.

Derweil werden auch die bekannten Standheizungen mit Verbrennungsmotor weiterentwickelt. Inzwischen mutiert das Smartphone zu einer Kommandozentrale. Registriert der Temperatur-Sensor, dass die Außentemperatur an dem Ort, an dem das Auto steht unter vier Grad fällt, schlägt das Handy per Meldung Alarm. Ein paar Handbewegungen auf dem Touchscreen später gehört das Problem der Vergangenheit an. Egal ob per App, Anruf oder per SMS, das umständliche Programmieren der Automobil-Standheizung an einem statischen Gerät, das sich im Auto befindet, gehört im mobilen Zeitalter der Vergangenheit an.

Der Funktionsumfang der kleinen Programme auf den Smartphones wird immer größer: Mittlerweile können zwei Heizungen, die sich in mehreren Autos befinden von einem Telefon aus angesteuert werden und der Besitzer, kann jederzeit die Innentemperatur seines Autos auf seinem Telefon kontrollieren und auf Wunsch den Innenraum und den Motor vorheizen lassen. Standheizungen sind nach wie vor gefragt: Webasto hat 2011 1,1 Millionen Standheizungen produziert.

Innerhalb von gut 20 Minuten ist ein Mittelklassewagen bei Minus sieben Grad eisfrei. Von dem Sicherheits- und Komfortgewinn ganz abgesehen, arbeitet ein warmer Motor auch effizienter. So werden die 0,2 Liter, die durch das Heizen verbraucht werden, durch die Ersparnis im Fahrbetrieb fast vollständig egalisiert.

Eine weitere umweltfreundliche effiziente Methode sind die Bio-Ethanol-Heizungen, die bereits in Elektrofahrzeugen getestet werden. Neben der Klimaneutralität ist die nahezu rußfreie Verbrennung ein Vorteil. Dabei wird nicht das Wasser als Wärmetransport-Medium genutzt, sondern die Luft. Sie wird über ein eigenes Gebläse angesaugt und erwärmt den Innenraum direkt.

Doch die Standheizungen der Zukunft sollen nicht nur ökologisch, sondern auch leise sein. Ohne laufenden Motor sind die Nebenaggregate deutlich zu hören. Um dieses Geräusch zu "bekämpfen", hilft eine Technik, die der Zulieferer Eberspächer beim Modulieren des Verbrennungs- und Abgasgeräusch beim Audi A6 erfolgreich ist. Bestimmte unerwünschte Frequenzen werden eliminiert und so der Lärmpegel reduziert. In Kombination mit einem Schaldämpfer und einem Helmholtz-Resonator (quasi eine Flasche, die man am Hals anbläst) schafft man ein Geräusch-Niveau unter 45 dB. Das ist extrem leise.

So bleibt dem Autobauer die Wahl. Setzt er auf C02-Neutralität und damit auf Bioethanol oder auf Null-Emissionen. Da kommt die HV-Heizung ins Spiel.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.