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Neuer Audi A3: Schöner und teurer als der Golf

Der neue A3 kommt im Sommer auf den Markt. Sein klassisches Design überzeugt auch ohne Spielereien, ebenso die Verarbeitung und der neue Spardiesel.

Von Gernot Kramper

Moderner, schlichter, sportlicher - dies ist der erste Eindruck vom neuen Audi A3. Die neue Generation hat alle Rundungen der Karosserie glattgeschliffen und setzt auf klare Linien und markante Kanten. Blumige oder organische Schwünge, mit denen andere Hersteller Emotionen transportieren wollen, passen nicht zur Designphilosophie von Audi. Allerdings wirkt der neue A3 auch betont sachlich, fast kalt.

Die Erwartungen an das Massenmodell sind hoch, auch weil der kleinere A1 nicht ganz den Erfolg hat, den sich Audi von dem Polo-Ableger versprach. Während beim Q3 und A1 bewährte Plattformen von Volkswagen erst nach langen Jahren nach Ingolstadt kamen, fährt Audi beim A3 jedenfalls einmal voran.

Audi A3: Der edlere Golf fährt vor
Billig ist der Audi nicht, aber ein mit viel Liebe zum Detail konstruiertes Auto mit gutem Platzangebot. Bescheidenheit ist keine Zier bei Audi. Ob Navigationssystem mit Online-Funktionen, LED-Scheinwerfer oder Hightech-Assistenzsysteme – vieles was bislang dem A6 oder A8 vorbehalten war, holt Audi mit dem neuen A3 in die Kompaktklasse. 4,15 Meter in der Länge maß die erste Generation (1996 bis 2003), über 4,24 Meter erstreckt sich das neue Modell. Wichtiger als das Längenwachstum ist die Schlankheitskur. 80 kg weniger als die zweite Generation (2003 bis 2012) bringt der leer 1174 kg schwere Dreitürer auf die Waage.

Billig ist der Audi nicht, aber ein mit viel Liebe zum Detail konstruiertes Auto mit gutem Platzangebot. Bescheidenheit ist keine Zier bei Audi. Ob Navigationssystem mit Online-Funktionen, LED-Scheinwerfer oder Hightech-Assistenzsysteme – vieles was bislang dem A6 oder A8 vorbehalten war, holt Audi mit dem neuen A3 in die Kompaktklasse. 4,15 Meter in der Länge maß die erste Generation (1996 bis 2003), über 4,24 Meter erstreckt sich das neue Modell. Wichtiger als das Längenwachstum ist die Schlankheitskur. 80 kg weniger als die zweite Generation (2003 bis 2012) bringt der leer 1174 kg schwere Dreitürer auf die Waage.

Das erste Modell der neuen Golfflotte

Der A3 darf als erstes Fahrzeug aus dem VW-Konzern auf den neuen sogenannten "modularen Querbaukastens" zurückgreifen. Diese Fahrzeugplattform ist die Grundlage für zahlreiche kommende Konzernautos. Das "Quer" liefert den Hinweis, dass alle Motoren vorne quer eingebaut sind. Daraus resultiert beispielsweise eine geringere Baulänge des Vorderwagens beim A3, exakt 50 Millimeter sind es weniger als beim Vorgänger. Der 4,24 Meter lange Dreitürer bringt dank der neuen Leichtbauweise 80 Kilogramm weniger auf die Wage.

Der A3 startet zunächst als Dreitürer, der Fünftürer heißt bei Audi Sportback und kommt erst 2013. Der Dreitürer bietet vorn viel Platz. Die Rückbank ist allerdings keine Komfortzone. Der Einstieg zu den hinteren Sitzplätzen ist anstrengend und bei großen Vorderleuten geht es auf der Rückbank beengt zu. Dafür wuchs der Kofferraum im Vergleich zum Vorgänger um mehr als 80 Liter auf 365 Liter.

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Innneraum zeitgemäß angepasst

Vollkommen neu wurde das Armaturenbrett gestaltet. Wobei der Begriff "neu" relativ ist: Der A3 bekommt endlich auch den aktuellen Audi-Look, den man aus A1, A4 und A6 kennt. Alle Bedienelemente sind gut platziert, die Anzeigeinstrumente bestens abzulesen. Ob Navigationssystem mit Online-Funktionen, LED-Scheinwerfer oder Hightech-Assistenzsysteme – vieles, was bislang dem A6 oder A8 vorbehalten war, holt Audi mit dem neuen A3 in die Kompaktklasse. Den Fahrzeugpreis treiben diese Extras allerdings gewaltig nach oben

Das Fahrwerk wurde komfortabel ausgelegt, lässt aber auch eine sportliche Fahrweise zu. Der Fahrer wird zudem von einer direkten elektromechanischen Lenkung unterstützt, die sehr viel Gefühl vermittelt.

Der A3 startet mit einem Diesel und zwei Benzinmotoren. Sie verfügen über 1,4 bis 2,0 Liter Hubraum und leisten von 122 PS bis 180 PS. In den kommenden Monaten nach dem Verkaufsstart Mitte August will Audi die Motorenpalette weiter ausbauen. Besonders interessant dürfte dabei der neue Einstiegsdiesel mit 1,6 Liter Hubraum sein. Er erzielt einen Verbrauch von 3,8 Litern. Das schaffte das Vorgängermodell zwar auch, der neue Motor hat aber ein Getriebe mit sechs statt fünf Gängen.

Das hilft dem Wagen auf die Sprünge: War der alte Spar-Diesel noch zäh, holt der neue mühelos das Maximale aus seinen 105 PS heraus. Der Motor ist spritzig und drehfreudig, starken Schub entwickelt er besonders im dritten Gang. Im direkten Vergleich mit dem hubraumstärkeren 150 PS-Diesel wirkt der 1.6 kaum schwächer, erst bei höherem Tempo wird der Unterschied deutlich spürbar.

Akzeptabler Grundpreis

Der kompakte A3 galt immer als der schönere und teurere Golf. Der Aufpreis hält sich jedoch in Grenzen. Das vorläufige Basismodell A3 1.4 TFSI Attraction (122 PS) kostet 22.500 Euro, der VW Golf 1.4 TSI mit 122 PS 21.575 Euro. Zur Serienausstattung des Audi zählen unter anderem Klimaanlage, CD-Radio und Start-Stopp-Automatik. Wer den A3 standesgemäß ausstatten will, stößt jedoch in andere Preisregionen vor. Zu den Optionen zählen Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht (1270 Euro), Navigationssystem (ab 1160 Euro), Spurwechselwarner (600 Euro) oder Abstandsregeltempomat mit Kollisionswarnung (560 Euro). 620 Euro kostet die "Phone Box" in der Mittelkonsole.

Wer sich für den neuen Audi A3 entscheidet, bekommt schon in der Basisausführung hochwertiges Ambiente, exzellente Verarbeitung, effiziente Motoren und eine moderne Optik. Leicht wird es den neue A3 dennoch nicht haben. Erstmals bietet Mercedes mit der neuen A-Klasse ein vergleichbares Fahrzeug in der Kompaktklasse an. Der Audi setzt auf kühle Sachlichkeit, der Mercedes gibt sich gefühlsbetont. Mal sehen, wer das Rennen macht.

Gernot Kramper mit Agenturen

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