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Neuvorstellung: BMW 7er: Neues von Nummer 7

BMW-Designer und -Ingenieure haben sich das Flaggschiff vorgenommen. Die 5. Generation des 7er kommt mit upgedatetem Design, neuen Assistenzsystemen und Antrieben - ab November und zu Preisen ab 69.500 Euro.

Die erste Generation seiner 7er-Baureihe hat BMW 1976 an den Start geschickt. Die aktuelle Version ist seit 2001 auf dem Markt - und damit steht jetzt wieder ein Generationenwechsel an. Noch ein paar Wochen, dann wird die Produktion in Dingolfing auf das neue 7er-Modell umgestellt.

Auf dem Pariser Autosalon wollen die Münchner das neugestylte und technisch hochgerüstete Spitzenmodell der Öffentlichkeit präsentieren. Weltpremiere aber wurde jetzt schon mal gefeiert. Rein optisch ist die Veränderung zeitgemäß, durchaus gelungen - aber nicht wirklich spektakulär. Das Team von Chefdesigner Chris Bangle hat an der Linienführung gefeilt, die Aerodynamik verbessert und der Limousine einen dynamischeren Look verpasst. Weiter Radstand, flache Dachlinie, kurzer Überhang vorn, eine wunderschön langgezogenen Motorhaube, eine weit zurückversetzte Fahrgastzelle mit schlanken Fensterrahmen und -Säulen lassen die Karosserie, vor allem in der Seitenansicht deutlich sportlicher erscheinen.

An der Front haben die Designer das BMW-Markenzeichen - die üppige Doppelniere - besser in Szene gesetzt und besonders tief platziert. Nebelscheinwerfer in Klarglas-Optik, die ihren Platz weit außen am Rand des Lufteinlassen haben, betonen die breite Spur. Edel wirkt das Wechselspiel zwischen konkav und konvex ausgeformten Flächen mit effektvollen Licht- und Schattenverläufen, das die Münchner als Designmerkmal für sich entdeckt haben.

Etwas überfrachtet wirkt dagegen die Heckpartie mit dem auffälligen, oberhalb des Kennzeichenträgers platzierten Chromband, das über die gesamte Breite des Kofferraumdeckels die Heckleuchten miteinander verbindet. Markante horizontale Linien sollen den breitspurigen Charakter des 7er betonen - weniger wäre hier mehr gewesen.

Dass die Limousine 55 Kilogramm weniger auf die Waage bringt als ihr Vorgänger, wird durch die konsequente Weiterentwicklung der Leichtbautechnik erreicht. Mehrphasenstähle und warmgeformter Stahl wird in den Karosserieträgerstrukturen verwendet. Dach, Türen, Fronthaube und Seitenwände werden aus Aluminium geformt. Das Leichtmetall wird ebenfalls für die Federstütze vorn, für das Gehäuse des Hinterachsgetriebes sowie fürs Kurbelgehäuse des Motors verwendet.

Von der Neugestaltung des Innenraums profitieren vor allem die Fondpassagiere. Die Dachlinie bringt noch mehr Kopffreiheit auf den hinteren Plätzen. Die Einzelsitze lassen sich individuell verstellen - in der Längsrichtung sogar um bis zu sieben Zentimeter. Besonders viel Beinfreiheit bieten die um 14 Zentimeter gestreckten Langversionen 750Li und 740Li.

Neu motorisiert

Die Motorenpalette haben die Bayern komplett erneuert. Zur Markteinführung stehen ein V8- und ein Reihensechszylinder-Benzinmotor bereit, die jeweils mit Twin Turbo und Benzin-Direkteinspritzung ausgestattet sind. Dazu kommt der erste Vertreter einer neuen Generation von Sechszylinder-Dieselmotoren. Der Achtzylinder erzeugt im BMW 750i eine Leistung von 300 kW/407 PS im Drehzahlbereich zwischen 5.500 und 6.400/min.

Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch soll 11,4 Liter je 100 Kilometer betragen, der CO2-Wert 266 Gramm pro Kilometer. Damit wurden der Verbrauch im Vergleich zum aktuellen 7er gerade mal um drei Prozent reduziert. Das neue V8-Triebwerk ist um 30 kW stärker als der Vorgänger und dringt damit auf das Leistungsniveau aktueller Zwölfzylinder-Motoren vor - bei der Topmotorisierung des Spitzenmodells geht Leistungssteigerung eben immer noch vor Sparkurs.

Die beiden Sechszylinder-Varianten ihrerseits stoßen folgerichtig in Leistungsregionen vor, die bislang Achtzylinder-Motoren vorbehalten waren. Effizienzsteigerungen haben die Münchner Ingenieure vor allem durch eine Reduzierung des Motorgewichts erreicht. Speziell für den Einsatz im BMW 740i wurde die Leistung des Sechszylinder Twin Turbo Aggregats auf 240 kW/326 PS bei 5.800 min gesteigert.

Der neu entwickelte Sechszylinder-Diesel ist die mit Abstand wirtschaftlichste Art, einen 7er zu fahren. Im Durchschnitt kommt der 730d laut BMW mit 7,2 Litern 100 Kilometern weit und bläst damit 192 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft. Das neue Diesel-Aggregat mobilisiert 180 kW/245 PS bei 4.000 min. Aus einem Hubraum von drei Litern werden 180 kW/245 PS bei einer Motordrehzahl von 4.000 min geschöpft. Das maximale Drehmoment von 540 Newtonmetern steht bereits bei 1.750 min zur Verfügung. Auch einen Hybridantrieb soll es demnächst geben - allerdings nur in den USA, dem wichtigsten aller 7-er Märkte.

Bayerisch surfen

Dass das Münchner Flaggschiff Technologie-Trendsetter ist und mit allem ausgestattet werden kann, was BMW in punkto Sicherheit und Fahrkomfort auffahren kann, versteht sich. Das weiterentwickelte Sechsgang-Automatikgetriebe ermöglicht schnellere Wechsel und präzisere Fahrstufenwahl. Das Fahrwerk mit einer neuen Doppelquerlenker-Vorderachse befreit die Dämpfer von Querkräften, so dass sie Unebenheiten der Fahrbahn noch geschmeidiger ausgleichen können, versprechen die Ingenieure. Die neuentwickelte Integral-Aktivlenkung, die den Lenkwinkel der Vorder- und Hinterräder steuert, soll unter anderem schnellere Ausweichmanöver ermöglichen und den Spurwechsel insbesondere für Fondpassagiere komfortabler machen.

Auf Wunsch geht auch ein Head-up-Display an Bord, das relevante Informationen auf die Fensterscheibe projiziert, oder auch ein Nachtsichtsystem mit Infrarot-Personenerkennung. Im neuen 7er ermöglicht BMW als erster Autohersteller überhaupt uneingeschränkte Nutzung des Internets. Der Web-Zugang ist als Sonderausstattung zu Flatrate-Konditionen verfügbar.

Wenn die überarbeitete Oberklasselimousine - zumindest in Europa - ab November bei den Händlern steht, beginnt die Preisskala bei 69.500 Euro für den 730d. Mit V8-Motor gibt es den neuen 7er ab 90.000 Euro. Für 4-Zonen-Klimaautomatik, Sitz-Memory-Funktion und viele andere Luxusextras muss dann aber noch tüchtig drauflegt werden.

Susanne Kilimann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.