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Neuvorstellung: Mercedes-Benz SL: Sternprahler

Noch nie gab es einen SL mit solch einem breiten Grinsen: Mercedes hat seinem Luxus-Zweitürer ein kräftiges Facelift verpasst. Dazu gibt es neue Motoren - und ein besonderes Extra, das zum offen Fahren animiert.

Man sagt Mercedes ja gerne die eingebaute Vorfahrt nach. Das hat was: Wer den neuen SL im Rückspiegel sieht, wird freiwillig die Spur wechseln – schon allein um zu sehen, ob man "beim Daimler" die Heckansicht des Roadsters auch so radikal verändert hat wie die Front. Doch hinten blieb es bei geänderten Rückleuchten, einer etwas retuschierten Schürze und eckigen statt ovaler Auspuff-Endrohre.

Bei der Front jedoch hat Mercedes in die Vollen gegriffen: Statt des alten Vieraugen-Gesichts gibt es nun breite L-förmige Scheinwerfer, der Kühlergrill wird mit zwei einzelnen waagerechten Streben optisch in die Länge gezogen.

Die "Powerdomes" genannten Ausbuchtungen in der Haube fanden sich in ähnlicher Form schon beim legendären Flügeltüren-SL von 1954. Ebenso die kiemenähnlichen Luftauslässe an den vorderen Kotflügeln. Mit der neuen Optik will Mercedes denn auch eine "Brücke in die SL-Historie" schlagen. Schließlich hätten die großen Roadster schon immer "ihre Souveränität durch breite, sehr markante Kühlermasken" zum Ausdruck gebracht. Die Powerdomes entsprechen aber auch einem aktuellen Design-Trend: Passat CC und der neue Skoda Superb zeigen in ihren Hauben ebenfalls Mut zur Wölbung.

Nie mehr kalte Ohren

Technisch soll der SL dafür auf dem neuesten Stand sein. Die serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfer lassen sich optional mit dem "Intelligent Light System" aufrüsten. Es bietet fünf verschiedene Lichtfunktionen: Landstraßenlicht, Autobahnlicht, erweitertes Nebellicht, Abbiegelicht und aktives Kurvenlicht.

Neu ist ein besonderes Extra für den Innenraum, das erstmals im SLK vorgestellt wurde: "Airscarf" (übersetzt: Luftschal) lässt warme Luft aus den Kopfstützen strömen, damit die Passagiere bei offenem Verdeck ums Haupt herum auch bei kalter Witterung nicht frieren müssen. "Die Roadster-Saison verlängert sich bis in die kalte Jahreszeit", frohlockt denn der schwäbische Autobauer.

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Neu an Bord ist auch die aufpreispflichtige Direktlenkung, die auf Basis der serienmäßigen Parameterlenkung die Lenkübersetzung nicht nur auf die Geschwindigkeit, sondern auch den Lenkwinkel abstimmt und die auch der neue SLK hat. So muss der Fahrer in Kurvenfahrten deutlich weniger lenken als mit einer konstanten Übersetzung.

Raum nach unten

Das Basismodell SL 280 ist mit einem 231 PS starken Sechszylinder ausgestattet. Der Motor hat einen Durchschnittsverbrauch von 9,4 Litern pro 100 Kilometer (Werksangabe) und entwickelt ein maximales Drehmoment von 300 Newtonmetern ab 2500 Touren. Der SL 280 beschleunigt in 7,8 Sekunden auf 100 km/h.

Mit dem neuen Modell rundet Mercedes die Motorenpalette nach unten ab, denn bislang war der SL 350 die kleinste Motorisierung. Dessen Aggregat bleibt ebenfalls im Programm, wurde allerdings einer Frischzellenkur unterzogen. Der auf 316 PS erstarkte V6 beschleunigt den Benz-Roadster in 6,2 Sekunden auf 100 km/h, eine halbe Sekunde flotter als beim bisherigen SL 350. Gleichzeitig sinkt der Verbrauch um 0,4 Liter auf 9,9 Liter pro 100 Kilometer.

An der Spitze der SL-Nahrunsgkette stehen nach wie vor der Achtzylinder SL 500 (388 PS) und der SL 600 mit V12-Motor, doppelter Turboaufladung und 517 PS. Alle Modelle sind mit einer Siebengang-Automatik ausgerüstet.

Das Basismodell SL 280 kostet 79.968 Euro, für den SL 350 sind 86.572 Euro zu berappen. Das teuerste Roadster-Vergnügen ist der SL 65 AMG (612 PS) für 221.518 Euro. Erstmals öffentlich präsentiert wird der neue SL Anfang März auf dem Genfer Automobilsalon. Europäischer Verkaufsstart ist der 5. April.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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