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Opel Astra TwinTop 1.9 CDTi: Eine Frage der Ehre

Muss ein Kompaktklasse-Cabrio im dritten Jahrtausend ein Metalldach haben? Scheinbar geht es auf vier Rädern nicht mehr ohne eine feste Mütze über dem Kopf. Auch das neue Astra-Cabrio macht auf Zwitter - ist Cabrio und Coupé zugleich.

Die Rüsselsheimer nennen ihren eleganten Zweisitzer nicht branchenüblich Coupe-Cabriolet, sondern bleiben der beim Tigra eingeführten Bezeichnung TwinTop treu. Anderer Name, ähnliche Technik. TwinTop heißt, die neueste Astraversion ist beides - Coupe und Cabrio, alles unter einem Dach. Nichts halbes und nicht ganzes? Im Gegenteil: Der neue Astra sieht klasse aus. Die Seitenlinie ein wahrer Genuss und das rundliche Heck kann getrost als sexy bezeichnet werden. Denn gerade am Heck bleiben bei einem Cabrio die Augen hängen. Rautenartig geformte Leuchten vereinigen sich in der markanten Chromspange. Das Design kann sich offen und besonders auch geschlossen sehen lassen. Die formidable Seitenlinie wird allein von der breiten Fuge des Heckdeckels gestört. Einfach eine dunkle Farbe bestellen und das Problem ist kein solches.

Kaum zu glauben, dass der 4,48 Meter lange Opel Astra TwinTop in gerade einmal zwei Jahren entstanden ist. Die Vorgaben für Design und Ingenieure waren gleichermaßen hart. Sportlich und elegant sollte der Neue sein; kein massiges Hinterteil oder gar eine Windschutzscheibe, die dem Fahrer über den Kopf wächst. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist zusammen mit dem Volvo C70 die derzeit wohl schönste Versuchung in der Mittelklasse. Das dreiteilige Dach stammt von den Cabriospezialisten CTS, die ihre Dachmodule im Astra-Werk Antwerpen fertigen und direkt vor Ort einbauen.

Es geht stramm zur Sache

Einige Cabriofans werden trotz Partikelfilter die Nase rümpfen, doch der Astra 1.9 CDTi mit seinen 150-Diesel-PS ist die wohl interessanteste Version, in einem Opel offen zu cruisen. 150 PS und 320 Nm maximales Drehmoment reichen aus, um dem 1,5 Tonnen schweren Astra Beine zu machen. 213 km/h - wer braucht bei einem offenen Gleiter schon mehr? Allein der Spurt.0 auf 100 km/h ist mit 10,2 Sekunden etwas müde. Doch Turboloch und Leergewicht fordern bekanntlich ihre Opfer. Mit einem breiten Grinsen geht es mit geöffnetem Dach jedoch an die nächste Tankstelle. Opel verspricht 6,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Und sollte es ein bisschen mehr sein - egal. Das ist ein Klassewert für ein Cabriolet, mit dem man 12 Monate im Jahr seinen Spaß haben kann. Das Platzangebot ist vorne angenehm und hinten gewohnt karg. Immerhin gibt es vier ordentliche Kopfstützen und eine komplette Sicherheitsausstattung mit ABS, ESP und allem, was dazu gehört. Sicherheit und Fahrspaß zugleich vereinigt das gut abgestimmte Fahrwerk. Eine sinnvolle Anschaffung ist das 615 Euro teure IDS-Sportfahrwerk. Auf Knopfdruck geht es strammer zu Sache - das passt zum Astra TwinTop 1.9 CDTi.

Die Zugluft im Innern hält sich bis Tempo 80 angenehm im Rahmen. Wer schneller unterwegs ist, sollte zum großen Windschott (265 Euro) greifen. Wird es noch kälter oder die Dame des Herzens fröstelt trotz der optionalen Sitzheizung, hilft nur der Druck auf den Taster am Windschutzscheibenrahmen. Nicht gerade gut platziert, aber er erfüllt seinen Zweck. Mit großem Aufwand und einigen Geräuschen wird in rund 30 Sekunden das Dach geschlossen. Wer genau hinschaut, kann einen geradezu perfekten Mechanismus bestaunen. Zahlreiche Stellmotoren und Hydraulikelemente wirken gekonnt zusammen, ehe sich das Stahldach entfaltet und gekonnt an den Rahmen der Windschutzscheibe andockt. Es könnte etwas schneller gehen und die Geräuschkulisse versprüht einen Hauch Vorseriencharme, doch das ganze funktioniert auch per Fernbedienung und bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Lenkung, Sechsgang-Schaltung und der leise säuselnde Diesel passen vorbildlich in den chicen Astra. Der 440 Liter große Kofferraum schluckt drei bis vier Koffer. Bei geöffnetem Dach sind es nur noch karge 215 Liter, die von dem zusammengelegten Dach nach oben begrenzt werden. Immerhin lässt sich das Gepäckabteil auch bei offener Mütze durch eine separaten Hebemechanismus vernünftig be- und entladen. Schade, dass die Heckklappe nicht wie beim Tigra TwinTop komplett elektrisch öffnet und schließt.

Die schönste Art einen Opel Astra zu fahren kostet mindestens 24.480 Euro. Doch nur die wenigstens dürften sich mit dem 105 PS starken Einstiegstriebwerk zufrieden geben. Neben dem 140 PS starken TwinTop 1.8 macht der Diesel daher den besten Eindruck. Den gibt es in der empfehlenswerten Cosmo-Version mit Klimaanlage, Einparkhilfe, Tempomat und Bordcomputer ab 28.980 Euro. Der nächste Sommer kann kommen, der nächste Winter auch.

Stefan Grundhoff/Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.