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Porsche 911: Giftiger, größer, gemütlicher

Von außen ändert sich beim neuen Porsche 911 wenig, von innen alles. Der Sportwagenklassiker schafft das Unmögliche: Er ist gemütlicher und zugleich sportlicher. Ein erster Fahrbericht.

Baut einen neuen Elfer: Ändert alles, aber lasst ihn wie immer. So oder so ähnlich dürfte es Porsches ehemaliger Boss Wendelin Wiedeking vor fünf Jahren den Entwicklungs-Ingenieuren diktiert haben. Diffizil war auch die Aufgabe von Michael Mauer. Der Designchef musste nicht weniger als Tradition, Authentizität und Ästhetik in bewährter Proportion verbinden. Schließlich verkörpert kein Auto stärker die Seele von Porsche als der Carrera.

Das Ergebnis rollt Anfang nächsten Monat zu den Händlern. Der 991, wie die Baureihe intern genannt wird, hat nichts von seiner charakteristischen Figur verloren. Trotz Längenwachstums auf 4,50 Meter (+ 6 cm) und weiter auseinander stehenden Achsen (+ 10 cm) gelang es Mauer, die typische Carrera-Form zu erhalten und sie sogar ein wenig zu schärfen. Fahrer des derzeitigen 997 dürften das begrüßen, lässt der Neue den Vorgänger doch in keiner Weise alt aussehen.

Den größeren Sprung in die Moderne hat man beim Innenraum gemacht. Zwar fühlt sich der Porsche-Pilot beim Blick auf die fünf Rundinstrumente mit dem großen zentralen Drehzahlmesser noch zu Haus. Und auch das Zündschloss sitzt in alter Le-Mans-Renntradition (mit der linken Hand starten und mit der rechten schon den ersten Gang einlegen) weiterhin links neben der Lenksäule. Doch die nach vorn ansteigende Mittelkonsole im Panamera-Look trennt nicht nur Fahrer und Beifahrer, sondern den 991 auch ganz wesentlich vom 997. Da mögen sich sicher einige Puristen abwenden und meckern, dies sei ja wohl kein Elfer mehr. Aber realistisch gesehen: Besser und edler hat es nie im Cockpit des Stuttgarter Sportwagens ausgesehen. Alle Schalter sind klar gekennzeichnet, logisch platziert und lassen sich intuitiv bedienen. Der Grund für den Design-Schritt leuchtet ein. Immer mehr Kunden kommen aus Ländern wie Russland, Brasilien oder China. Diese haben mit dem traditionellen Interieur-Layout nichts am Hut.

Ein großer Sprung nach vorn

Sie werden aber ganz sicher begeistert sein von den dynamischen Qualitäten des neuen Carrera. Bestes Handling, perfektes Kurvenverhalten, präzises Lenken, toller Sound, klasse Beschleunigung, immer genügend Leistung und dies alles verbunden mit angenehmen Komfort und zeitgemäßem Verbrauch. Mehr geht in dieser Klasse nicht. Schon nach wenigen Kilometern hat der Fahrer das Gefühl, in dieses Auto scheint Porsche all sein Wissen und all seine Rennsport-Erfahrungen gesteckt zu haben, die man in über sechs Jahrzehnten gesammelt hat.

Der 991 gilt in Zuffenhausen als größter technischer Sprung in der Geschichte der Elfer-Evolution. Die Karosserie besteht fast zur Hälfte aus Aluminium, was das Gewicht gegenüber dem Vorgänger um 40 Kilogramm reduziert. Erstmals weltweit kommt in einem Serienwagen ein manuelles Siebenganggetriebe zum Einsatz. Die Höchstgeschwindigkeit von 289 km/h erreicht der Carrera allerdings im sechsten Gang (Carrera S 304 km/h). Der siebte ist als Drehzahl senkender Schongang ausgelegt. Debüt im 911 feiert auch die aktive Wankstabilisierung namens PDCC (Porsche Dynamic Chassis Control). Sie hält den Sportler bei schnellen Richtungswechseln mittels Hydraulikelementen zwischen Stabilisatoren und Federbeinen nahezu in der Waagerechten. Zwar könnte man meinen, solch eine Technik ist am Carrera so überflüssig wie ein Heckspoiler an einem Pick-up. Doch setzt PDCC der Fahrpräzision noch eins oben drauf. Ablesen lässt sich dies unter anderem auf der Nordschleife des Nürburgringes. Hier soll der neue Elfer dem alten 13 Sekunden pro Runde abnehmen. Für Pistenprofis sind das Welten.

Hubraum ist geschrumpft

Gehörte es bei Porsche zum guten Ton, den Sechszylinder-Boxer im Heck im Hubraum stets etwas wachsen zu lassen, so beschritten die Ingenieure wegen der immer strenger werdenden Verbrauchsvorgaben dieses Mal den umgekehrten Weg – zumindest beim Basis-Carrera. Also: nicht mehr 3,6 Liter, sondern nur noch 3,4 Liter Hubraum. Sorgen über zu wenig Power müssen sich Elfer-Fans nicht machen. Dank vieler Detailoptimierungen im Motor leistet der kleinere Boxer mit 350 PS sogar noch fünf PS mehr als sein größerer Vorgänger. Auch im Carrera S ist die Leistung gestiegen, von 385 PS auf 400 PS. Verbunden mit mehr Durst ist dies allerdings nicht. Im Gegenteil, den Normverbrauch konnten die Ingenieure von 10,3 l/100 km auf 9,0 l/100km reduzieren, unter anderem auch wegen der erstmals eingesetzten Start-Stopp-Automatik. Mit dem Doppelkupplungsgetriebe PDK soll der Carrera gar auf 8,2 Liter kommen, ein Bestwert in der Elfer-Historie.

Das gilt auch beim Preis. 88 037 Euro sind mindestens fällig für den Einstieg in die Welt dieses noch immer einmaligen Sportwagens. 104 436 Euro kostet die S-Version. Und wie schon zuvor ist es ein Leichtes, seinen Carrera für viele weitere tausend Euro zu individualisieren. Die Extras hierzu füllen ein ganzes Buch.

Michael Specht, MID / MID
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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