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Porsche 911 Targa 4/4S: Kanonenschlag mit Ausguck

Unter dem typischen Glasdach gilt: Sehen und gesehen werden. Und zwar für einen Wimpernschlag! Dann hat der Bolide seine Pilotin an der staunenden Männerwelt vorbei katapultiert

Von Klaus Bellstedt, Lago di Garda

Targa - ein Wort, das Porsche-Fans vor Glück juchzen lässt. Und zwar sowohl weibliche, als auch männliche. Weiblich und Porsche? Häh? Passt das? Aber wie! Vor allem im Targa machte die High-Flyer-Biene schon immer eine schnieke Figur. Daran wird sich auch nichts ändern - schon gar nicht im neuesten Geschoss aus Stuttgart/Zuffenhausen. Die schönste Nachricht für die Damenwelt: Targa bleibt Targa. Das unveränderte Highlight des neuen 911 Targa 4 bzw. 4S ist das 1,54 Quadratmeter große Glasdach. Was für eine Prachtkuppel, was für eine Prachtaussicht, auf Männer, auf Bäume, oder einfach nur in den Himmel!

Wer's genau wissen will: Das Glasdach besteht aus zwei Segmenten. Dem vorderen Schiebedach und der Heckklappe. Komplett geöffnet, gleitet das Dach innerhalb von lächerlichen sieben Sekunden unter die Heckklappe und gibt - und jetzt Achtung - eine beachtliche Fläche von 0,45 Quardatmeter frei. Und was ist, wenn Frau Von und Zu es ein bissel intimer mag? Kein Problem, beim neuen Targa gehört zum Schiebedach serienmäßig ein neues, blickdichteres Rollo dazu. Und weiter geht’s liebe Ladys: Sie reisen mit Golfbag, Kindern oder gleich einem ganzen Koffer-Set aus dem Hause Louis Vitton? Bittschön! Die große, leicht zu öffende Heckklappe gibt einen 230 Liter großen Stauraum hinter den Vordersitzen frei!

Glasdach, Stauraum, Rollo - kommt der testosterongesteuerte männliche Chauffeur im neuen 911 Targa 4 denn gar nicht auf seine Kosten? Gemach, gemach. Und wie er das kommt, aber alles schön der Reihe nach. Bevor wir in die Abteilung Attacke wechseln, lassen Sie uns ganz kurz nur noch über Formen, Kurven und Design sprechen. Bei der Gestaltung der neuen Bugverkleidung wurde der Schwerpunkt eindeutig auf Angriff gelegt. Bullig, ja fast schon furchteinflößend kommt der 911er Targa von vorn daher. Von wegen dynamisch und souverän. Hier wurde geklotzt, wem's gefällt. Achtern macht die Protzerei viel mehr Spaß. Vor allem auch deshalb, weil das rote Heckleuchtenband, das beide Rückleuchten optisch verbindet, die um 44 Milimeter breitere, hintere Karosserie zusätzlich betont und ihr so ganz nebenbei eine noch kraftvollere Heckansicht verleiht.

Genug der Äußerlichkeiten, den Männern geht es doch in erster Linie um die inneren Werte. Also: Reinsetzen, Anschnallen, Losfahren, Adrenalin ausstoßen. Wie vom Katapult abgeschossen, versetzt der Porsche 911 Targa 4S den Piloten in einen Zustand des Rausches. Ob's an der neuen Antriebstechnik liegt? Der neue Targa kommt jedenfalls mit solch einer um die Ecke: Motoren mit Benzin-Direkteinspritzung heben die Leistung des Targa 4 auf 345 PS (245 kW) und die des 4S auf sagenhafte 385 PS (283 kW). An dieser Stelle muss jetzt natürlich die Frage nach der Höchstgeschwindigkeit beantwortet werden. Also, was macht das Pony? Es galoppiert in der Spitze 297 Stundenkilometer in der Spitze! Dass die Bolzerei natürlich seinen stolzen (Öl-)Preis hat, versteht sich von selbst. Beim großen 3,8 Liter Targa beträgt der Verbrauch auf 100 Kilometer 11,0 Liter. Zumindest aus dem Messstand.

Beschleunigungs-technisch macht der Targa 4S selbst dem härtesten Burschen Angst und Bange. Im Ruhezustand einmal kräftig aufs Gas gepettet und schon presst's einen in den Sportsitz. Das Zauberwort heißt: Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK). Sage und schreibe sieben Vorwärtsgänge stehen beim optional eingebauten PDK zur Wahl. Das Ultra-Getriebe verbindet die Vorteile eines Handschaltgetriebes mit denen einer Automatik - und übertrifft beide in Schnelligkeit und Wirtschaftlichkeit. So geht's denn auch beim Targa 4S in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das ist 0,2 Sekunden schneller als mit dem serienmäßigen Handschaltgetriebe. Im Rennsportbereich sind das Welten.

Apropos Rennsport: Gut, der ein oder andere Sportfreak mag einwenden, dass man für einen 911er keinen Allradantrieb braucht.

Schließlich bietet ein Hecktriebler auf der Rennstrecke mit Blick auf die Präzision bei Lenkmanövern und der Fahrdynamik Vorteile. Doch seien wir ehrlich: Wie häufig ist man mit seinem Porsche schon auf der Rennstrecke? Eher selten. Für alle anderen, die den neuen Targa unter Alltagsbedingungen bewegen, liegen die Vorteile auf der Hand. Vor allem dann, wenn der Untergrund nass ist: Die Kraft des 3,8 Liter-Triebwerks mit 385 PS lässt sich nun einmal besser über vier als über zwei Räder auf die Straße bringen. Und wenn man dabei dann noch vom Porsche Traction Management (PTM) unterstützt wird, kann sowieso nichts mehr schiefgehen. Das PTM sorgt für spürbar bessere Fahrstabilität und ein agileres Handling gepaart mit einer glänzenden Traktion.

Doppelkupplungsgetriebe, Traction Management, Antriebstechnik - schläft die Damenwelt etwa schon? Aufwachen, Ladys! Jetzt geht's noch mal ans Eingemachte. Irgendjemand muss den neuen 911 Targa ja auch bezahlen. Dann streiten Sie sich mal schön mit dem Herrn Gemahl, oder besser doch zusammenschmeißen? Der Targa 4 ist für 97.907,00 Euro zu haben, der Königs-Targa 4S kostet 108.855,00 Euro. Keine Frage: Zusammenlegen!

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