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Reportage: Maserati Wintertraining: Eisige Versuchung

Sylvia Stemmle lässt es ordentlich krachen. Die Reifen des 400 PS starken Maserati-Coupés wühlen den Schnee durch die Luft. Zwei Stunden zuvor hatte die Nachwuchs-Pilotin noch Angst, sich in den Boliden zu setzen.

Bei einem Wintertraining geschehen seltsame Dinde. "Wir haben seit drei Jahren einen Maserati Spyder zu Hause", erzählt die dunkelhaarige Sylvia Stemmle fast schon ängstlich. "Den fährt aber ausschließlich mein Mann. Ich bleibe lieber bei meiner A-Klasse. Mit der komme ich gerade mal auf 5.000 Kilometer im Jahr."

Fahren bei Eis und Schnee ist ohnehin nicht die Sache der Schwäbin. Sie ist froh, dass es in den vergangenen Jahren nur wenig davon gab und sie auf nervende Rutschpartien verzichten konnte. Ihr Ehemann bediente sich einer List, um Ehefrau, Schnee, Eis und 400 PS miteinander bekannt zu machen: "Mein Mann schenkte mir das Wintertraining in Sankt Moritz einfach zu Weihnachten", lacht Sylvia Stemmle hinter dem Lenkrad des neuen GranTourismo. "Ein fieses Geschenk - denn dazu konnte ich ja kaum nein sagen."

Doch nach den ersten Übungen ist die Anspannung aus dem Gesicht der Nachwuchs-Pilotin gewichen. Auch Sämi Treadwell, seit über drei Jahrzehnten Instruktor, ist nicht unzufrieden mit seiner Schülerin: "Die Technik macht heute vieles möglich", quäkt die Stimme des grauhaarigen Schweizers aus dem Sprechfunkgerät. "Da stehe ich mit meinem rechten Fuß voll auf dem Gas und trotz 400 PS bricht das Coupé selbst auf Schnee nicht aus."

Als Kürprogramm dreht Treadwell noch ein paar Runden im Schnee. Das elektronische Stabilitätsprogramm verschiebt die Grenzen der Fahrphysik – aber eben nicht ins Unendliche. Das sollen die Piloten lernen, die in den italienischen Nobelsportlern sitzen.

Vor dem grandiosen Bergpanorama von Sankt Moritz sind die unterschiedlich lackierten Boliden nur der zweischönsten Anblick. Auch Sylvia Stemmle zeigt sich hin und her gerissen zwischen dem Schneeparadies, dem duftenden Sitzleder und den Fahrübungen im dunklen Quattroporte.

Spaß statt Bammel

"Mein Mann war schon einmal bei einem Wintertraining hier in Moritz", erzählt sie. "Er meinte, dass ich das auch einmal erleben muss. Und ich kann es bestätigen - es macht Spaß."

Während der Ausweichübung bei Tempo 70 auf Eis und Schnee segeln nebenan die kleinen Privatjets herab. Das Trainingsgelände liegt direkt neben der Start- und Landebahn des örtlichen Flughafens. So bekommen auch die Piloten der Schönen und Reichen im Landeanflug diesmal mehr als Alpenpanorama und Sonnenschein geboten.

Gegen Mittag macht sich bei den 20 Teilnehmern mehr und mehr Entspannung breit. Auch bei Sylvia Stemmle. "So langsam bekommt man ein Gefühl für das Fahren aus Eis und Schnee. Und gerade der Slalomparcours hat mir richtig gut gefallen – auch das Bremsen. Ich habe an sich einen rechten Fuß wie ein Amboss", sagt sie. "Aber der Respekt bleibt - so viel Auslauf wie hier hat man auf der Straße natürlich nicht."

Nie zu viel riskieren ...

Derweil ermuntert Instruktor Sämi seine Truppe, auch nach dem Mittagessen konzentriert bei der Sache zu bleiben. Richtig sitzen, behutsam lenken - und nie zu viel riskieren.

Sylvia Stemmle sonnt sich zusammen mit ihrem Mann derweil noch ein paar Minuten in der Sonne. Die Stimmung ist entspannt und auch ihr Mann lacht vergnügt. Auf den hauseigenen Maserati Spyder angesprochen kommt von ihr ein zögerliches Nicken: "Ich werde es zu Hause unter Umständen mal versuchen."

Die Instruktoren sind zufrieden und der Ehemann sowieso – was will man mehr?

Ähnlich wie einige andere Hersteller bietet Maserati jeden Winter Fahrtrainings an. Besonders beliebt sind die Events in Sankt Moritz. Die Teilnahme an diesem Maserati-Winterevent kostet 1.398 Euro, Übernachtung und Verpflegung inklusive. Die meisten Teilnehmer hängen aber gleich noch ein paar Skitage dran.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM
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