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Skoda Superb 4x4: Souveränes Sparmodell

Einfach clever, das behauptet Skoda von seinen Modellen. Der Superb offeriert Fahr- und Raumgefühle der gehobenen Klassen zu Preisen, die man sonst auch für einen aufgehübschten Kompakten zahlen muss.

Will man dem großen Skoda Unrecht tun, dann spricht nur vom Preis. Dieser Wagen hat viele Qualitäten, aber sein Preis macht ihn zur Granate. Die Preisvorstellungen beginnen ungefähr bei 23.000 Euro und bei 40.000 hat man das Ende der Fahnenstange erreicht. Von den Rabatten, die auch Skoda einräumt, noch gar nicht zu reden. Für ein Geld, das man auch für einen ähnlich motorisierten Golf bezahlen muss, verwöhnt der Superb seinen Besitzer mit dem Charme der oberen Mittelklasse. Das gefahrene Modell mit Allrad, Topausstattung und 170 PS Diesel kommt etwas teurer, ist aber doch fast günstiger als ein vergleichbar ausgestatteter Audi A3.

Am Superb gibt es kaum etwas zu mäkeln, mit dem Allradantrieb schließt er die Lücke zu den Mitbewerbern in der Premiumliga. Den Diesel gibt es mit Schaltgetriebe und DSG. Der komfortbewusste Langstreckenfahrer kann Allrad im Superb auch mit einem Sechszylinder-Benziner und DSG-Getriebe genießen. Der verbaute Diesel und die exakte handschaltung stellen aber auch zufrieden, wenn man bereit ist unter der Haube auf den Hauch der Oberklasse zu verzichten. Der 2.0-Liter-TDI mit 140 PS ist allemal eine vernünftige Wahl. Der 2,1 Tonnen schwere Superb kommt gut voran, das Fahrwerk lädt ohnehin eher zum entspannten Reisen als zum sinnlosen Rasen an. Allein auf die vielbeschworene Magie einer flüsterleisen, mühelosen Kraftentfaltung muss man verzichten.

In Sachen Raumgestaltung und Verarbeitung zeigt der große Skoda unmissverständlich den Willen zu einem Low-Budget-Preis ganz oben mitzuspielen. Zuerst bringt er 4,84 Meter Länge auf die Fahrbahn und nutzt dieses Maß uneingeschränkt. Ein Radstand von 2,76 Metern sorgt für unendliche Weite in Fahrgastraum. Der Fahrer wird seinen Platz nicht bis zum Anschlag nach hinten schieben können, denn kaum jemand besitzt so lange Beine. Wirklich sensationell ist der Platz im Fond. Ein Platzangebot wie im Skoda findet man kaum in der Oberklasse. Auch wenn man nicht Leibesfülle und Größe besitzt, um den Raum im Superb wirklich auszufüllen, führt die unendliche Weite im Innenraum zu einem sehr souveränen und beruhigenden Fahrgefühl.

Außen hat der neue Superb einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. Dem Vorgänger blickte der aufgebohrte Passat noch aus jeder Blechfalte. Das aktuelle Modell gibt dagegen ein eigenständiges Statement ab. Am auffälligsten ist die langgezogene Dachlinie. Dem Trend Limousine ein coupéhaftes Äußeres zu verpassen, macht der Superb nicht mit. Er geht eher in Richtung "Staatslimousine" - daher auch der unglaubliche Innenraum.

Besonders stolz sind die Skoda-Techniker auf die geteilte Rückklappe namens "Twindoor". Die Kofferraumklappe lässt sich wie bei einer herkömmlichen Limousine aufklappen. Bei größerem Ladegut drückt man einfach eine Taste und dann klappt die gesamte Heckklappe plus Heckfenster mit nach oben. Sehr schön, aber benutzt wurde dieses Feature nicht. Der Skoda ist viel zu edel, um mit ihm den Baumarkt leer zu kaufen. Auch ohne Heckklappe gehen 560 Liter hinein. Wer regelmäßig viel Speergut transportiert sollte auf den Kombi warten, denn als Handwerkerauto wurde die Edellimousine mit Klappe nicht gemacht. Wer aber lieber in einer Limousine fährt und ab und an doch etwas Größeres einladen will, findet mit der schlauen Klappe eine Alternative zum Kombi. Ideen wie der obligatorische Regenschirmhalter können die die Schirmträger erfreuen, den meisten Fahrern wird der haletr egal sein. Da im Superb vor allem die Fondpassagiere von dem ausgezeichneten Raumangebot profitieren, macht der große Skoda vor allem dann Sinn, wenn die hinteren Plätze regelmäßig belegt sind. Daran merkt man, dass der Superb eben auch als großer Chauffeurswagen entwickelt wurde.

Liebhaber große Limousinen, sollte den Superb ins Auge fassen. Seine Mitbewerber heißen Opel Insignia, VW Passat und Ford Mondeo. In diesem Vergleichsfeld punktet der Superb mit Verarbeitung und Anmutung im Innenraum, seine schieren Größe und den scharf kalkulierten Preisen. Die koreanischen Straßenschiffe wie Hyundai Sonata, Hyundai Grandeur oder Kia Opirus sind ähnlich eingepreist, können den Vergleich mit dem Skoda in keiner Disziplin standhalten.

Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.