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Technik: Hybrid-Bike Pedelec: Esel auf Draht

Es ist das wohl kleinste Hybridfahrzeug der Welt: Das Pedelec fährt mit einer Mischung aus Elektroantrieb und Muskelkraft. Schon 2% aller verkauften Fahrräder sind Elektro-Bikes und dienen manchem als Auto-Ersatz. Wenn nur der Preis nicht wäre.

Der Halbstarke auf seinem knatternden Mofa staunt nicht schlecht, als unser Fahrrad beim Ampelspurt locker an ihm vorbeizieht. Doch was scheinbar an der guten Konstitution des Velo-Piloten liegt, darf sich in Wahrheit der 250 Watt starke Elektromotor des Tourenrades Flyer T-Serie auf die Fahnen schreiben. Bei jedem Tritt hilft der Motor kräftig mit und macht das schnelle Radeln selbst für Untrainierte spielend leicht.

Ein Sensor im Tretlager misst die Stärke und Geschwindigkeit, mit der sich die Kurbel dreht, und berechnet die passende Portion Elektro-Power zur Unterstützung. Ein rein elektrisches Fahren ist nicht möglich. Wie stark der Motor beim Treten helfen soll, kann man beim Flyer per Knopfdruck in drei Stufen einstellen. Die Gänge wechselt man mit einer 8-Gang-Nabenschaltung.

Am angenehmsten ist die Unterstützung natürlich, wenn es bergauf geht. Doch auch auf ebener Strecke macht der elektrische Extra-Kick des Pedelec - die Abkürzung steht für Pedal Electric Cycle - richtig Laune. Der Flyer verbraucht pro 100 Kilometer im Schnitt 1 kWh Strom. Das entspricht etwa der Energiemenge, die man für drei Minuten Duschen mit warmem Wasser benötigt.

Die Reichweite beträgt zwischen 30 und 80 Kilometern, je nachdem, wie sehr der Motor belastet wird und wie das Gelände beschaffen ist. Bei einer Radtour durchs Gebirge muss man natürlich früher den Akku wechseln. Oder einfach mit reiner Muskelkraft weiter fahren.

Verkaufszahlen steigen rapide

Der Akku ist zwischen Rahmen und Hinterrad angebracht und mit einem Schloss gesichert. Zum Aufladen nimmt man ihn heraus und setzt ihn in seine Ladestation. "Nach 3 bis 4 Stunden hat der Akku seine volle Kapazität erreicht. Das Aufladen während der Fahrt wäre zwar theoretisch möglich, aber die Pedalkraft eines radelnden Menschen reicht dazu nicht aus", sagt Gianni Mazzeo, Export-Leiter beim Schweizer Unternehmen Biketec AG. Seit fünf Jahren bieten die Schweizer ihre Elektro-Räder in Deutschland an.

Angefangen hat Biketec mit 400 Stück pro Jahr, mittlerweile ist die Zahl der deutschen Verkäufe auf 7000 Stück gewachsen. "Wir verzeichnen einen jährlichen Zuwachs um 100 bis 200 Prozent", sagt Mazzeo. "Eine wichtige Gruppe sind Senioren, die aktiv sein möchten. Das Image des Pedelecs hat in den letzten Jahren enorm zugelegt. Steigendes Umweltbewusstsein, der Wunsch nach Fitness und natürlich die hohen Spritpreise haben dabei geholfen", sagt der Schweizer.

67 Millionen Fahrräder gibt es nach Informationen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Deutschland. In jedem Jahr kommen mehr als 4,5 Millionen Drahtesel dazu. "Der Anteil der Elektro-Bikes an den verkauften Fahrrädern lag 2007 bei 2% und die Tendenz ist steigend", sagt ADFC-Sprecherin Bettina Cibulski: "Die Pedelecs sind nicht mehr so schwer und sperrig wie früher. Gerade für ältere Menschen und Leute mit längeren Wegen zur Arbeit ist das Pedelec nicht selten eine Alternative zum Auto."

Stuttgart will Elektro-Bikes

Die Stadt Stuttgart plant sogar ein öffentliches Mietsystem, um den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen. "Das kann in Stuttgart mit seinen 300 Höhenmetern Anstieg von der City in viele Stadtteile nur mit technischer Unterstützung gelingen. Die Räder sind ein guter Beitrag zu umweltfreundlicher Mobilität", sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster bei der Vorstellung der Idee. Das Konzept sieht vor, die Fahrräder - ähnlich wie bei Handyverträgen - gegen eine monatliche Gebühr von etwa zehn Euro zur Verfügung zu stellen. In einer Stuttgarter Seniorenwohnanlage wurde bereits ein Testlauf gestartet.

Doch das Pedelec hat auch Schattenseiten. Da wären etwa das mit rund 20 bis 30 Kilo relativ hohe Gewicht - und der Diebstahlschutz: Ein Fahrrad mit dem halben Neuwert eines Dacia Logan ruft natürlich schneller Langfinger auf den Plan als ein abgerittenes Holland-Rad.

Der Preis nämlich ist der größte Nachteil: Je nach Größe und Ausstattung kosten hochwertige Marken-Pedelecs zwischen 2000 und 4000 Euro. Einsteiger-Modelle sind für rund 1200 bis 1500 Euro zu haben – selbst dafür gibt es schon einen Gebrauchtwagen. Da abgesehen vom Stromverbrauch beim Aufladen und eventuellen Reparaturen keine Betriebskosten entstehen, macht sich der Preisaufschlag zum normalen Fahrrad trotzdem bezahlt, wenn man die tägliche Autofahrt zur Arbeit durch eine Pedelec-Tour ersetzt.

Neben normalen Tourenrädern sind bei Biketec sogar Klappräder oder Tandems als Pedelecs erhältlich. Und auch der Ruf nach mehr Leistung ist kein Phänomen, das auf den Automobilmarkt beschränkt ist: Während die meisten Pedelecs 25 km/h schaffen und damit zulassungsfrei bleiben, gibt es den Flyer auch in der S-Serie mit einer Zulassung bis 45 km/h, 28 Zoll-Rädern und hydraulischen Scheibenbremsen.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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