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Toyota i-Real: Fahrender Zahnarztsessel

Toyota baut nicht nur Autos. Am Rande der Tokyo Motor Show stellt der japanische Konzern einer Handvoll Journalisten ein mögliches Mobilitätskonzept der nächsten Jahrzehnte vor - den i-Real. Ein Fahrbericht.

Von Frank Janßen, Tokio

Das Ding lebt offenbar. Es ruckelt ganz leicht und senkt sich auf Knopfdruck vorn ein bisschen damit ich besser einsteigen kann. Oder soll ich sagen: aufsteigen?hinsetzen? Der i-Real von Toyota ist mit nichts zu vergleichen, was ich bisher gefahren habe. Der amerikanische Segway hat nur eine Achse und ist ohne Übung ziemlich kippelig. Manche mögen beim Anblick des rund 95 Kilogramm schweren i-Real auch an einen Elektro-Rollstuhl denken, an Mobilität für behinderte Menschen.

Doch der japanische Industriegigant denkt weiter; an eine Gesellschaft, die, wie die japanische oder die deutsche, immer älter wird. An die Fortbewegung in Einkaufszentren, Messen und Flughäfen vielleicht. Oder auf einer Gartenschau. Wer schon einmal die Ginza, die Einkaufsstraße in Tokyo, an einem autofreien Sonntag besucht hat, kann sich den i-Real ebenfalls ganz gut vorstellen. Dafür genügt auch die Reichweite von etwa 30 Kilometern, für die der Lithium-Ionen-Akku gut sein soll.

30 km/h im "Cruising Mode"

Der i-Real richtet sich ein paar Zentimeter auf. Ein Druck auf die Fahrtaste - man kennt die Stellung D wie Drive vom Automatikgetriebe - und der rollende Zahnarztsessel ist bereit. Dann die Handhebel nach vorn drücken und er setzt sich in Bewegung. Ganz langsam zuerst, denn Cieko und Tomoko, die beiden Toyota-Mitarbeiterinnen, die den i-Real vorführen, laufen vorne weg und passen auf, dass nichts passiert. Aber mehr als sechs km/h sind im aufrechten "Walking Mode" ohnehin nicht drin. Damit kann man sich unter Spaziergänger mischen. Zum Bremsen muss ich die Hebel ziehen. Dann stemmt sich der i-Real auch gegen die Fliehkraft und kommt vorne etwas hoch. Er stoppt übrigens rasch ab. Das weckt Vertrauen. Wendig ist das Ding auch. Wenn man die Hebel ganz zur Seite drückt, kann man auch auf der Stelle umdrehen.

Für höheres Tempo muss man in den "Cruising Mode" wechseln, der zur Überbrückung längerer Distanzen gedacht ist. Klick. Der i-Real streckt das hintere Fahrwerk, macht sich lang und duckt sich. Ein leichtes Surren ist zu hören: die Kopfstütze fährt automatisch aus. Jetzt soll der i-Real 30 km/h schaffen, theoretisch. Kurven umrundet er in dieser Fahrstufe mit einer sportlich anmutenden Schräglage. Cieko und Tomoko haben es vorgemacht. Das sah flott aus. Ich drücke die Hebel fest nach vorn.

Doch das sind höchstens 15 km/h. Sicherheitsvorkehrungen, denn der i-Real befindet sich noch im Prototypenstadium. Da darf nichts kaputtgehen.

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