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Toyota Previa: Raum-Wunder mit Dauergrinsen

Dass es Familien und Freizeit-Junkies verstärkt nach geräumigen Minivans dürstet, haben einige Autohersteller früher und andere später erkannt. Toyota hat mit dem Previa schon seit einiger Zeit ein heißes Eisen im Feuer.

Dass es Familien und Freizeit-Junkies verstärkt nach geräumigen Minivans dürstet, haben einige Autohersteller früher und andere später erkannt. Toyota hat mit dem Previa schon seit einiger Zeit ein heißes Eisen im Feuer. Ausführliche Previa-Fotoshow

Völlige NeugestaltungBilliger Plastik-Look

Der Weg in den Innenraum führt auf den vorderen Plätzen durch weit öffnende Türen. Im Weg steht dabei lediglich eine kleine Stufe, die man so aus allen Vans kennt. Wer seinen Previa ohne Edelholz-Applikationen geordert hat, findet auf den Vordersitzen eine bequeme Unterkunft mit mäßiger Aussicht. Das eigentlich nett designte Cockpit mit vielen Schlitzen und Ablage in Ellipsen-Form wirkt leider sehr billig. Nicht unschuldig daran ist der von Toyota verwendete helle Kunststoff. Der sieht nicht nur öde aus, sondern fühlt sich auch noch an wie ein Pfennig-Teil aus dem Kaugummi-Automat. Hinzu kommen an einigen Stellen im Cockpit noch diverse Ecken und Kanten, die von einer sehr kreativen Auslegung des Themas »Passgenauigkeit« zeugen. In Sachen Funktionalität lässt nur das Radio zu Wünschen übrig. Vor allem dann, wenn man das gute Stück mit Navigationssystem bestellt hat. Selbst langjährige Handbuch-Abstinenzler werden da gerne mal zum helfenden Heftchen greifen.

Agiler Diesel

Dank Diesel-Power macht der einem Hochgeschwindigkeitszug nachempfundene Previa auf der Piste eine überraschend gute Figur. Der D-4D-Common-Rail-Selbstzünder springt mit dem großen Japaner im Stadtbetrieb erstaunlich leicht um. Mit ausreichend Gas gefüttert, lassen sich über 1.700 Kilo Leergewicht locker durch den Stadtverkehr wuchten. Immer unterstützt von der leichtgängigen, aber etwas gefühllosen Servolenkung. Erst auf der Autobahn verlieren die 116 PS (85 kW) ihren Zauber. Geschwindigkeiten in der Nähe von 160 km/h quittiert der Previa mit ohrenbetäubendem Brummen und einer unangenehmen Seitenwind-Anfälligkeit. Mit dem wertvollen Treibstoff geht der Japaner dennoch erstaunlich verantwortungsvoll um. Selbst nach einer Vollgas-Orgie von Hamburg nach Stuttgart kamen wir lediglich auf einen durchschnittlichen Dieselverbrauch von 8,9 Liter auf 100 Kilometer.

Platz satt

Zum echten Superstar mutiert der ansonsten etwas farblose Japaner in Sachen Variabilität und Platzangebot. Platz für bis zu fünf Passagiere bietet ein Previa linea luna im Fond. Untergebracht sind die Mitfahrer dann auf bequemen Einzelsitzen. Als Segen entpuppte sich die in unserem Testwagen verfügbare Doppel-Klimaanlage.

Tauscht man Passagiere gegen Transportgut, ändert sich am positiven Eindruck des Previa kaum etwas. Hat man den Mechanismus erst einmal kapiert (nicht jeder liest gerne Handbücher), lassen sich die Sitze problemlos aus dem Heck wuchten. Sitzbereinigt ergibt sich so ein schier unglaubliches Stauvolumen von 3.250 Litern. Beladeprobleme sind dem Previa dabei fremd. Durch die beiden Schiebetüren und die große Heckklappe passen auch sperrigste Güter. Störend fällt dabei nur die etwas zu hohe Ladekante auf, die dem Japaner keinen durchgängig ebenen Laderaum beschert. Große Gepäckstücke können also nicht einfach in den Kofferraum geschoben werden.

Fazit

Wer gerne auf Prestige und neidvolle Blick verzichtet und einfach nur die Familie oder Freizeitgeräte transportieren will, kommt am Previa nicht vorbei. Neben dem günstigen Einstiegspreis von 30.210 Euro (linea terra, D-4D) macht ihn vor allem der agile Common-Rail-Diesel zum sparsamen Raum-Wunder.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.