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VW Passat Bluemotion: Sparen für Anfänger

Die sparsame Bluemotion-Reihe von VW hat mit dem Passat nun ihr zweites Familienmitglied. Zwar hat man die angepeilte 5-Liter-Marke verpasst - dennoch ist er mit wenig Aufwand ein echtes Sparbrötchen geworden.

Volkswagen hatte letztlich nicht den Mut gehabt, den Passat 1.9 TDI komplett durch die Bluemotion-Version zu ersetzen. Schade - denn der blaue Klaus kann nichts schlechter, spart einen halben Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern ein und kostet dabei gerade mal 500 Euro mehr. "Unter dem Strich sind es gerade mal 80 Euro Aufpreis, weil der Passat Bluemotion die Multifunktionsanzeige und eine Geschwindigkeitsregelanlage serienmäßig hat", rechnet VW-Sprecher Bernd Schröder vor: "Die kosten zusammen schon 420 Euro."

Kleiner Aufwand – große Wirkung: Motorisch wurde am neuen VW Passat Bluemotion nichts verändert. Das Triebwerk mit 1,9 Litern Hubraum leistet wie gehabt 77 kW/105 PS und 250 Nm maximales Drehmoment.

Klar: Wer auf Autobahn und Landstraße unterwegs ist, würde gerne unten herum etwas mehr Durchzug und Spurtvermögen haben. Doch der Öko-Wolfsburger will schließlich in erster Linie sparen und setzt auf niedrige Drehzahlen ohne Reue. So verspricht VW einen Durchschnittsverbrauch von nur 5,1 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Heißt: Mit einem Passat Bluemotion kann man mit einer Tankfüllung fast 1.400 Kilometer schaffen. Ein Wert, der sich für eine üppig dimensionierte Limousine mit 1,5 Tonnen Leergewicht und 4,77 Meter Länge sehen lassen kann.

Wen stört es da schon, dass der Spurt von 0 auf 100 km in wenig standesgemäßen 12,1 Sekunden vonstatten geht? Und eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h ist allemal eindrucksvoll. Auch der CO2-Ausstoß sucht mit 136 g/km in dieser Klasse seinesgleichen. Euro-4 und Partikelfilter sind selbstverständlich.

In der Realität wird ab dem ersten Kilometer gespart. Möglich gemacht wird das durch aerodynamischen Feinschliff wie einen verkleideten Unterboden und Reifen mit reduziertem Rollwiderstand. Unverzichtbar auch die Absenkung der Karosserie und eine veränderte Getriebeabstufung, an die sich der Fahrer erst gewöhnen muss. Auf die länger übersetzten Gänge drei, vier und besonders fünf muss man sich erst einmal einstellen. Eine Schaltpunktanzeige hilft beim frühen Hochschalten und erzieht zu mehr Sparsamkeit. Die meisten Fahrer würden sich die sechsstufige Handschaltung aus dem 140-PS-TDI wünschen - doch aus Kostengründen ist diese Verbesserung außen vor geblieben.

Das gilt auch für weiteren Öko-Hightech. Denn während Hersteller wie zuletzt BMW und Citroën bereits auf eine verbrauchsreduzierende Start-Stopp-Automatik und eine regeneratives Bremssystem setzen, blieben solche Errungenschaften beim Passat Bluemotion komplett außen vor.

Mit alledem hätte man nach Aussagen der VW-Verantwortlichen zwar den Durchschnittsverbrauch deutlich unter die Fünf-Liter-Marke senken können. Jedoch wäre das Projekt noch nicht zum jetzigen Zeitpunkt straßentauglich gewesen. Zudem hätten solche Systeme dem Preis um rund 300 bis 600 Euro weiter nach oben gedrückt. Und der Autofahrer spart bekanntlich gerne – aber nur zum Sparpreis. Teure Ökomobile wie der Audi A2 1.4 TDI oder ein VW Lupo 3L wurden bekanntlich zu legendären Ladenhütern.

Erwähnenswert, dass der Passat Bluemotion abgesehen von den kaum sichtbaren Maßnahmen und der anderen Getriebeabstufung ein ganz gewöhnlicher Passat mit dem bekannten Komfort und allen bestellbaren Extras ist. Gerade deshalb hätte man vielleicht doch überlegen sollen, den Standard-1.9-TDI aus dem Programm zu nehmen – zumindest um ein Zeichen zu setzen.

Die Preise für die VW Passat Limousine starten inklusiv Alufelgen, Klimaautomatik, ESP und sechs Airbags bei 26.300 Euro. Der beliebte Kombi namens Variant kostet mindestens 27.428 Euro.

Bleibt die Frage, ob auch der Kunde zum Blaumann "Ja" sagt. Bei dem im vergangenen Herbst vorgestellten Polo Bluemotion hält sich die Nachfrage mit knapp acht Prozent jedenfalls im Rahmen. Allen Öko-Schwüren der Verbraucher zum Trotz.

Pressinform / PRESSINFORM
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.