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VW XL1: Ein Liter ist mehr als genug

VW präsentiert einen Plug-in-Hybriden mit 0,9 Litern Durchschnittsverbrauch und 550 Kilometern Reichweite. Diesmal soll das Ultrasparmobil wirklich gebaut werden, aber nur in einer Kleinserie ab 2013.

Wenn sie wollen, können die Wolfsburger richtig gehässig sein. "Wir haben die Technik für die nächsten 125 Jahre Automobil", flimmert es bei der Präsentation des VW XL1 über die Großbildleinwand. Als Adressat dieser Spitze kann nur ein Konzern in Stuttgart gelten, wo man gerade 125 Jahre Automobil Revue passieren lässt. Stolz präsentieren VW-Chef Martin Winterkorn und Technologievorstand Ulrich Hackenberg in Doha im Emirat Katar die neuste Errungenschaft ihres Konzerns. "So ein Fahrzeug hat es in 125 Jahren Automobilgeschichte noch nicht gegeben", sagt Winterkorn in seiner Eröffnungsrede.

Der 3,9 Meter lange und nur 1,2 Meter hohe VW XL1 ist ein Plug-in-Hybrid mit Diesel- und Elektromotor. Das Auto hat eine kohlefaserverstärkte Karosserie und verbraucht im Schnitt keinen ganzen Liter Sprit: 0,9 Liter pro 100 Kilometer lautet der offizielle Durchschnittsdurst. Die Passagiere sitzen nun nicht mehr wie beim 2009 gezeigten VW L1 hintereinander, sondern nebeneinander. Es gibt sogar schicke Flügeltüren.

Akku erhöht das Gewicht

Es handelt sich um einen Prototypen. Neu ist die Plug-in-Fähigkeit: Der Lithium-Ionen-Akku wird nicht nur bei Schubphasen oder beim Bremsen, sondern auch über Nacht an einer normalen Steckdose geladen. Die ersten 35 Kilometer geht es bei voll aufgeladener Batterie rein elektrisch voran. Der TDI wird solange von der Antriebswelle abgekoppelt und ausgeschaltet. Die Norm zum Verbrauch von Hybriden ist nicht unumstritten. Denn der Stromverbrauch und die Umweltbelastung bei der Stromerzeugung werden nicht erfasst.

Die Hälfte des genormten Fahrzyklus wird allerdings mit entladener Batterie zurückgelegt, dann wird der Verbrauch des Verbrenners gemessen. In der Praxis bedeutet dies: Ein Stadt- und Vorstadtbewohner, der am Tag bloß wenige Kilometer fährt, braucht den Dieselmotor wahrscheinlich selten bis nie. Bei längeren Strecken steigt der Durchschnittsverbrauch des Hybridsystems etwas. Bei 10 Litern Tankinhalt gibt VW 550 Kilometer Reichweite an. Das entspräche einem Verbrauch von weniger als zwei Litern.

Konzept mit Antriebsmotor

Und die Serienfertigung? "In zwei Jahren, als Kleinserie", sagt Technik-Vorstand Ulrich Hackenberg. Ob das Hybridsystem vielleicht in anderen Modellen wie dem Polo eingesetzt wird? Kein Kommentar dazu bei VW, ebenso wenig zum Preis des Ultrasparmobils. Immerhin soll sich die Optik des Wagens bis zur Serienfertigung kaum noch ändern.

Die windschlüpfrige Karosserie mit den verkleideten Radhäusern ermöglicht einen beeindruckenden cw-Wert von 0,186. Mit 795 Kilogramm ist der XL1 trotz heutigem Leichtbau nicht viel leichter als ein Golf der ersten Generation, wofür zum Teil der Akkublock verantwortlich ist. Die Antriebseinheit besteht aus einem 20 KW starken Elektromotor und einem 800 Kubikzentimeter großen, 48 PS starken Zweizylinder-Diesel, der vom normalen 1.6 TDI abgeleitet ist. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe überträgt die Antriebskraft. Von 0 auf 100 Km/h beschleunigt der XL1 in 11,9 Sekunden, erst bei Tempo 160 ist Schluss. VW beschreitet hier einen ganz anderen Weg als Opel mit dem Ampera. Der VW-Motor treibt beim XL1 die Räder an, beim Ampera produziert der Motor nur zusätzlichen Strom für den Elektroantrieb.

Elektrostromer für Katar

Dass ausgerechnet im Erdöl- und Erdgasparadies Katar das Ein-Liter-Auto ins Rampenlicht fährt, ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Im Wüstenstaat dominieren noch dicke Luxusschlitten und Geländewagen das Straßenbild. Doch hinter der Fassade tut sich was. "Wir bringen mehr auf den Tisch als nur Geld", sagt Tidu Maini, Vorstandsvorsitzender des Qatar Science & Technology Park. Bis 2016 will man in Doha den 35 Hektar großen Bezirk Musheireb bauen, in dem traditionelle katarische Architektur zusammen mit moderner Technik besonders energieeffiziente Gebäude hervorbringen soll. Der Autoverkehr wird in Musheireb stark beschränkt, parken kann man fast nur unterirdisch und Elektrofahrzeuge übernehmen den Warentransport - so jedenfalls ist es geplant. In ein paar Jahren könnte es also selbst in Katar Bedarf geben für Öko-Mobile wie den XL1.

Sebastian Viehmann/press-inform / press-inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.