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Fiat: Last Exit Punto

Reserven gibt es bei Fiat schon lange nicht mehr, jetzt wurde die letzte Karte des Traditionskonzerns ausgespielt. Der neue Grande Punto zeigte sich in Turin. Er muss den Konzern wieder in die schwarzen Zahlen bringen.

"Wenn wir es jetzt nicht schaffen, dann schaffen wir es nie mehr", sagte Fiat-Präsident Luca di Montezemolo. Immerhin plant der Konzern, bereits im ersten Jahr 350.000 bis 400.000 neue Puntos zu verkaufen - und damit allein ein Viertel des gesamten Umsatzes der Autosparte von Fiat abzudecken.

Kann der Grande Punto Fiat noch retten?

Der Konzern

Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Unternehmen bis Ende des Jahres eine neue, wahrscheinlich internationale Partnerschaft für die Entwicklung der Autosparte eingehen will. Fiat hatte sich erst Anfang 2005 nach fünf Jahren von seinem US- Partner General Motors getrennt. "Es wird eine industrielle und keine finanzielle Allianz sein. Und es wird keine asiatische Partnerschaft sein", erklärte Fiat-Chef Sergio Marchionne vor Journalisten. Ohne Einzelheiten zu nennen, ließ der Manager durchblicken, dass es sich um einen "in gewissem Sinne europäischen Partner" handelt.

In dreijähriger Arbeit wurde der schnittige Kleinwagen von einem Experten- und Technikerteam rund um den Top-Autodesigner Giorgetto Giugiaro entworfen. "Das wichtigste bei einem Auto ist die Schönheit. Das ist wie bei einer Frau, sie muss Dir sofort ins Auge fallen. Und der neue Punto hat dieses Potenzial, er fasziniert sofort", sagte di Montezemolo der Zeitung "La Stampa".

Der neue Punto

Auf der IAA wird Fiat den neuen Hoffnungsträger dem deutschen Publikum zeigen. Groß ist er geworden - in der Länge misst er 4,03 Meter. Immerhin 19 Zentimeter mehr als beim Vorgänger. Optisch wurde der Wagen deutlich stämmiger und kräftiger. Dafür sorgt schon die aggressive Schnauze im Maserati-Look. Seitlich steigt die Fensterlinie deutlich an, kraftvolle Radläufe lassen den Punto "grande" auf der Straße stehen.

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Der neue Grande Punto wird als Drei- und Fünftürer, in vier Ausstattungsversionen, wahlweise mit sechs Motoren (darunter ein neuer 1.4-Liter-Benziner und ein leistungsstärkerer 1.3 Multijet-Diesel) sowie in vier Ausstattungsversionen angeboten. Er steht ab dem 15. Oktober 2005 bei den deutschen Händlern. Der Grande Punto wird zu Preisen ab rund 11.000 Euro in Deutschland angeboten. Trotz des neuen Modells wird alte Punto weiter produziert und deutlich günstiger vertrieben.

Fiat verspricht deutlich mehr Qualität, Robustheit und Sicherheit an Bord. In den letzten Jahren musste Fiat erhebliche Einbrüche bei den Marktanteilen hinnehmen, ausgerechnet im Stammland Italien waren die Verluste besonders hoch. Der neue Grande Punto soll nun die erfolgreiche Tradition von Fiat im Bau von Kompaktwagen fortsetzen. Bessere Qualität und ein attraktives Preis-/Wertverhältnis sollen Fiat in Europa wieder zurück an die Spitze des B-Segments bringen. Wenn der der Versuch scheitert, droht das Ende des Autobauers

Gernot Kramper mit DPA

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