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Mercedes 300 SL : Flügeltürer geklaut – Besitzer bietet 250.000 Euro für die Rückgabe

Thomas Rosier fuhr den absoluten Autotraum: einen Mercedes 300 SL mit Flügeltüren. Nun wurde er geklaut. Rosier will den Wagen unbedingt wieder haben, also macht er dem Dieb ein Angebot.

Mercedes 300 SL Oldtimer

 "SL" stand für "Super leicht". Das Auto war mit einem nur 50 Kilo schweren Gitterrohrahmen und einem Dreiliter-Reihensechszylinder direkt für die Rennstrecke konzipiert worden. 

Oldtimer-Händler Thomas Rosier (54) ist untröstlich, ihm wurde sein Mercedes 300 SL "California Outlaw" von 1955 gestohlen. Sein Fehler: Er hatte den Traumwagen auf einem normal gesicherten Hotelparkplatz abgestellt. In der "Bild"-Zeitung machte er folgendes Angebot: "Ich zahle dem Dieb 250.000 Euro für meinen Oldtimer." Hauptsache der Wagen kommt zurück. Rosier will keine Frage stellen, nur klaglos und bar berappen.

Tatsächlich ist das Coupé mit den legendären Flügeltüren mehr wert – der Wagen wird auf 1,7 Millionen Euro taxiert. Das Auto ist aber kaum zu verkaufen. Die Fahrgestell-Nummer hat Rosier veröffentlicht (198040 5500434). Bei einem Wagen dieser Preisklasse ist anzunehmen, dass auch alle Seriennummern der einzelnen Bauteile dokumentiert sind.

Für Autofans ist der Mercedes-Benz SL 300 mit Flügeltüren der Inbegriff für Schönheit auf vier Rädern. 1954 kam der Zweisitzer auf den Markt und war der Grundstein für eine ganze Sportwagen-Dynastie mit dem Stern. Allerdings waren nicht so schön wie das erste Modell. In den letzten Jahren hatte Mercedes keine glückliche Hand mit der Reihe.

Der schönste SL aller Zeiten

Umso heller strahlt die Vergangenheit. 1952 wollte Mercedes an die Tradition der Silberpfeile aus der Vorkriegszeit anknüpfen. Die einzigartigen Türen waren übrigens eine Notlösung. Der leichte Gitterrohrrahmen ließ keine normalen Türen zu. Später wurden sie zum Wahrzeichen des SL und trugen maßgeblich zu seinem Erfolg bei.

Der verschwundene Wagen steht für eine Familientradition. "Der Wagen ist von unschätzbar emotionalem Wert", sagte Rosier der "Bild". "Mein Vater hat ihn 1986 gekauft. Drei Jahre später hat er ihn veräußert, um vom Erlös eine Autohaus-Kette auszubauen. Vor zwei Jahren habe ich das Auto aus den USA zurückgeholt."

Nun fürchtet er, dass der edle Wagen ausgeschlachtet und in Einzelteilen verkauft werden könnte. Für die Rückgabe gibt es eine eigene Email-Adresse Diebstahl300SL@Classic-sterne.de.

In der "Bild" versicherte Rosier mehrfach: "Egal, wer das Auto bringt – ich zahle!“

Kra

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