Ford Mustang Hengst-Parade

Pferde sind ein teures Hobby. Sowohl in der Tierhaltung, als auch unter der Motorhaube. Die einen mampfen reichlich Hafer und kosten Zeit, die anderen fressen Sprit und geben sich auch nicht ohne Streicheleinheiten zufrieden.

Pferde sind ein teures Hobby. Sowohl in der Tierhaltung, als auch unter der Motorhaube. Die einen mampfen reichlich Hafer und kosten Zeit, die anderen fressen Sprit und geben sich auch nicht ohne Streicheleinheiten zufrieden. Kein Wunder, dass der Ford Mustang mit den pferdeverwöhnten Nachfolgern der amerikanischen Cowboys leichtes Spiel hatte.

Muscle-Car-Tradition

Lange Zeit sah es ganz danach aus, als hätten PS-Monster wie der Mustang keine Zukunft. Die Umstellung auf bleifreies Benzin und scharfe Abgas-Grenzwerte machten den "Muscle Cars" in den späten 70er-Jahren schwer zu schaffen. Übrig blieben mit der Corvette oder dem Mustang meist nur legendäre Namen, die entsprechenden Fahrzeuge hatten mit den Ur-Muscle-Cars wenig gemeinsam. Bekannt wurden Camaro, Mustang, Corvette und Co. vor allem durch die viel zu großen Motoren, die ihnen unter die Motorhauben verpflanzt wurden. Großvolumige Achtzylinder-Triebwerke, so genannte Big Blocks, mit denen man ohne große Umbauten an jedem Dragster-Rennen teilnehmen konnte. Als Ausgangsbasis dienten meist gewöhnliche Coupés von der Stange.

Auf alte Tugenden besinnen

Ford, ohnehin gerade fleißig dabei, sich auf alte Tugenden zu besinnen, beschwört inzwischen den Geist längst vergangener Muscle-Car-Tage. Ab 2005 soll der neue Mustang an die Erfolge der guten alten Zeit anknüpfen. Premiere feierte der PS-Protz auf der Detroit Motor Show.

"Pure amerikanische Kraft"

"Der neue Mustang ist pure amerikanische Kraft", frohlockt J. Mays, Fords zweitoberster Designer und meint damit nicht nur das Potential, das den heißen Hengst nach vorne galoppieren lässt. Die Optik stimmt wieder. Markant ist die Front mit dem großen Kühlergrill, dicken Nebelscheinwerfern und weit nach vorne geschobenen Stoßfänger. Über die dicken 18-Zöller spannen sich breit ausgestellte Radhäuser. Hinter der langen Motorhaube spannt das flache Coupé-Dach den Bogen zum weit nach oben gezogenen Heck, das in der GT-Version zusätzlich noch mit einem kleinen Spoiler verziert ist. Amerikanische Hausmannkost statt filigraner Sportlichkeit. Die Kundschaft will es so.

Zwei Motoren

Das gilt auch für den Bereich hinter dem chromblitzenden Pferdchen des Kühlergrills. Schon der Serien-Mustang hat einen dicken V6-Motor unter der Haube, der aus vier Litern Hubraum 202 PS auf die Hinterachse schaufelt. Geschaltet wird entweder per manueller Füngang-Schaltung oder Fünfstufen-Automatik. Noch mehr Muskeln verspricht der Achtzylinder, der es bei 4,6 Litern Hubraum auf satte 300 PS bringt. Das reicht, um so manchen Ampel-Bereich mit breiten schwarzen Streifen zu schmücken, nicht aber, um an die Dampfhammer-Werte der Vorgänger anzuknüpfen.

127 Farben

Den größten Sprung will Ford in Sachen Innenraumdesign gemacht haben. Mustang-Chefdesigner Larry Erickson verspricht ein "30.000 Dollar-Interieur in einem 20.000 Dollar-Auto". Das Ergebnis ist ein kantiger, moderner Innenraum, der sich mit viel Leder, Aluminium und einem schicken Dreispeichen-Lenkrad schmückt. Natürlich garniert mit dem galoppierenden Marken-Pferd. Einziger Ausreißer: im Retro-Look gestaltete Rundinstrumente, die so gar nicht zum modernen Mustang passen wollen. Dafür lassen sie sich per Knopfdruck mit 127 Farben beleuchten.

Jochen Knecht

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