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Freelander V6 Station Wagon: Preis der Freiheit

Land Rover. Klingt nach unendlichen Weiten. Aber hier zu Lande werden auch die Fahrzeuge der britischen Traditionsmarke meist auf Asphalt bewegt.

Land Rover. Klingt nach unendlichen Weiten. Aber hier zu Lande werden auch die Fahrzeuge der britischen Traditionsmarke meist auf Asphalt bewegt. Ja, so muss ein Land Rover aussehen. Unser Testwagen - ein Freelander V6 Station Wagon – glänzt in einem Grün, das so typisch ist für Fahrzeuge aus dem Vereinigten Königreich. Unter der Haube verrichtet ein 2,5-Liter-V6 mit 177 PS (130 kW) seinen Dienst. Einzelradaufhängung rundum und permanenter Allradantrieb sind das richtige Rüstzeug für Ausflüge ins Gelände. Innen empfängt der Lord mit grauem Leder und robusten Kunststoffverkleidungen. Dreckspuren lassen sich nach einem Ausflug in den Matsch leicht entfernen. Dass nicht alle Schalter da zu finden sind wo man sie intuitiv sucht, verbuchen wir unter britischer Schrulligkeit. Für alle, die nicht vom Schaltknüppel lassen wollen, bietet die serienmäßige 5-Gang-Automatik eine Steptronic-Funktion für den manuellen Gangwechsel. In der Praxis vollziehen sich die Schaltvorgänge allerdings nicht immer ganz ruckfrei. Zum Kickdown lässt sich das Getriebe nur nach einer kurzen Gedenksekunde überreden. In solchen Situationen beschwert sich auch der V6 lautstark. Hektik ist englischem Landadel fremd. In Schaltstufe eins lässt sich per Knopfdruck die Geschwindigkeit auf maximal 15 km/h (Hill-Descent-Control) begrenzen. Im Test bewährte sich die Taste bei steilem Gefälle im Gelände. Auf rutschigem Untergrund hilft die elektronische Traktionskontrolle dem Freelander in kritischen Situationen auf die Sprünge. Abseits befestigter Straßen zeigte die beim Modellwechsel an zahlreichen Punkten verstärkte Karosserie Nehmerqualitäten – die Insassen bleiben von Klappergeräuschen weitgehend verschont. Überraschend komfortabel schluckt das neu abgestimmte Fahrwerk auch derbe Schläge, ohne dass es auf Asphalt durch eine zu weiche Abstimmung zu unangenehmen Schlingerbewegungen kommt. Man ahnt es fast: 1,6 Tonnen Leergewicht, permanenter Allradantrieb in Kombination mit einem V6 und Automatik – da lauern böse Überraschungen im Tank. Schon das Datenblatt warnt vor 17,2 Liter Verbrauch in der Stadt. Zu Recht. Auch zügige Autobahnfahrt kostet Expresszuschlag: 15 Liter verbrennen, wenn der Freelander mit Tempo 170 komfortabel dahinrauscht. Verbrauchswerte um die 10 Liter lassen sich praktisch nur mit eingeschlafenem Gasfuß realisieren. Zum Basispreis von 56.750 Mark bietet der Land Rover Freelander V6 neben dem elektronisch geregelten Allradantrieb, dem Automatikgetriebe und den Airbags für Fahrer und Beifahrer nur noch elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Alarmanlage und ein Kassettenradio mit sechs Lautsprechern. Komplett ausgestattet mit Tempomat, Leder, Sitzheizung, Glasdach usw. kostet der Engländer fast 70.000 Mark. Wer den Freelander in dieser Version wirklich genießen möchte, sollte sich um Geld besser keine Gedanken machen müssen. Kein Fall also für verarmten Landadel. (hs)

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