Jaguar XF 10 Scharfe Krallen ohne Katze


Von den Errungenschaften des hauseigenen Formel-1-Teams bekommen Jaguar-Kunden nur wenig mit. Die sportlich-eleganten Limousinen sind so gar nicht mit dem aktuellen Formel-1-Boliden von Jaguar verwandt.

Von den Errungenschaften des hauseigenen Formel-1-Teams bekommen Jaguar-Kunden nur wenig mit. Die sportlich-eleganten Limousinen sind so gar nicht mit dem aktuellen Formel-1-Boliden von Jaguar verwandt. Ein Supersportwagen würde perfekt in die Lücke zwischen den beiden Welten passen.

Tradition muss sein

Ähnlich scheint man das auch bei Jaguar zu sehen, obwohl sich der neue XJ optisch kaum von seinem Vorgänger unterscheidet. Jaguar hält's mit der Tradition. Da ist für ausgeflippte Nischenmodelle kaum Platz. Mit den ersten Entwürfen für einen zukünftigen Super-Jaguar wurden deshalb auch nicht eigenen Designer, sondern externe Pinselschwinger beauftragt. Fuore Design aus Barcelona nahm sich des Themas XF 10 an.

Design: bekannt

Herausgekommen ist dabei ein feuriges Coupé mit markanter Nase, großen Scheinwerfern, hoher Seitenlinie und einem schicken Heck. Eine gelungene Mischung, auch wenn man sich etwas mehr Mut zur eigenständigen Linie gewünscht hätte. Entweder hatten die Fuore Designer nicht die Zeit für oder die Lust auf einen innovativen Jaguar. Denn, was da auf der "Barcelona Motorshow" ins Rampenlicht rollte, gab es vor ein paar Monaten schon auf dem Genfer Autosalon zu sehen. Damals klebte noch ein Subaru-Logo auf dem optisch kaum veränderten Fahrzeug. Überraschung! Subarus "B11S" getaufter Blick in die Zukunft entstand ebenfalls unter der Federführung von Fuore Design.

Die Daten stimmen

Dabei gäbe es durchaus Traditionen, die man bei der Entwicklung eines Über-Jaguar hätte zitieren können. Wie's geht, zeigt die Namensgebung. Das "X" steht für die legendären Zweisitzer-Raubkatzen der 50er Jahre, das "F" für Formel 1 und die "10" bezeichnet die Zylinderzahl des Motors.

Der vom Formel-1-Triebwerk abgeleitete Zehnzylinder bringt es auf eine Leistung von 640 PS, was in Kombination mit der geringen Fahrzeughöhe von 1,21 Meter eine Höchstgeschwindigkeit von 340 Sachen ermöglichen würde. Vom 0-100 Sprint in 3,8 Sekunden ganz zu schweigen.

Noch ist man bei Jaguar von der Entscheidung über die Zukunft eines Super-Sportwagens ganz weit entfernt. Zeit, die man dazu nutzen sollte, den heißen Krallen das passende Kätzchen zur Seite zu stellen.

Jochen Knecht

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