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Laraki Fulgura: Aufgeblitzt

Nach Marokko fährt man, um in der Sonne zu liegen und auf Kamelen durch die Wüste zu reiten. So weit das Vorurteil. PS-Fans wissen allerdings längst, dass sich die Nordafrikaner auch auf den Bau von Supersportwagen verstehen.

Nach Marokko fährt man, um in der Sonne zu liegen, auf Kamelen durch die Wüste zu reiten oder sich mit Couscous vollzustopfen. So weit das Vorurteil. PS-Fans wissen allerdings längst, dass sich die Nordafrikaner auch auf den Bau von Supersportwagen verstehen.

Technische Daten

Motoren

V8 / V12 Biturbo

Hubraum

5.439 / 6.230 ccm

Leistung

570 PS / 660 PS

Länge/Breite/Höhe

4.617/2.050/1.170 Millimeter

0-100 km/h

3,7 Sekunden / 3,4 Sekunden

Höchstgeschw.

330 km/h / 350 km/h

Leergewicht

1.160 Kilo / 1.210 Kilo

Beruf und Berufung

Abdeslam Laraki ist nicht nur ein erfolgreicher Designer, sondern auch ein hoffnungsloser Autonarr. Kein Wunder, dass der Marokkaner aus Hobby, Beruf und Berufung ein Geschäftsmodell schnitzte und auf dem Genfer Autosalon 2002 einen schicken Sportwagen präsentierte. Als Basis für den "Fulgura Concept" diente damals ein Lamborghini Diabolo aus dem Jahr 1991. Keine ganz aktuelle Ausgangsbasis, aber immerhin mit einem feurigen Zwölfzylinder bestückt.

Design-Mix

Inzwischen hat sich der Konzept-Blitz (Fulgura leitet sich vom lateinischen fulgur, Blitz, ab) zum Serienmodell gemausert. Die Unterschiede zum 2002er-Modell sind optisch allerdings mehr als dezent ausgefallen. Abdeslam Laraki verquirrlt mit größter Begeisterung die Proportionen von klassischen Supersportwagen aus italienischer Produktion. Heraus kommt dabei ein ebenso flacher wie beeindruckender Flitzer, der trotz seiner Lamborghini-Gene verdächtig an einen Ferrari erinnert.

350 Sachen Spitze

Kunden, die für ihr Geld PS statt Prestige haben wollen, dürfte das Fehlen eines eigenständigen Designs herzlich egal sein. Was zählt, sind die Leistungen auf der Straße. Und die können sich sehen lassen. So hat man im Hause Laraki die Wahl zwischen einem 570 PS starken Achtzylinder und einem V12-Biturbo-Triebwerk mit 66 Pferdchen unter der Haube. Letzteres soll den marokkanischen Blitz auf 350 Sachen treiben. Für den Achtzylinder gibt Laraki eine Höchstgeschwindigkeit von 330 Stundenkilometern an. Beide Triebwerke schaffen den Sprint von 0 auf 100 Sachen in weniger als vier Sekunden.

An den seligen Lamborghini Diabolo erinnert indes nichts mehr. Die Karosserie ist erfreulich spoilerfrei, die Triebwerke frisch geliftet und der Innenraum mit Lederarbeiten ausgeschlagen, die so manchem europäischen PS-Monster gut zu Gesicht stehen würden. Und so wäre es nicht verwunderlich, wenn einige marokkanische Kameltreiber vom genügsamen Wüstenschiff auf einen schnittigen Laraki umsteigen würden. Touristen, die für den Ritt auf dem Blitz Geld ausgeben, ließen sich garantiert finden.

Jochen Knecht

Wissenscommunity