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Mitsuoka Orochi: Scharfe Schlange

Mitsuoka - was in europäischen Ohren so klingt wie Gericht Nummer 14 auf der Karte beim Asiaten um die Ecke, steht in Japan für exklusive Autos.

Mitsuoka - was in europäischen Ohren so klingt wie Gericht Nummer 14 auf der Karte beim Asiaten um die Ecke, steht in Japan für exklusive Autos. Die Firma Mitsuoka verdient ihr Geld mit der Veredelung biederer Großserien-Fahrzeuge und präsentiert auf der Tokio Motor Show die jüngste Vision eines eigenen Sportwagens.

Mutiger Stilmix

"Orochi" heißt die schwarze Flunder, die bei Mitsuoka Motors einen Großteil des Messe-Standes einnimmt. "Orochi" bedeutet Schlange und der Name ist Programm. Wild winden sich Kanten, Bögen und Schwünge vom tief nach unten gezogenen Kühler bis nach hinten zum niedrigen Heck. Dazwischen liegen 4.587 Millimeter Stilmix aus Ferrari Enzo, Mercedes SLR, Jaguar X-Type, Smart Roadster und Aufsitz-Rasenmäher. Ein Look zum Fürchten.

Im Vergleich zu ihren feurigen Design-Spendern ist die flache Schlange (1.167 Millimeter Höhe) allerdings eine Blindschleiche. Im Heck der "Orochi" ist ein kompakter Sechszylinder mit 3,3 Litern Hubraum untergebracht. Kein Vergleich zu den gewaltigen Kraftwerken, die unter den Motorhauben eines Ferrari Enzo oder Mercedes SLR schlummern. Das Schalten übernimmt eine Fünfgang-Automatik, die die Motorleistung auf die Hinterräder überträgt.

Edler Flachmann

Ein ähnliches Bild im Innenraum. Mit edelstem Leder bezogen, kommen einem die Hebel, Schalter und Instrumente irgendwie vertraut vor. Vor allem Ferrari- und Porsche-Fahrer würden sich in einem "Orochi" auf Anhieb wohl fühlen. Nähere Erkundungen sind zunächst überflüssig. Obwohl die Mitsuoka-Ingenieure den "Orochi" im Vergleich zum ersten Entwurf aus dem Jahr 2001 weiterentwickelt haben, wird es der Flitzer kaum in den Handel schaffen. 13.000 Autos hat die Firma in 12 Jahren gebaut. Kapazitäten für einen selbst entwickelten Sportwagen bleiben da kaum.

Jochen Knecht
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