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Prototyp zu verkaufen 1972er Maserati Boomerang wechselt den Besitzer


Ein Prototyp im Privatbesitz ist selten. Oft handelt es sich dabei um reine Designobjekte, die nicht fahrbereit sind. Bei diesem Maserati ist das anders. Er ist ein Einzelstück und technisch genauso ein Leckerbissen wie optisch. 

Der Maserati Boomerang wurde 1971 auf dem Turiner Autosalon als Designstudie vorgestellt. Das einzige fahrbereite Exemplar von 1972 kommt jetzt beim Auktionshaus Bonhams unter den Hammer.

Maserati Designer Giorgio Giugiaro hat im letzten Jahrhundert die Autolandschaft geprägt. Vom Bestseller VW Golf I bis zum Außenseiter DeLorean DMC-12 (dem Wagen aus "Zurück in die Zukunft") stammen die unterschiedlichsten Autos aus seiner Feder. Das Design ist dabei fast immer sehr kantig.

Es scheint, als durfte sich Giugiaro beim Boomerang ordentlich austoben: Extreme Keilform, ultraflache Bauweise, viele Glasflächen und die großen Flügeltüren -  der Boomerang sieht aus wie eine Luxusversion vom DeLorean. Das gleiche gilt für die Technik, der DeLorean wurde für eine breite Masse konzipiert (die er nie erreicht hat) und wird von einem mit 132 PS viel zu schwachen V6 angetrieben. Unter der Haube des Boomerang werkelt hingegen standesgemäße Maserati-Technik. Ein 4,7 Liter V8 mit 310 PS sollte für eine Höchstgeschwindigkeit von circa 300 km/h reichen. Da es sich um die Technik vom Maserati Bora handelt, sind die Fahrleistungen des Bora ein Anhaltspunkt für die Leistungsfähigkeit des Prototypen. Die ultraflache Karosserie lässt vermuten, dass die Höchstgeschwindigkeit höher ausfällt, als beim "schnöden" Serienmaserati.

Die größte Besonderheit des Designs findet sich im Cockpit – alle Armaturen sind in der Mitte des Lenkrades positioniert. Das Lenkrad scheint drum herum zu schweben. Ein bisschen wie im Raumschiff.

Das Einzelstück hat in den letzten Jahren mehrfach den Besitzer gewechselt, wurde aber laut Auktionator immer liebevoll gepflegt und restauriert. Angaben zur Laufleistung gibt es nicht, das futuristische Cockpit verfügt über eine Armada an Instrumenten – ein Kilometerzähler gehört nicht dazu.

Mindestens drei Millionen Euro werden als Kaufpreis vermutet. Dafür bekommt der Käufer ein Kunstwerk, das 44 Jahre nach seiner Vorstellung immer noch futuristisch anmutet.  


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