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60 Jahre Alfa Romeo Giulietta: Italienische Träume

Die Alfa Romeo Giulietta feiert dieses Jahr ihren 60. Geburtstag und erinnert an die glorreichen Zeiten der italienischen Sportwagenmarke mit dem Scudetto-Kühlergrill.

Die Entstehung der Giulietta hatte etwas von einer italienischen Oper. Das Unerwartete ist die Regel, nicht die Ausnahme. Zwei Jahre nach dem Ausstieg aus der Formel 1 wollte die stolze italienische Sportwagen-Schmiede neue Wege beschreiten. Die Idee war zukunftsweisend: Lange bevor in Wolfsburg über einen Golf nachgedacht wurde, sollte eine kompakte Alfa-Romeo-Limousine für den schmalen Geldbeutel mit vier Türen und fünf Sitzplätzen für das Überleben des Autobauers sorgen. Doch ohne Drama geht südlich der Alpen in der Regel nichts. Die Entwicklungszeit der Limousine verzögerter sich, also improvisierte man. Das Resultat verschafft Fans formschöner Sportwagen heute noch feuchte Augen der Freude und sorgt für Herzklopfen.

Statt des Viertürers feierte die Alfa Romeo Giulietta Sprint 1954 auf dem Turiner Autosalon ihre Premiere. Das beim Karosseriespezialisten Bertone gebaute Coupé begeisterte mit eleganten Linien. Die Technik des 1,3-Liter-Triebwerks war ihrer Zeit voraus und zeigte den Einfluss der Formel-1-Ingenieure. Der Motor bestand aus Aluminium, hatte zwei obenliegende Nockenwellen, zwei Vergaser und hemisphärische Brennräume. So etwas kannte man bis dato nur vom Rennsport: 65 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von damals atemberaubenden 165 km/h katapultierten den Sprint-Besitzer in die erste Autofahrer-Liga. Der Italo-Beau wog nur 880 Kilogramm also ging es auch flott um die Ecken.

Der Erfolg des kleinen Alfas überraschte sogar die Verantwortlichen: Statt wie geplant 1.000 Vorbestellungen platzen die Auftragsbücher mit 3.000 Kaufabsichten aus allen Nähten. Im folgenden Jahr erblickten zunächst das von Pininfarina kreierte leichtfüßige Cabrio namens "Spider" und dann die Berlina-Limousine (mit 53 PS) das Licht der automobilen Welt. Weitere Modelle folgten: Wie zum Beispiel die Giulietta Sprint Veloce (1.Serie) mit 79 PS. Später kitzelten die Alfa-Ingenieure bis zu 100 PS aus dem 1.290-Kubikzentimeter-Triebwerk.

Sogar einen Kombi namens Alfa Romeo Giulietta Promiscua Colli gab es. Den aber nur in homöopathischen Stückzahlen. Mit dem Jahr 1962 nahte das Ende der erfolgreichen ersten Giulietta-Ägide. Es sollte 15 Jahre dauern, bis die Giulietta ihr Comeback feierte. Als die lang ersehnte Limousine 1977 wieder auftauchte, waren die Alfa-Traditionalisten enttäuscht. Statt aufregend geschwungener Formen zierten jetzt Ecken und Kanten das Blechkleid der Giulietta. So rostanfällig die Karosserie des Italo-Keils war, so up-to-Date war nach wie vor die Technik mit Alu-Motoren, obenliegenden Nockenwellen und der Transaxle-Bauweise. Also dem Motor vorne und das Getriebe hinten.

Wie schon bei der ersten Giulietta gab es auch bei der zweiten Auflage eine von Motorenvarianten. Ausgehend von der 1,3-Liter-Basisversion mit 95 PS über den 1,6-Liter mit 109 PS bis hin Giulietta 2,0 mit 130 PS. Im Jahr 1983 gab es die Giulietta als 2,0-l-Turbodiesel mit 82 PS. Am Ende der Laufzeit dachte man bei Alfa Romeo auch über den Einsatz der Limousine im Motorsport nach und trug diesen Planspielen mit der Alfa Romeo Giulietta 2,0 Turbodelta Rechnung. Doch der Alfa 75, der auf der gleichen Technik, wie die Giulietta basierte, stand schon vor der Tür. Deswegen schaffte es Donner-Keil nicht auf die Rennsport-Bühne. Die 361 gebauten Exemplare des Turbodelta sind heute gefragter denn je. Auch die ehemals verpönte Karosserie mit der ansteigenden Seitenlinie und dem niedrigen cW-Wert sollte sich als wegweisend zeigen. Heute ist auch die zweite Giulietta ein gefragter Klassiker. Allerdings ist es schwer, noch gut erhaltene Exemplare zu finden, da der Zahn der Zeit in Form von Rost an den Autos nagt.

Im Jahr 1985 war es auch mit dem Typ 116, so lautete der interne Code für die zweite Giulietta-Modellreihe, vorbei. Es dauerte ganze 25 Jahre, bis der Mythos Giulietta mit dem Typ 940 wiedererweckt wurde. Die aktuelle Version nimmt die Formensprache des Urahns wieder auf und setzt auf etwas rundlichere Formen. Der 1.8 TBi 16V schließt mit 240 PS, Direkteinspritzung und zwei obenliegenden Nockenwellen an die große Historie an, die vor 60 Jahren mit der ersten Giulietta begann, an.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.