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Audi SQ5 3.0 TFSI: Plaste und Elaste

Audi schärft beim neuen Q5 nach: Die sportliche Sperrspitze namens SQ 5 3.0 TFSI greift mit 354 PS den Porsche Macan S an. Der Audi macht vieles ziemlich richtig, der Motor ist gut, doch zur Wachablösung fehlt dem Ingolstädter das gewisse Etwas.

Ab 64.900 Euro ist der Audi SQ5 3.0 TFSI zu haben

Ab 64.900 Euro ist der Audi SQ5 3.0 TFSI zu haben

Manchmal enthüllt der gute alte Klopftest Interessantes. Die silbernen Verkleidungen der Außenspiegel. Aluminium? Nein. "Aluminiumoptik" steht in der Preisliste. Also Plastik. Ok, Auch beim Top-Sportler des Audi Q5 regiert der Rotstift. Weiter geht es um den Wagen herum. Wo hinten bei einem Audi S-Modell vier Auspuffrohre herrisch die PS-Potenz demonstrieren sollten, befinden sich Plastikklappen, umrahmt von einer chromglitzernden Spange, um den Anschein der Endschalldämpfer zu wahren. Das Material? Klopf, klopf, klopf - Sie kennen die Antwort. Um die echten Auspuffrohre zu entdecken, muss man auf die Knie gehen, die befinden sich etwas weiter vorne im Unterboden.

Plaste und Elaste
Ab 64.900 Euro ist der Audi SQ5 3.0 TFSI zu haben

Ab 64.900 Euro ist der Audi SQ5 3.0 TFSI zu haben

Der Motor inklusive Antriebstrang ist schon aus Audi S5 und S4 bekannt. Das Kraftpaket hat 264 kW / 354 PS, ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern, das bereits bei 1.370 U/min parat steht, und daher mit dem 1.9 Tonnen schweren SUV keinerlei Probleme. Nach nur 5,4 Sekunden katapultiert das Dreiliter-Triebwerk das Fahrzeug auf Landstraßentempo und lässt es weiter rennen, bis die Elektronik bei 250 km/h das Stoppschild schwingt. Der Norm-Durchschnittsverbrauch ist mit 8,5 l/100 km in Ordnung. Was aber diese Zahlen nur unzureichend wiedergeben, ist die Elastizität, mit der das Aggregat agiert, unterstützt von den geschmeidigen Gangwechseln der Achtgang-Automatik. Selbst bei Tempo 200 km/h legt der Audi SQ 5 schnell noch ein paar Holzscheite in das Beschleunigungsfeuer.

Längsdynamisch spielt der SQ 5 also ganz oben mit. Wenn es um die Kurven geht, macht der Ingolstädter Kraftbolzen ebenfalls eine gute Figur: Das liegt vor allem an dem hecklastig ausgelegten Allradantrieb mit dem selbstsperrenden Mitteldifferenzial, das die Antriebskräfte zwischen den Achsen hin- und herschiebt und dem optionalen Sportdifferenzial an der Hinterachse, das die Kräfte je nach Bedarf auf das jeweilige Rad verteilt. Zusammen mit der ebenfalls aufpreispflichtigen Luftfederung lässt sich der SQ 5 bei scharfen Richtungswechseln kaum aus der Ruhe bringen, bleibt selbst in schnell genommen Ecken gutmütig und stellt den Fahrer vor keine ernsten Probleme. Es dauert lange, bis die Physik, die Haftungsgrenze der Pneus und das Gewicht das Fahrwerk mit den beiden Fünflenkerachsen aushebelt und das Audi-SUV über alle vier Räder nach außen drängt.

Die präzise Lenkung hilft dabei, den SQ 5 um die Ecken zu dirigieren. Aber selbst im "dynamic"-Fahrmodus fehlt die sportliche Straffheit und auch der Bericht über den Traktions- beziehungsweise Straßenzustand könnte eindeutiger ausfallen. Die Leichtgängigkeit des Volants passt zum Gesamtcharakter des Ingolstädters, der nicht mit aller Gewalt das absolute Sport-As geben will, obwohl die Karosserie des SQ 5 um 30 Millimeter tiefer über den Asphalt fliegt, als der Standard-Q5. Da hilft auch der künstlich anmutende etwas aufgeplusterte Motorensound inklusive obligatorischen Zwischengasbellen beim Herunterschalten nicht viel. Immerhin: Mit der Luftfederung ist der Audi sogar im sportlichsten Fahrmodus noch komfortabel. Schließlich sollen auch die US-Amerikaner fleißig den Audi SQ5 3.0 TFSI kaufen. In Europa sind ab Anfang Herbst 64.900 Euro fällig, das sind rund 3.000 Euro weniger als beim Porsche Macan S und gut 10.000 Euro weniger als beim Macan GTS.

Neben dem "dynamic"-Modus sorgen noch fünf weitere Einstellungen für Fahrfreude - darunter "allroad", "efficiency" und "individual". Auch bei der Konnektivität schließen die Ingolstädter die Lücke zu BMW zunehmend: Der Top-Q5 ist auch mit sämtlichen Assistenzsystemen erhältlich, die das Audi-Technikregal hergibt. Darunter auch der "prädiktive Effizienzassistent", der den adaptiven Tempomaten mit den Daten des Navigationssystems und andere Sensoren wie der Kamera verknüpft. Das führt zu einem entspannten Vorankommen, da das System zum Beispiel schon in weiser Voraussicht die Geschwindigkeit reduziert, wenn ein Tempolimit ansteht.

Im Innenraum gibt sich Audi ohnehin selten eine Blöße, was die Verarbeitung angeht. Dazu kommen bequeme Sportsitze, genug Platz in der zweiten Reihe und eine tiefe Ladekante die den Zugang zum Gepäckabteil erleichtert. Alles schön, klasse und praktisch, aber bei der Sportlichkeit reicht es eben nicht ganz zum Gipfelsturm. Da fehlt dem Audi SQ 5, das, was die Amerikaner so gerne lautmalerisch beim Sport als "umpfh" umschreiben, eben jenes kleine Extra, das aus einem sehr guten Athleten einen besonderen macht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Audi SQ5 3.0 TFSI ein rundherum gelungenes Auto ist, mit dem man sehr schnell unterwegs sein kann.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.