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Belgien Europas übelster Verkehrssünder erhält beispiellose Strafe - doch er fährt und fährt und fährt

Polizei in Belgien sucht den wohl schlimmsten Verkehrssünder Europas
Die Polizei in Belgien sucht Benjamin D., den wohl schlimmsten Verkehrssünder Europas (Symbolbild).
© Laurie Dieffembacq/AFP
So drastisch wie der Belgier Benjamin D. ist wohl noch kein Verkehrssünder in Europa bestraft worden. Allerdings hat er sich das mit satten 41 Vergehen redlich verdient. Nun fahndet die Polizei nach dem Mann.

Richter Peter D'Hondt hatte die Nase gestrichen voll. Zum x-ten Mal musste der belgische Jurist kürzlich über Benjamin D. richten. Der 41-jährige Betreiber einer Autowerkstatt in der Ortschaft Sint-Niklaas, etwa 25 Kilometer westlich von Antwerpen gelegen, ist der belgischen Polizei und Gerichtsbarkeit alles andere als unbekannt. Im Gegenteil: D. dürfte Europas schlimmster Verkehrssünder sein. Schon im März vergangenen Jahres wurde er zum 39. Mal wegen eines schweren Verkehrsvergehens verurteilt - und mit einem lebenslangen Fahrverbot belegt. Doch das hinderte den Mann nicht, weiter munter über Belgiens Straßen zu fahren, und zwar offenbar stets alkoholisiert. Nach drei weiteren Trunkenheitsfahrten riss Richter D'Hondt nun die Hutschnur. Wie die Zeitung "Het laatste Nieuws" berichtet, verdonnerte er Benjamin D. zu nicht weniger als 50 zusätzlichen Jahren Fahrverbot, 60.400 Euro Geldbuße und siebeneinhalb Jahren Gefängnis.

D. hatte eine drakonische Strafe erwartet, und war daher gar nicht erst vor Gericht erschienen. Völlig zu recht, wie sich gezeigt hat, denn er wäre sicherlich vom Fleck weg verhaftet und ins Gefängnis verfrachtet worden. Es waren die Verkehrsvergehen Nummer 40, 41 und 42 des Unbelehrbaren, die den Richter auf die Palme gebracht hatten.

Polizei in Belgien hat keine Spur zu D.

Laut Staatsanwaltschaft war D. zwischen dem 15. Juni und 9. Juli 2017 - obwohl schon mit lebenslangem Fahrverbot belegt - bei drei Trunkenheitsfahrten erwischt worden. Einmal hatte er mit 1,7 Promille im Blut das Auto eines Kunden zu Schrott gefahren - und dabei gleich einige weitere Pkw demoliert. Zwei Wochen später floh er offenbar erfolgreich vor einer Verkehrskontrolle und verletzte dabei so ziemlich jede Verkehrsregel, wie es in der Anklageschrift heißt. Unterwegs war Benjamin D. dabei in einem nicht zugelassenen BMW, mit 2,2 Promille im Blut und seiner kleinen Tochter auf dem Rücksitz. Eineinhalb Wochen später beging er schließlich Unfallflucht nach einem Crash mit Blechschaden. Auch in diesem Fall war er betrunken: 2 Promille.

Warum die belgische Polizei D. in diesen Fällen nicht schon dingfest machen konnte, ist unklar. Nach Aussage seines Anwalts ist der Aufenthaltsort des 41-Jährigen derzeit nicht bekannt. Offenbar konnte er auch übers Wochenende nicht festgenommen werden. Es dürfte, das zeigt die Geschichte des Mannes aus Sint-Niklaas, aber wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis sich Benjamin D. wieder verbotenerweise hinters Steuer setzt, vermutlich alkoholisiert. Dann dürfte die Polizei dafür sorgen, dass es Benjamin D.s wirklich letzte Fahrt war.

Belgien: Europas übelster Verkehrssünder erhält beispiellose Strafe - doch er fährt und fährt und fährt
dho / dho

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