BMW M3 Concept Knall auf Fall

Das 3er Coupé ist das derzeit wohl dynamischste Coupé. Fahraktiver kann man in dieser Klasse kaum unterwegs sein. Doch - im neuen BMW M3.

In Genf hält sich BMW mit Weltpremieren zumeist zurück. Nachdem hier vor zwei Jahren der nahezu vollendete M5 noch fadenscheinig als Studie vorgestellt wurde, die kaum Unterschiede zum Serienmodell hatte, staunen die Schweizer Messebesucher erstmals über den neuen M3. Ebenfalls eine Konzeptstudie - aber auf Tuchfühlung mit dem Serienmodell, das später im Jahr kommen soll.

Der M3 ist seit seiner Markteinführung in den späten 80ern ein Referenzbolide, der auf der Nordschleife von Sieg zu Sieg eilte und dessen Name nicht nur rund um die "Hohe Acht" nach wie vor für hochgezogene Augenbrauen sorgt. War der erste M3 noch mit einem vergleichsweise dünnen Vierzylinder unterwegs, so wuchsen die Motorleistungen über die Jahre über Stufen von 200, 230, 286, 321 und 343 PS konsequent an. Schon lange machten sich die BMW-Ingenieure nicht nur über Power auf der Hinterachse Gedanken, sondern setzten verstärkt auf Leichtbau. Das Motor-Antriebs-Konzept des aktuellen M3 wurde beim Nachfolger konsequent weitergesponnen. Bereits die Sonderedition M3 CSL speckte mächtig ab und bot so noch mehr Fahrspaß auf Piste und Straße.

Acht Brennkammern mit vier Litern Hubraum

Wichtigste Neuerung: Der neue BMW M3 wird erstmals von einem Achtzylinder befeuert. Das Triebwerk leitete man vom Rennmotor des bärenstarken M5 ab. Statt fünf Litern und 507 bietet der neue M3 acht Brennkammern mit vier Litern Hubraum und rund 420 PS. Wie seine erfolgreichen Vorbilder M5/M6 setzt der Neuling auf puristische Saugpower und hohe Drehzahlen. Die Motorsportfans in der Zentraleifel können sich daher schon einmal auf ein wildes Grollen auf der langen Geraden der Döttinger Höhe freuen. Ohne die in dieser Klasse überflüssige Geschwindigkeitsregelung dürfte der neue M3 ohne Probleme die 300-km/h-Marke knacken.

Man kommt kaum in die Verlegenheit den M3 mit seinen alles andere als schwächlichen 3er-Coupe-Brüdern zu verwechseln. Bereits das bullige Frontdesign zeigt einen Hochleistungssportler mit kraftvollem Powerdome und groß dimensionierten Luftöffnungen. Leider hat sich auch beim neuen M3 die Unsitte durchgesetzt, die sinnvollen Nebelscheinwerfer durch größtmögliche Lüftungsöffnungen in der Frontschürze zu ersetzen. Eindrucks- und verheißungsvoll dürften sich im Rückspiegel des Vordermannes auch die kraftvoll ausgestellten Radhäuser aufbauen und für genügend Überholrespekt sorgen. Ein Hingucker sind nette Details wie Chromspangen mit integrierten Blinkleuchten, M-spezifische Seitenschweller und ein 19-Zoll-Radsatz, der die breitere Spur betont. Am Heck gibt es vier Endrohre und einen imposanten Heckdiffusor.

Sportskanone auf Abmagerungskur

Doch der neue BMW M3 soll nicht allein durch Leistung und Design seine Piloten begeistern. Ähnlich wie schon bei der Sportskanone M3 CSL wurde dem neuen Renner eine konsequente Abmagerungskur verordnet. Aluminium-Motorhaube, Kunststoff-Seitenwände und das Kohlefaserdach optimieren die ideale Gewichtsverteilung und Schwerpunktlage. Die CFK-Sichtoptik der Dachkonstruktion wird zudem als aktives Designelement eingesetzt. Vom 3er Coupe wurden nur Scheinwerfer, Rückleuchten, Türen und der Kofferraumdeckel übernommen.

Stefan Grundhoff/Press-Inform

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