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Telekom-Fernsehen Ein EM-Tag auf MagentaTV: Wo geht's denn hier zum Knistern und Knallen?!

MagentaTV - Moderatoren und Experten
MagentaTV will es knallen und knistern lassen: Vorne Experte Michael Ballack, dahinter (v.l.): Wolff-Christoph Fuß, Fredi Bobic, Johannes B. Kerner und Amelie Stiefvatter
© Alexander Hassenstein / Getty Images
Wer alles sehen will, kriegt das bei dieser EM nur bei MagentaTV. Die Telekom will mit Spitzensport viele neue Kunden für ihr Abo-Fernsehen gewinnen. Ein EM-Tag an der Seite des Rosa Riesen.

Leroy Sané und Leon Goretzka hatten so richtig Spaß, Manuel Neuer gab wie immer alles und Joshua Kimmich war vor lauter Grinsen wie gelähmt. Es war einiges los in den PR-Spots zum EM-Programm von MagentaTV, dem Bezahlfernsehen der Telekom. Nur dort sind hierzulande wirklich alle 51 EM-Spiele live zu sehen, denn der Rosa Riese hält die EM-Übertragungsrechte für Deutschland. 

"MagentaTV knattert anders", ist sich Fahri Yardim in einem der Spots dementsprechend sicher. "Es knistert", findet Kollege Christian Ulmen. "Gleichzeitig knallt es natürlich auch ...", fährt Fahri fort, und dann folgt der Satz, den auch Leroy Sané im Nachspiel gerade noch so rausbringt, ehe er und Goretzka sich vor Lachen kugeln: "Es knallt, aber du liegst wohlig an der Brust von der Mama Magenta."

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MagentaTV: Telekom lässt es krachen

Es knattert und knistert vorerst nur für gut vier Millionen MagentaTV-Kunden – plus für all jene, die sich jetzt in den ersten Tagen der EM einen Zugang über eines der Aktionsangebote geholt haben. Sie alle konnten am Montag das Monstertor des Tschechen Patrick Schick von der Mittellinie live und exklusiv miterleben, ehe es sich via Social Media in Windeseile verbreitete und erst später im Free TV zu sehen war. Guter Mann, wird man bei den MagentaTV-Machern gejubelt haben. Zusätzliche Werbung frei Haus. Besser knallen lassen könnten es auch Ulmen und Yardim nicht. 

Der Telekommunikationsriese lässt es insgesamt krachen. Er zeigt als einziger das komplette Turnier, alle Spiele live, zusätzlich im gestochen scharfen UHD (sofern das TV-Gerät das mitmacht). Ausgesuchte Matches gibt es zudem in einem Taktik-Kanal mit abgeklärtem Nerd-Kommentar von Ex-Schalke-Coach Manuel Baum und Benni Zander. Schnodder-Kommentator Wolff-Christoph Fuß (Sky) und Marco Hagemann (RTL) sind als bekannte Stimmen an Bord, Jan Henkel (Sky) analysiert im Studio die Taktik der Teams, die live spielen. Michael Ballack und Fredi Bobic gehören zu den prominenten Experten. Und Johannes B. Kerner ist neben Sascha Bandermann der Anchorman im Studio. Am magentafarbenen Sportkanal sollen Interessierte bald nicht mehr vorbei kommen: 3. Liga, Frauen-Bundesliga, Basketball-Bundesliga und Deutsche Eishockey Liga zeigt Magenta-Sport schon exklusiv. Jetzt also die EM und auch für die WM in Katar und die Heim-EM 2024 hat man sich die Rechte schon gesichert. Das klingt nach: Hier soll es richtig knattern.

Ballack und der "legendäre Milchreis"

Sogar einen eigenen EM-Song gibt es: "On the Field of Dreams" von Daniel Hall. Klassischer Turnier-Sound. Trägt im Unterbewussten durch den Tag, bereitet das Feld aber nicht für einen Traumstart. Das "Update: Die Mannschaft" aus dem Quartier des DFB-Teams – Auftakt des langen EM-Tages – leidet darunter, dass die Mannschaft schon nach München abgereist ist, wo es an diesem Dienstag gegen Frankreich geht. Also Material aus der Konserve, ein Interview mit dem deutschen Mannschaftsarzt zum Eriksen-Kollaps, einige Spielereien und Antonio Rüdiger, der auf der DFB-Pressekonferenz schon weiß, wie er gegen die Franzosen spielen will: "eklig sein, nicht immer nur lieb, lieb, lieb, lieb, lieb". 

Das wollen auch Kerner und Michael Ballack im Magenta-Studio nicht sein. Sie mögen es lieber abgeklärt. EM? Kennen wir! Als es Patrick Schick mit seinem Hammertor endlich knallen lässt, heißt es von Ballack nur: "Das ist schon außergewöhnlich". Der "Capitano" der Sommermärchen-Truppe von 2006 ist vielleicht doch schon ein bisschen weiter weg vom Tagesgeschäft und "der Mannschaft", ist sich aber sicher, dass der "legendäre Milchreis" bei der Team-Verpflegung weiterhin eine Kult-Rolle spielt. Zwischendurch Diskussion um die deutsche Aufstellung fürs Frankreich-Spiel: Kimmich rückt nach rechts, er stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Vorne wird wohl Havertz spielen. Nichts, was man nicht schon gehört hätte.

Beim Polen-Spiel kann Analyst Jan Henkel kaum glauben, dass der polnische Coach Paulo Sousa die gleiche Idee hatte, um doch noch zum Erfolg zu kommen. Geholfen hat es nicht. Die überraschende Pleite von Robert Lewandowski und Co. gegen Außenseiter Slowakei wird zum Knister-Moment. Das auch, weil die Stimme von Kommentator Christian Straßburger unverbraucht wirkt und dem früheren Host des Gladbacher Fohlenradios die Begeisterung für Spiel und EM anzumerken ist. Das zieht einen doch gleich ganz anders rein.

Joachim Llambi vermisst den Paso Doble

Zum Abendspiel kommt mit "Let's dance"-Juror Joachim Llambi ein echter Fußballexperte ins Studio, wie unermüdlich versichert wird. Der deutsch-spanische Turniertänzer und Fan des MSV aus seiner Geburtsstadt Duisburg muss fortan Beziehungen zwischen Tanz und Fußball herstellen. Klappt nicht so recht, am besten noch beim Eingangstänzchen mit Co-Moderatorin Amelie Stiefvatter. Die ist ansonsten zuständig für den Social-Media-Blick und kurze Gäste-Interviews. Llambi fordert einen beschwingten Paso Doble von den zur Halbzeit torlosen Spaniern, hilft aber nichts. Als Pausenunterhaltung zeigt dafür Ex-Profi Benny Lauth mit zwei Jungs aus seiner Fußballschule, wie ein Seitfallzieher à la Zlatan Ibrahimovic funktioniert. Das passt zum Schweden-Spiel, weniger zur Sendezeit. Viele Jungs und Mädchen, die das begeistert hätte, schlafen schon.

Nicht die schlechteste Entscheidung angesichts der Kunst des gepflegten 0:0, das Spanier und Schweden zu später Stunde aufführen. Sind denn Jogis Jungs vor dem schweren Spiel schon im Bett? Nicht alle! Jedenfalls brennt noch Licht in einigen Zimmern, wie Team-Reporter Thomas Wagner beobachtet und wirkt, als würde er alsbald selber gerne die Nachttischlampe ausknipsen. Studio-Experte Jonas Hummels, Bruder des Nationalspielers, versucht zwar Auskunft zu geben, weiß aber eigentlich nichts über Mats Hummels' Schlafgewohnheiten vor großen Spielen. Und näher kommt man der Sache dann auch nicht mehr.

Nach über zehn EM-Stunden aus dem kargen Studio hat sich's bei allen spürbar ausgeknistert. Auch die Telekom hat die Fußball-Berichterstattung nicht neu erfunden. Natürlich nicht. Jetzt vielleicht noch den deutschen Finalsieg von 1972 als Betthupferl? Danke, das knallt heute nicht mehr. Steht zudem jederzeit abrufbar in der Euro-2020-Mediathek – so wie alle gesendeten Spiele und Analysen. Da hätte man sich eigentlich gar nicht durch so ein spätes 0:0 quälen müssen. Fahri Yardim und Christian Ulmen schlummern bestimmt längst wohlig an der Brust von Mama Magenta. Und träumen davon, dass es auf MagentaTV bald wirklich mal so richtig knistert und knallt.


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