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Die Unterschiede eines LMP1-Renners zu einem Formel-1-Boliden: Einfach die Software im Kopf umschalten

Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg fährt einen Porsche 919 Hybrid in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Um den Wechsel zwischen den beiden Rennserien zu bewältigen, muss der Deutsche seinen Fahrstil umstellen.

Wenn Formel-1-Piloten sich in anderen Rennserien versuchen, ist das nicht immer von Erfolg gekrönt. Man denke nur an Heinz-Harald Frentzen und Ralf Schumacher; beides durchaus Könner, die dennoch in der DTM keine Siege am laufenden Band feierten. Jetzt wagt sich Nico Hülkenberg in einen Porsche 919 Hybrid in das Haifischbecken Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) mit dem legendären 24 Stunden von Le Mans als Saisonhöhepunkt am 13. und 14. Juni. Sorgen über eine schlechte Leistung, die seinem Ruf als talentierter Rennfahrer schaden könnte, macht sich der Deutsche, der immerhin in der vergangen Formel-1-Saison mit 96 Punkten in dem nicht wirklich konkurrenzfähigen Sauber mit 96 Punkten den neunten Platz in der WM-Wertung holte, nicht. "Unterm Strich sind auch die WEC-Fahrzeuge Autos mit einem Lenkrad und vier Rädern, die schnell bewegt werden müssen", sagt der 27jährige lapidar.

Die Unterschiede eines LMP1-Renners zu einem Formel-1-Boliden: Einfach die Software im Kopf umschalten
Nico Hülkenberg (links mit Nico Huelkenberg, Nick Tandy, Earl Bamber) freut sich auf die Herausforderung

Nico Hülkenberg (links mit Nico Huelkenberg, Nick Tandy, Earl Bamber) freut sich auf die Herausforderung

Der Grund für diese ziemlich entspannte Herangehensweise ist für "Hulk" einfach: "Ich muss in meinem Kopf nur die Software umschalten und meinen Fahrstil auf das WEC-Auto umstellen." Für den Lenkprogrammwechsel braucht der Deutsche nur wenige Runden, um sich einzuschießen. Doch ganz so trivial ist die Sache nicht. Im Gegensatz zum leichtfüßigen Formel-1-Renner, der inklusive Fahrer nur 702 Kilogramm wiegt und knapp 800 PS hat, sind es beim Porsche 919 Hybrid rund 200 Pferdestärken und rund 170 Kilogramm mehr. Jeder Pennäler weiß, dass zusätzliches Gewicht in Kurvenfahrten das Auto in Richtung des Fahrbahnrands drängt. Das spürt natürlich auch der Profi am Lenkrad. Im Gegensatz zu einem Formel-1-Auto, bei dem die Kurvenfahrten aufgrund der immensen Power, die auf die Hinterachse wirkt, laut Hülkenberg "wie auf rohen Eiern" bewältigt werden müssen, verfügt der Porsche 919 Hybrid über eine Traktionskontrolle und einen Allradantrieb.

Das beeinflusst das Fahrverhalten natürlich immens. Das kann jeder Normal-Autofahrer nachvollziehen, der einmal mit einem Fahrzeug mit Allradantrieb und einem reinen Hecktriebler bei Regen oder Schnee möglichst schnell um eine Ecke fahren will. Der Grip des Fahrzeugs, bei dem alle vier Räder angetrieben werden, ist um ein Vielfaches höher. Schaltet man dann noch die Traktionskontrolle aus, wird der Unterschied noch krasser. Für den Formel-1-Lenkradkünstler ebenfalls keine leichte Aufgabe, aber eben anders herum. "Es braucht schon ein paar Runden, bis man sich auf die Traktionskontrolle verlässt. Dazu kommt nach der Allradantrieb, der Antriebskraft zur Vorderachse schickt. So kann ich deutlich früher Gas geben", sagt Hülkenberg. Ganz wichtig sei es beim Kurvenausgang das Auto ganz gerade hinzustellen, um dann mit voller Kraft beschleunigen zu können. Wenn der Renn-Profi von seinem Porsche-LMP1-Mobil (Le Mans Prototyp) spricht, merkt man ihm die Freude an. "Der Boost des Hybridantriebs und der Grip an der Vorderachse machen schon brutal viel Spaß", erklärt der Deutsche. Der Traktionsvorteil der LMP1-Boliden mache sich vor allem in engen Kurven bemerkbar. "Das ist schon beeindruckend", sagt "Hulk" und fügt hinzu, dass die Höchstgeschwindigkeit mit einem Formel-1-Wagen vergleichbar sei.

Ein weiterer Unterschied ist auch die Zeit. Ein Formel-1-Rennen ist nach maximal zwei Stunden vorbei. Eine "Schicht" für jeden Fahrer während eines 24-Stunden-Rennens kann schon mal bis zu dreieinhalb Stunden dauern. Im Gegensatz zu der Formel 1 sind die LMP-Autos bei der WEC, zu der auch das Rennen in Le Mans gehört, sitzen die Fahrer in einer geschlossenen Fahrgastzelle. Neben der veränderten Geräuschentwicklung, die der Pilot in der Kanzel wahrnimmt, stellen die engen Platzverhältnisse eine echte Herausforderung da. "Gemessen an den LMP1-Autos ist das Formel-1-Cockpit so geräumig, wie ein Porsche Panamera", erklärt Nico Hülkenberg, macht aber dabei nicht den Eindruck, als ob ihn das großartig stören würde.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.