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Everytimer 02 Cabrio: Jungbrunnen

Der BMW 02 ist wie kaum ein anderes Auto ein Zeichen seiner Zeit. Bis heute gilt der dynamische Bayer als Inbegriff einer Sportlimousine. Michael und Harald Käs lassen für viele diesen Traum wieder aufleben und bauen ein BMW 1er Cabrio zum 02er-Sonnenanbeter um. Der Name ist Programm: Everytimer.

Everytimer ETA 02 Cabrio - basiert auf dem BMW 1er Cabrio

Everytimer ETA 02 Cabrio - basiert auf dem BMW 1er Cabrio

Der Trend zu klassischen Old- und Youngtimern ist alles andere als neu. Doch immer mehr Autofans wollen ihren Klassiker auch im Alltag und nicht nur am Wochenende bewegen. Oft hapert es bei den historischen Fahrzeugen an der Technik; von entsprechenden Sicherheitsausstattungen ganz zu schweigen. Wer sich im Straßenverkehr abheben möchte, muss sich schon etwas einfallen lassen oder sich der kreativen Hilfe von anderen Autoverrückten bedienen. Harald Käs und sein Sohn Michael aus Welden in der Nähe von Augsburg sind so zwei Autoverrückte. Jahrzehntelang restaurierte Harald Käs automobile Klassiker - bevorzugt aus dem Hause BMW. Bis ihm zusammen mit seinem Sohn Michael die Idee kam, eine automobile Legende wie den BMW 2002 aufleben zu lassen.

Jungbrunnen
Everytimer ETA 02 Cabrio - basiert auf dem BMW 1er Cabrio

Everytimer ETA 02 Cabrio - basiert auf dem BMW 1er Cabrio

Der BMW 02er ist schon als Limousine ein überaus begehrtes Stück Altmetall. Noch beliebter sind die seltenen Cabrios, die von 1968 bis 1971 beim schwäbischen Karosseriebauer Baur in überschaubarer Stückzahl gefertigt wurden. Technisch sind die offenen 02er dabei alles andere als Volltreffer. Es hapert am Dach und auch mit Karosseriesteifigkeit und Rostvorsorge ist es nicht zum Besten bestellt. Trotzdem sind die historischen Sonnenanbeter als Cabrio und Targaversion seit Jahren begehrter denn je. Auf der Techno Classica in Essen, der weltweit größten Oldtimermesse, wurden jüngst gute Versionen des offenen BMW 02ers für mehr als 60.000 Euro angeboten. Dafür gibt es den coolen Auftritt und jede Menge Klebeblumencharme der 70er, doch bei der Technik fährt solch ein Modell modernen Fahrzeugen hinterher.

"Genau das war für uns der Anlass, den 02 als Everytimer neu aufzulegen", erklärt Michael Käs, "unser Fahrzeug ist absolut alltagstauglich und verfügt über einen modernen Motor und Komfortausstattungen wie Sitzheizung, elektrisches Dach oder Xenonlicht." Was zumindest von vorne auf den ersten Blick aussieht wie ein historischer BMW 2002 ist auf den zweiten Blick eben kein solcher. Unter der Karosserie steckt ein BMW 1er Cabrio der 2013 ausgelaufenen Baureihe E88. "Mein Vater ist immer Oldtimer gefahren und natürlich war ich dabei. Früher hatte er auch einen 02er", lächelt Michael Käs, "wir restaurieren seit vielen Jahren Oldtimer. Irgendwann wollten wir dann etwas Eigenes machen."

Die Idee, ein Fahrzeug wie das BMW 135i Cabrio zu einem offenen BMW 02 umzubauen, hört sich mehr als verrückt an, denn schließlich ist es mit ein paar Schweißarbeiten, einer neuen Front und historischen Details nicht getan. So machte sich die Familie Käs in der heimischen Karosseriewerkstatt daran, etwas zu erschaffen, das es so bisher nicht gegeben hatte. Vor gut fünf Jahren transformierte man nach monatelanger Vorbereitungszeit ein 1er Coupé zum 02er. Doch getreu dem Motto "wenn schon - denn schon" legte die Käs-Familie nach. Schließlich war das 02er Cabriolet von BMW noch begehrter als die Limousine und letztlich wollte man mit dem Fahrzeug nach einem entsprechenden Invest auch Geld verdienen. So wurde das BMW 1er Cabrio außen von allen Teilen befreit, die es zu eben solchem Fahrzeug machten. Die neuen Karosserieteile im 02er-Look sind hochfeste Verbundkomponenten, die aus dem Viersitzer der Generation E88 eine einzigartige Mischung von gestern und heute machen. "Unser Cabrio ist weder ein Old- noch ein Youngtimer, sondern eben ein Everytimer", erklärt Michael Käs. Somit war auch der Firmenname Everytimer Automobile (ETA) schnell gefunden und das offizielle Erstlingswerk auf den Namen ETA 02 Cabrio getauft.

Mittlerweile sind die ersten drei Modelle gebaut und das erste Fahrzeug mit entsprechender Luxusausstattung an den Mann gebracht. Ganz billig ist ein ETA 02 Cabrio dabei nicht. Der günstigste Umbau kostet rund 70.000 Euro - zuzüglich des entsprechenden Basisfahrzeugs, das es für knapp 10.000 bis über 20.000 Euro problemlos auf dem freien Markt gibt. Dadurch, dass die verschiedenen Module wie Kotflügel, Türen und Hauben durch Karbonteile ersetzt wurden, hat der moderne 02er sogar um rund 40 Kilogramm abgespeckt und wird noch dynamischer. Perfekt ist die Kombination mit dem sportlichen Topmodell des BMW 135i Cabrio, der nach Wunsch bis zu 326 PS und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit mobilisiert. Wie gut der Everytimer 02 Cabrio dabei fährt, davon kann man sich nach ein paar Kilometern überzeugen. Innenraum, Bedienelemente und Anzeigen kennt man von dem alten BMW 1er, während Sitze, Lenkrad und Verkleidungen ganz nach den Wünschen des Kunden individualisiert werden.

Dach auf, Gas gegeben und der Reihensechszylinder klingt so, wie man es sich von einem viersitzigen Sportcabriolet wünscht. Kein angestrengtes Wimmern oder hoch frequentes Tönen von aufgeladenen vier Brennkammern, sondern satte drei Liter Hubraum, sechs Zylinder und echte Saugerpower. Lenkung und Fahrwerk sind top - Getriebe und Verarbeitung sowieso. Nur der historische Charme geht der Neuauflage irgendwie ab. "Mit unserem Everytimer kann man ganz normal zur Inspektion oder zur Reparatur zum BMW-Händler fahren. Nur spezielle Karosseriearbeiten erledigen wir", legt Michael Käs in Sachen Alltagstauglichkeit nach, "das macht es besonders einfach." Das gilt auch für die erste Ausfahrt bei offenem Dach. Auch wenn sich der Himmel rund um Augsburg langsam zuzieht, bleibt die elektrische Stoffmütze unten und die Gänge werden kraftvoll ausgedreht. Macht Laune, dieser Everytimer und die Blicke der Umgebung sind einem bei diesem Auftritt allemal sicher.

Bleibt die Frage, ob einem dieser Spaß 80.000 bis 100.000 Euro wert ist, denn wie Michael Käs schon sagt, ist der ETA 02 weder Old- noch Youngtimer und das Heck kann es trotz LED-Rückleuchten im Retrodesign und eingezogenem Heckdeckel mit dem filigranen Original des BMW 2002 nicht aufnehmen. Von dem Ahnen stammen übrigens zwei originale Teile: die beiden vorderen Blinker. "480 Sätze von denen hat BMW aktuell noch im Bestand", grinst Michael Käs. Der Umbau von einem 1er Cabrio zum Everytimer 02 dauert mindestens drei Monate. Je nach Nachfrage können so pro Jahr 10 bis 30 Fahrzeuge entstehen. Jetzt müssen nur noch entsprechend finanzstarke Kunden kommen, die ein Cabrio wollen, das weder Old- noch Youngtimer ist, pure Fahrfreude bietet und einen mit moderner Technik von einem historischen BMW 02 träumen lässt. Die nächsten Pläne haben Vater und Sohn Käs übrigens bereits im Hinterkopf. Gut möglich, dass die beiden Bayern aus einem BMW Z4 bald den legendären BMW 507 machen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.