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Ford Mustang Mach 1 America First

Teile des Fahrwerks stammen vom Shelby GT und geben dem Mustang Mach 1 noch mehr Agilität
Teile des Fahrwerks stammen vom Shelby GT und geben dem Mustang Mach 1 noch mehr Agilität
© press-inform - das Pressebuero
Ford verpasst dem Mustang eine neue Speerspitze. Der Name Mach 1 verspricht Verheißungsvolles. Damit das auch eintrifft, bekommt das Wildpferd eine Leistungsspritze auf 338 kW / 460 PS und einige Teile Ford Mustang Shelby GT, darunter eine grandiose Handschaltung.

In Dearborn wird die Stimme des Volkes gehört. Ohne großes Tamtam hat die Ford-Zentrale den Vierzylinder aus dem Motorraum des Ford Mustang verbannt. Die Nachfrage sei zu gering, heißt es. Dieses Phänomen ist wenig überraschend: Läppische vier Töpfe in einem reinrassigen Muscle Car ist wie ein Tofu-Brätling in einem Hamburger. Also werkelt jetzt nur noch die doppelte Zylinder-Anzahl unter der Motorhaube des Wildpferds und das auf ganz klassische Art ohne jede Zwangsbeatmung. Dafür hat der Sauger zwei oben liegende Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder und immerhin unabhängige variable Steuerzeiten für Einlass- und Auslassventile. Damit hat es sich aber dann auch schon mit dem neumodischen Krimskrams.

Um die Atemwege der Nüstern freizubekommen, hat das Triebwerk ein Induktionssystem samt einem speziellen Ansaugkrümmer und 87 Millimeter großen Drosselklappen. Der Sprit gelangt mithilfe einer Kombination aus Niedrigdruck-Zentralrohr- und Hochdruck-Direkteinspritzung in die Brennräume. Das Resultat sind 338 kW / 460 PS und ein maximales Drehmoment von 529 Newtonmetern. Mehr als genug, um auch im Hoheitsgebiet von BMW und Audi für Aufruhr zu sorgen. "Der Mach 1 ist für mich der Höhepunkt. Das beste Performance Auto, das wir je gebaut haben", sagt Chefingenieur Matthias Tonn stolz.

Beim Anlassen des Achtenders steigt die Oktanzahl in den Venen des Piloten jenseits der 100er-Marke. Schon im Stand schnorchelt der Sauger so herrlich archaisch, so wenig politisch korrekt und einfach geil. Das ist traditionelle Motorbaukunst vom Feinsten. So muss ein Motor klingen. Wir tauchen in die Welt der mechanischen Zahnräder ein und haben uns für die Sechsgang-Handschaltung entschieden, bei der das Tremec TR-3160 Getriebe aus dem Ford Mustang GT Shelby das bisher verbaute Getrag MT82 Handschaltungsgetriebe ersetzt.

Schon das Einlegen des ersten Gangs ist ein Genuss, Die rechte Hand umfasst den weißen Ball am Ende des Gangknüppels und der linke Fuß tritt in das Kupplungspedal, das überraschend leichtgängig ist und einen klaren Druckpunkt hat. Klack! Knackig und präzise rastet der Hebel ein. Gas geben, Kupplung kommen lassen und los geht es. Entspannt und souverän setzt sich der Mustang Mach 1 in Bewegung. Rauf auf die Landstraße, wir reißen die Gänge durch: klack, klack, klack…zweiter, dritter, vierter. Kurze Wege. Herrlich. Wir wechseln den Fahrmodus. Von Normal, wo der Mustang absolut alltagstauglich ist, zu Sport Plus. Augenblicklich spannt das Wildpferd seine Muskeln und nimmt jede Gaspedal-Bewegung begierig an. Jetzt ist das Track/Rennstrecken-Fahrprogramm dran und der Mustang mutiert endgültig zur Boden-Boden-Rakete. Die virtuellen Instrumente reduzieren sich auf ein Drehzahlband mit einem roten Bereich, der erst jenseits der 7.000 Umdrehungen beginnt. Ein Hochdrehzahlkonzept in Reinkultur. Ja, der Achtender braucht Touren, um seine ganze Kraft zu entfalten, unter 3.000 U/min ist er eher zurückhaltend unterwegs. Doch dann geht es mächtig zur Sache, herrlich archaisch schnaubend, schnorchelnd und gierig saugend verrichtet das Aggregat sein Werk und schiebt das Coupé mächtig an. Dementsprechend hoch ist der Suchtfaktor, dabei ist die Geräuschkulisse nie nervig. Nimm das AMG!

Weiter geht es. Jedes Kurvengeschlängel ist ein Geschenk. Anbremsen. Die Sechs-Kolben Brembo-Bremssättel packen dank eines stärkeren Bremskraftverstärkers beherzt zu. Schon nach 32 Metern soll der Mustang bei 100 km/h stehen. Einlenken. Die Lenkung ist straff, direkt und erzählt uns, was die Vorderreifen vorhaben. Das ist auch gut so, denn mit seinem gut 1,8 Tonnen Lebendgewicht ist der Mustang Mach 1 kein leichtfüßiger Sportler, sondern ein klassisches Muscle-Car mit dem man sich auch nach längeren Strecken nicht gerädert aus den Sportsitzen schält, mit dem man aber auch mal flotter unterwegs sein kann und der einen ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Aufgrund der variablen MagneRide-Dämpfer ist der Mustang auch in den beiden Attacke-Fahrmodi nie bockhart gefedert. Dank der Fahrwerkskomponenten aus dem Shelby GT zieht der Mach 1 unbeeindruckt seine Bahn und bleibt auch ambitionierten Kurvenfahrten beherrschbar: Man kann in diesem Geschoss auch entspannt mit genug Sicherheitsreserven schnell unterwegs sein.

Die verbesserte Aerodynamik wirkt sich ebenfalls positiv aus. Im Gegensatz zur Automatikversion, die schon bei 250 km/h eingebremst wird, darf die handgeschaltene Variante bis 267 km/h weitergaloppieren. Dafür ist sie beim Standardsprint von null auf 100 km/h mit 4,8 Sekunden um 0,4 Sekunden langsamer und gönnt sich mit 13,6 l/100 Kilometern einen Extra-Schluck aus der Spritpulle. Auch ist das Infotainment nicht der letzte Schrei, aber für 60.800 Euro bekommt man ein Auto, das in vielen Lebenslagen Freude macht.

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