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Golf-VII-Premiere in Berlin: Der neue, alte Bekannte

Volkswagen zeigt am Abend in Berlin den neuen Golf. Seine Botschaft lautet: keine Experimente. Technisch ist er eine Meisterleistung, die VW allerdings gut versteckt.

Von Gernot Kramper

VW Golf VII: Triumph der Sachlichkeit
Der neue Golf ist ein Golf - die Wiedererkennbarkeit lässt sich nicht bestreiten. Nach längerer Betrachtung sieht man die Unterschiede: etwa die schärferen Linie auf der Haube und in den Scheinwerfern.

Der neue Golf ist ein Golf - die Wiedererkennbarkeit lässt sich nicht bestreiten. Nach längerer Betrachtung sieht man die Unterschiede: etwa die schärferen Linie auf der Haube und in den Scheinwerfern.

Heute, am Dienstagabend, wird um 21 Uhr in Berlin der neue VW Golf enthüllt. Angemessene Bühne für das Event ist die Berliner Nationalgalerie. Darunter geht es bei Volkswagen nicht. Immerhin - neben dem Toyota Corolla/Auris ist der Golf das erfolgreichste Auto der Welt. Gemeinsam mit dem Stufenheckableger Jetta bildet der Golf nach wie vor die wichtigste Baureihe von Volkswagen. Seit 1974 wurden etwa 29 Millionen Stück verkauft. Und nur, wenn auch der neue Golf VII einschlägt, kann VW sein großes Ziel erreichen und die Autogiganten Toyota und General Motors bis 2018 überholen. Dann wäre VW der größte Autohersteller der Welt.

Kein Risiko eingehen

Es steht also viel auf dem Spiel, und wie immer bei hohem Einsatz geht der Wolfsburger Erfolgsgarant auf Nummer Sicher. Auch die siebte Golfgeneration steht zumindest äußerlich unter dem Vorzeichen "Evolution statt Revolution". Das neue Modell wächst erneut (sieben Zentimeter mehr Länge), wird aber gleichzeitig etwa 100 Kilogramm leichter. Damit gelingt den Ingenieuren ein beachtlicher Spagat, sie erreichen mehr Komfort bei reduziertem Verbrauch. Die jeweils sparsamsten Golf-Varianten werden einen Normverbrauch von 4,8 Liter Benzin bzw. 3,3 Liter Diesel erreichen.

Obwohl die Ersparnis zu den aktuellen Modellen über 20 Prozent beträgt, bemängelte die Umweltorganisation Greenpeace ein zu geringeres Engagement von Volkswagen für Umweltziele. "VW hätte die Erdgasvariante, die Hybridvariante oder gar der Elektro-Golf bei der Markteinführung von Anfang an mit in den Mittelpunkt stellen können", kritisiert auch Auto-Experte Ferdinand Dudenhöfer. Statt der Technik der Zukunft zeige man konventionelle Diesel und Benziner, wenn auch auf höchstem Niveau. Tatsächlich strahlt dieser Golf vor allem die Botschaft "Weiter so!" aus.

Die Erwartung der Kunden erfüllen

Der Konzern betont unentwegt, dass der Golf komplett neu entwickelt wurde. Vom Äußeren unterscheidet sich der neue Golf jedoch kaum von seinen Vorgängern. Der Neue betont etwas stärker scharfe, sachliche Linien, bewahrt in der Gestalt aber das gewohnte Bild.

Ganz so, wie es der Golfkunde erwartet. Der schätzt vor allem Verlässlichkeit und wünscht keine Experimente. Selbst Nachrichten über das neuartige Konstruktionsprinzip von VW, den modularen Querbaukasten, treten vor dem Markstart des Golfs VII zurück. Offensichtlich möchte man verhindern, dass die Kunden bei allzu vielen Neuerungen an Anlaufschwierigkeiten und Montagsautos denken könnten. Erste Fotos vom neuen Golf gibt es auf der Präsentation am Abend. Unsere Fotostrecke mit Computeranimationen zeigt schon jetzt, wie er aussehen wird.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.