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Mein erstes Jahr mit Auto: Ich habe mir ein Auto schenken lassen – was für ein Fehler!

Die ersten 35 Jahre meines Lebens bin ich ohne eigenes Auto ausgekommen. Dann schenkte mir meine Schwiegermutter ihren alten Renault Clio. Toll, dachte ich. Was für ein Trugschluss. Mein erstes Jahr als Autobesitzer im Leidens-Protokoll.

Manche Menschen haben für ihr erstes eigenes Auto regelrecht liebevolle Gefühle. Ich nicht, sorry Clio.

Manche Menschen haben für ihr erstes eigenes Auto regelrecht liebevolle Gefühle. Ich nicht, sorry Clio.

Sie hatte es wirklich gut gemeint mit uns. Vor einem Jahr verkündete meine Schwiegermutter, sie wolle uns ihr Auto schenken. Sie selbst werde sich zum Eintritt in den Ruhestand etwas Komfortableres zulegen. Es war ihr zu gönnen, schließlich hatte sie ihren Renault Clio tapfer zehn Jahre gefahren. Und der war ehrlicherweise schon als Neuwagen nur bedingt auf der Höhe der Zeit gewesen. Der Wagen ist schwach motorisiert, hat nur drei Türen und keine Klimaanlage. Die vorderen Seitenfenster muss man noch mit Muskelkraft herunterkurbeln, die hinteren lassen sich gar nicht erst öffnen.

Fahren aber ging all die Jahre einwandfrei und das ist ja nunmal das Wichtigste. Statt den treuen Clio also für ein paar Kröten in Zahlung zu geben, hatte Schwiegermutter an uns Kinder gedacht. Schließlich führten wir, obschon Mitte 30 und mit kleinem Kind, immer noch ein autoloses Leben.

Wollen wir das überhaupt?

Nicht, dass wir uns ein Auto gewünscht hätten. Weder meine Frau noch ich haben jemals zuvor ein eigenes Auto besessen, auch wenn wir sehr wohl einen Führerschein haben. Wir haben unser gesamtes Leben in der Großstadt verbracht, fahren Bus, Bahn, Fahrrad und zur Not auch mal ein Leihauto. Klar, gab es da immer mal wieder Situationen (spontaner Wochenendausflug, Ikea!), in denen ein vor der Haustür bereitstehendes Auto praktisch wäre. Aber es ging auch ohne ganz gut. 

Daher überlegten wir ganz ernsthaft, ob wir den geschenkten Gaul überhaupt annehmen wollten. Vor allem meine Frau war skeptisch: Ein Auto, was nur rumsteht, verursacht erst recht unverhältnismäßige Kosten, argumentierte sie. Dazu komme die Umweltbelastung und damit hatte sie natürlich recht. Trotzdem war ich dafür, das Geschenk anzunehmen. Denn je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Situationen fielen mir ein, in denen ein fahrbarer Untersatz doch ganz bequem wäre. Ach, wäre Gretas Stimme vor einem Jahr doch in meinem Kopf schon lauter gewesen. Es hätte mir so einiges erspart. Mein erstes Jahr als Autobesitzer im Monatstagebuch:

Werkstatt-Abo, Läuse-Kot und anderer Nervkram

Februar 2019: Überführung des Autos von Köln nach Hamburg. Keine Zwischenfälle. Es wird die letzte längere Fahrt mit dem Wagen bleiben.

März 2019: Willkommen in der Autofahrer-Bürokratie. Abschluss einer Versicherung (Kosten: 451,81 Euro) und Besuch der Wartemarken-Vorhölle des Landesbetriebs Verkehr Hamburg zwecks Ummeldung des Wagens (43 Euro inklusive Wunschkennzeichen). Peinlich: Ein Passant beobachtet meine stümperhaften Versuche, das alte Kennzeichen aus dem Auto herauszubrechen und muss helfend einschreiten.

April 2019: Brief vom Hauptzollamt Hamburg: Kraftfahrzeugsteuerbescheid (62 Euro, das geht ja noch). Erinnert mich daran, dass ich den Wagen ja auch mal benutzen könnte. So eine grüne Umweltplakette brauche ich allerdings auch noch. Erleichterung, als ich feststelle, dass man sich die völlig wartemarkenfrei zusenden lassen kann (7 Euro).

Mai 2019: Bislang wurde der Wagen kaum bewegt. Trotzdem muss ich langsam auf Sommerreifen wechseln. Kann ich Kfz-Idiot natürlich nicht selber machen. Ab zur Werkstatt und 35,22 Euro an den professionellen Reifenwechsler abdrücken.

Juni 2019: Ich stelle fest, dass sämtliche Parkplätze in unserer Straße unter großen Linden liegen, die nun in voller Blüte stehen und unser Auto mit einer klebrigen Schicht überziehen. Zwei der vier Fahrten in diesem Monat gehen zur Autowaschanlage.

Juli 2019: Die Linden blühen immer noch. Ein Wochenendausflug zu Freunden muss abgebrochen werden, weil auf der Autobahn die Motorwarnleuchte anspringt und der Wagen nicht mehr schneller als 90 km/h fährt. Ich lerne eine neue Vokabel: Drosselklappe. Dieses Teil macht die Werkstatt nämlich als Übeltäter aus. Kosten für eine gründliche Reinigung: 58,92 Euro.

Es drosselt die Klappe

August 2019: Reinigen war nicht genug: Der Motorfehler ist wieder da. Die Werkstatt baut eine neue Drosselklappe ein. Kosten: 366,06 Euro. Meine Frau findet heraus, dass nicht die Lindenblüten selbst klebrig auf unser Auto kleckern, sondern dass es sich um Kot von Läusen handelt, die auf den Linden sitzen. Das macht es leider überhaupt nicht besser.

September 2019: Auch mit neuer Drosselklappe tritt das Problem wieder auf. Die Werkstatt muss nochmal ran und das Teil "neu anlernen". Das hält für eineinhalb Fahrten. Noch ein Versuch meines zunehmend ratlosen Werkstattschraubers. Wenn das nicht helfe, könne man noch versuchen, die Fahrpedale zu erneuern (Kostenvoranschlag: 131,36 Euro), ansonsten läge es wohl am zentralen Motorsteuergerät (Kosten: mehr als die ganze Karre noch wert ist).

Oktober 2019: Entspannte Herbstferien-Reise mit der Bahn. Das Auto bleibt stehen. Ich bekomme ein Knöllchen zugeschickt, weil ich innerorts 7 km/h zu schnell gefahren bin (15 Euro).

November 2019: Schon wieder Reifenwechsel (25 Euro). Warum haben wir eigentlich keine Ganzjahresreifen? Eine autolose Freundin fragt, ob sie den Wagen übers Wochenende ausleihen kann. Als sie hört, dass Autobahnfahrten kritisch sind, organisiert sie sich was anderes.

Dezember 2019: Ein Freund leiht sich das Auto für eine innerstädtische Fahrt aus. Sein Kommentar bei der Rückgabe. Der Wagen sei ja schon "ziemlich speziell". Och, ist nur die Drosselklappe, sage ich. Nee, sagt er. Mit dem Motor sei alles in Ordnung gewesen. Aber: "Der Scheibenwischer funktioniert nicht, der Scheinwerfer vorne rechts ist kaputt, und wenn man blinkt, geht das Licht komplett aus. Besuch in der Werkstatt. Das Licht wird repariert (14,18 Euro), aber die Scheibenwischer- und Blinkerproblematik soll über 300 Euro kosten. Das ist uns zuviel.

Januar 2020: Der Scheibenwischer hat seinen Dienst von sich aus wieder aufgenommen, hat allerdings ein exzentrisches Eigenleben entwickelt, wischt mal völlig übermotiviert und dann wieder nur äußerst zögerlich. Dafür kann ich wieder blinken, ohne dass das Licht ausgeht und bin sogar einmal auf der Autobahn schneller als Tempo 90 gefahren, ohne dass auch nur ein einziges Warnlämpchen wieder angegangen wäre.

DISKUTHEK: SUVs verbieten? Greenpeace vs. Automobilclub von Deutschland

Ein Jahr Auto - die Bilanz

Zeit für eine Bilanz. Auf der Positivseite: Wir waren in keinen Unfall verwickelt, das ist ja auch schon mal was. Und ja, wir waren ein paar Mal schneller und bequemer am Ziel, als wir das mit anderen Verkehrsalternativen gewesen wären. Aber in der Regel nutzen wir in der Stadt doch die Öffis und für Langstrecken sowieso die Bahn. Im Schnitt habe ich den Wagen vielleicht drei, vier Mal im Monat gebraucht.

Dafür habe ich wertvolle Lebenszeit damit verplempert, zu Werkstätten, Reifenhändlern und Autowaschanlagen zu fahren. Ich bin zig Ehrenrunden um den Block gekurvt, um einen Parkplatz nahe meiner Wohnung zu finden, musste mich um Papierkram kümmern und zur Verkehrsbehörde dackeln.

Das Auto-Geschenk hat mir binnen eines Jahres rund 500 Euro Werkstattkosten eingebrockt. Dazu nochmal gut 500 Euro Steuern und Versicherung. Inklusive Kosten für Ummeldung und weiteren Kleinmist komme ich aufs Jahr gerechnet ziemlich genau auf monatliche Unkosten von 100 Euro. Ohne Tanken versteht sich. Immerhin: Die Ausgaben für Benzin sind zu vernachlässigen, wir haben den Wagen ja (abgesehen von Fahrten zur Werkstatt) nur wenig benutzt.

Schwiegermutter ist ihr Geschenk mittlerweile auch schon fast ein bisschen unangenehm. Der Tüv läuft jetzt noch bis zum Herbst. Für die Zeit danach habe mich bereits bei den Carsharing-Anbietern Car2Go und DriveNow und dem Sammeltaxidienst Moia angemeldet.

Wissenscommunity

Betruf beim Autokauf
ich habe letztem September ein gebrauchtes Auto gekauft und nach einem Monat habe ich wegen Servolenkung mein Auto bei ADAC abgescleppt lassen. (Damals hat die Servolenkung plötzlich ausgefallen und ich hätte mit Straßenbahn einen Unfall bekommen. Damals habe ich versuchte mit meinem Verkäufer zu kontaktieren. Leider hat er 3 Wochen Urlaub gemacht und habe ich mein Auto bei einer Werkstatt repariert hat und das kostet ungefähr 90 Euro und musste ich für ADAC mehr bezahlen. (Da meinte Meister, dass wegen Betteriepol meine Servolenkung ausgefallen hat.) aber nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und Bremeschalter auch kaputt gegangen ist und habe ich dafür 252 Euro bezahlt. Da war der Verkäufer imemrnoch im Urlaub. Nach seinem Urlaub habe ich mein Auto mitgebracht und er hat mir gesagt, dass wenn ich für Erstazteil(Servolenkung) bezahle, dann kann er mein Auto reparieren. (Das kostet ungefähr 50 Euro). Aber er konnte eine Teil von meinem Auto nicht finden und mit anderer Teil(verschidenen Artikelnummer) mein Auto repariert und er meinte, dass wenn ich wieder dieses Problem hätte, repariert er wieder mit richtiger Teil und wieder nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und habe ich mein Auto wieder mitgebracht. Aber er hat noch nicht die Servolenkung für mein Auto gefunden und er meinte, dass ich auch bei Ebay oder irgendwie die Teil suchen soll. Aber wenn ich wieder darüber telefoniert habe(weil ich leider nicht richtige Artikelnummer von meinem Auto kenne), hat er mir einfach gesagt, dass er einfach damals gar nicht repariert hat und d.h mein Auto wurde immernoch meine richtige ausfallende Teil eingebaut und er meinte, dass ich selber die Teil finden muss... Das ist echt scheiße. Deswegen habe ich die Servolenkung selber gekauft(200 Euro) und selber ausgetauch. Da ich nicht mehr dem Verkäufer vertrauen konnte. jzt alles wieder in Ordnung. Und letzte Woche habe ich Bremseleläge selber gewechselt da habe ich anderes Problem gefunden. Als ich hinten Bremsbeläge ausgebaut habe, habe ich ganz viel Problem gemerkt. Die Korben war festgeklebt im Zylinder deshalb Bremsbeläge einfach abgebrochen hat. Ich denke das ist sehr gefährlich.. Und Nach dem Rapatur von Hintenbremse kann ich nicht mehr schlechte Geräuch hören.. Dieses Geräuch hat auch als ich dieses Auto erstes Mal mitgenommen habe gehört, dachte ich, wegen ABS. Aber das war auch nicht.. Ich denke er hat total kaupttes Auto verkauft und gar nicht verantwortlich.. villeicht hat er mich ganz einfach unterschätzt weil ich ein Ausländer bin nicht so fließend Deutsch sprechen kann... In dem Fall was kann ich machen? Soll ich einfach anzeigen?