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Jaguar F-Type S AWD 3.0 V6 Coupe: Auf allen Vieren

Jaguar baut seine Angebotspalette beim F-Type konsequent aus. Mit dem neuen Modelljahr kommen wie erwartet auch die Versionen mit Allradantrieb.

Würden nicht die drei Buchstaben "AWD" am Heck dezent darauf hinweisen - kaum jemand würde den Jaguar F-Type S AWD als Allradler erkennen. So geschickt haben die Briten die 90 Kilogramm Mehrgepäck für den Vierradantrieb in dem schnittigen Alukleid es Sportwagens untergebracht. Kein Wunder: Der F-Type wurde von vorne herein auch für den Allradantrieb entwickelt. Wer genauer hinsieht, dem fällt dann vielleicht auf, dass die Motorhaube einen Tick höher liegt als beim heckgetriebenen F-Type. Der Grund: Um die Antriebstechnik für die Vorderräder unterzubringen, musste der Motor dezent höher gebockt werden. Dazu sind der "Power Dom" stärker herausgearbeitet und die beidseitigen Lüftungsschlitze weiter auseinander und leicht Richtung Fahrzeugfront gerückt.

Jaguar F-Type S AWD 3.0 V6 Coupe: Auf allen Vieren
Jaguar F-Type AWD

Jaguar F-Type AWD

Spürbar wird der Kraftschub an alle vier Räder dann vor allem beim Fahren - bei schlüpfriger Fahrbahn und vor allem bei schneller Kurvenfahrt. 280 kW/380 PS leistet der Kompressor-V6 mit seinen drei Litern Hubraum. Auch so schon genug Leistung für genussvolles Fahren. Ganz zu schweigen von dem Sound, hat man erst mal die Auspuffklappen per Knopfdruck aktiviert. Dann brabbelt der Sechszylinder und knattert beim Herunterschalten seinen Unmut über die Einbremsung in die Welt hinaus. Irgend einen tieferen technischen Nährwert hat diese Sinfonie für vier Endrohre und sechs Zylinder zwar nicht - aber Sportwagenfans sind nahe am Ohr-gasmus.

Dank der besseren Traktion fällt auch die Beschleunigung kaum schlechter aus: Mit Heckantrieb und Automatik rennt der F-Type in 4,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, mit AWD sind es auch nur 5,1 Sekunden. Selbst beim Verbrauch punktet der schwerere AWD noch überraschend deutlich: Offiziell braucht er 8,9 Liter Super auf 100 Kilometer - das S-Coupé ebenfalls mit Automatik, aber Heckantrieb brauch für die gleiche Strecke gerade mal 0,3 Liter weniger.

Lassen wir mal die ganzen ausgelutschten Sprüche von der (Raub)Katze, die ihre Krallen in den Asphalt schlägt - beim flotten Fahren ist vor allem während des Herausbeschleunigens aus den Kurven der Unterschied zum Hecktriebler gut zu merken. Auf der Grand Prix-Strecke des Nürburgrings flutscht der F-Type zum Beispiel über die Curbs, dass es eine Freude hat. Nicht einmal das leiseste Schwänzeln im Heck. Kein Zucken in der Lenkung. Einfach Blick in Fahrtrichtung, Vollgas - und ab dafür.

Der F-Type behält dabei auch als Allradler erst einmal seinen Charakter als Hecktriebler. Auf trockener Fahrbahn und wenn alle Sensoren Rückmeldungen im grünen Bereich liefern, gehen 100% des Drehmoments (maximal 460 Nm) an die Hinterräder. Sobald die Sensorik dagegen beginnen, Schlupf an der Hinterachse zu messen, leitet die elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung je nach Bedarf bis zu 50 Prozent der Kraft an die Vorderräder. Zudem sorgt das System durch die Veränderung der Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse dafür, dass bei schneller Kurvenfahrt Tendenzen zum Übersteuern unterdrückt werden.

Neu im F-Type ist auch die elektromechanische Servolenkung, die auch in der neuen XE-Limousine verbaut wird. Deren elektrischer Motor liefert Servounterstützung immer nur dann, wenn sie auch wirklich benötigt wird. In der Praxis sorgt das dafür, dass die Lenkung sehr präzise arbeitet und je nach Fahrweise und Geschwindigkeit unterschiedlich starke Lenkkräfte erforder. Die Lenkung ist so anpassungsfähig, dass auf der Grand Prix-Strecke des Nürburgrings keine Kurve mehr als höchstens eine Drei-Viertel-Drehung des Lenkrades erfordert.

Mit dem Allrad-F-Type bringt Jaguar auch für die anderen Motorisierungen des Sportlers einige Modifikationen als Option. So ist etwa das Torque Vectoring, das mit dem gezielten Abbremsen der kurveninneren Räder das Untersteuern in Kurven verhindert, nun für alle F-Type-Modelle lieferbar. Für die "Handarbeiter" bietet Jaguar für alle V6-Hecktriebler ein manuelles Sechsganggetriebe mit kurzen Schaltwegen. Aber auch das Navigationssystem wurde überarbeitet und rechnet nun schneller. Dazu kommen weitere Assistenzsysteme.

Wer mit dem Allrad-F-Type unterwegs sein will, muss mindestens 85.500 Euro anlegen - ein Aufpreis von 6.000 Euro zum gleichstarken F-Type mit Heckantrieb. Und unter\'m Strich fast schon ein Schnäppchen: Für den 400 PS starken Porsche 4S werden mindestens 112.313 Euro fällig.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.