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Manipulation beim "Gelben Engel": ADAC bittet Autokonzerne um Entschuldigung

"Das war ein Totalschaden", sagt der ADAC-Chef zum Debakel um den "Gelben Engel. Ob der Preis eine Zukunft hat, ist unklar. Die einflussreiche Pannenstatistik sei jedoch auf keinen Fall frisiert.

Wegen der Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" will der ADAC bei den Autoherstellern und Zulieferern um Entschuldigung bitten. Das werde auf allen Ebenen geschehen - im persönlichen Gespräch, telefonisch und auch schriftlich, sagte ein Sprecher des Autoclubs am Mittwochabend in München. "Auf höchster Ebene" werde es einen offiziellen Brief geben. Bei einigen Herstellern habe der Club dies bereits getan. Beim Preis "Lieblingsauto der Deutschen" hatte ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter die Zahlen nach oben frisiert, er übernahm die Verantwortung und legte sein Amt nieder.

ADAC widerspricht sich selbst

Unklar ist wie die Zukunft des Autopreises aussieht. ADAC-Präsident Peter Meyer hatte der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche" gesagt, der Preis "Gelber Engel" habe "sicherlich" keine Zukunft. "Das war ein Totalschaden", so Meyer. "Wir denken im Moment überhaupt nicht darüber nach, ob wir so etwas Ähnliches wieder machen wollen."

Ein ADAC-Sprecher in München hatte am Mittwochabend jedoch betont, es sei noch nicht entschieden, ob und in welcher Form es den Preis in Zukunft noch geben werde. Allerdings werde es die aufwendige Preisverleihung in der Allerheiligen-Hofkirche in der Münchner Residenz künftig definitiv nicht mehr geben.

Pannenstatistik sei "nachvollziehbar und überprüfbar"

Seine von Verbrauchern viel beachtete Pannenstatistik hat der ADAC hingegen verteidigt. Die Statistik sei "sachlich nachvollziehbar und überprüfbar", erklärte der ADAC. Die Methodik sei vom Statistik Institut der Universität München überprüft. Seit 1978 veröffentlicht der Autoklub jährlich eine Übersicht in seiner Mitgliederzeitschrift "Motorwelt", in der Autotypen nach ihrer Zuverlässigkeit bewertet werden - ein für viele Autokäufer wichtiges Kaufkriterium.

Grundlage sind die Anrufe von ADAC-Mitgliedern bei Pannen. Berücksichtigt für die Statistik werden nach Angaben des Vereins nur Fahrzeuge, die älter als ein Jahr und jünger als sechs Jahre sind. Reifenpannen und selbst verschuldete Pannen - falscher Kraftstoff oder im Auto vergessene Schlüssel etwa - werden demnach nicht berücksichtigt.

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Experten kritiseren Verzerrung in Pannenstatistik

Ebenfalls nicht berücksichtigt werden die Einsätze, die der ADAC für Autohersteller fährt. Die Hersteller geben ihren Kunden in der Regel eine sogenannte Mobilitätsgarantie, meist für die ersten drei Jahre nach dem Kauf. Der ADAC erfüllt diese Garantie dann im Auftrag der Hersteller - ganz oder teilweise etwa für Opel, Mercedes, Ford, Citroën, Peugeot, Honda, Nissan oder Volvo. Im Jahr 2012 seien dies rund 140.000 Einsätze gewesen, sagte ein ADAC-Sprecher. Insgesamt wertete der Autoclub demnach 2,6 Millionen Einsätze für seine Pannenstatistik 2013 aus.

"Sehr schön" sei es, dass der ADAC diese Zahlen nun transparent mache, sagte Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch-Gladbach. "Diese Zahlen muss man kennen, um auch die Schwachpunkte zu kennen." Fahrer von neuen Autos nutzten natürlich die Mobilitätsgarantie, welche die Hersteller teils selbst ausführen - wie etwa Volkswagen -, teils an Anbieter wie den ADAC vergeben. In der Pannenstatistik des ADAC tauchten daher "einfach mehr alte als neue Wagen auf, und das muss man einfach wissen". Auch Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen verwies auf diese "Verzerrung".

ono/DPA/AFP / DPA

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