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Mazda 5: Praktische Schiebung

In engen Parklücken zeigt der neue mazda 5 sein Format - dank der Platz sparenden seitlichen Schiebetüren. Und sein pfiffiges Sitzsystem macht ihn zum Verwandlungskünstler.

Kinder gaben den Ausschlag. Weil die beim Aussteigen oft unachtsam sind, sagt Chefentwickler Joe Bakaj, hat der neue Kompaktvan Mazda 5 hinten seitliche Schiebetüren bekommen. Bakaj: "Eltern mögen es nicht, wenn die Sprösslinge die Autotür gegen das Blech des Nachbarn donnern."

Bis zu sieben Passagiere finden im Nachfolger des Premacy Platz. "Sechs plus einer", sagt Bakaj, denn der mittlere Sitz in der zweiten Reihe taugt nur als Notbehelf. Umgeklappt verwandelt er sich jedoch in eine große Ablagefläche oder hält zum Beispiel streitlustige Geschwister auf Abstand.

Ford, die Muttergesellschaft, hat die Kosten diktiert und vorgegeben, dass die Tochter Mazda sich aus dem Konzernbaukasten bedienen muss. Ergebnis: Der Van, seit Mitte Juni auf dem Markt, steht auf der Plattform des Ford Focus. Konkurrenten sind der VW Touran, Renault Scénic, Opel Zafira und auch der Focus C-MAX. "Wenn wir gegen die erfolgreich sein wollen", sagt Joe Bakaj, "müssen wir etwas Besonderes bieten." Ob das gelungen ist, klärt der stern-Fahrbericht.

Glanz & Gloria:

Irrsinniges Überholmanöver

dezent. Mit seiner schnörkellosen Karosserie wirkt der Mazda 5 eher unauffällig. Womöglich aber ist gerade dieses zeitlose Äußere der Pfiff, der den Wagen selbst als Gebrauchten nicht so schnell alt aussehen lassen wird. Durch die vergleichsweise großen Räder, die geringen Überhänge der Karosserie vorne und hinten sowie die leicht abfallende Dachlinie und die schlitzäugigen Scheinwerfer kommt sogar noch ein Schuss Dynamik in die Optik.

Gleiten & Geniessen: prima. Der Clou ist die Variabilität des Gestühls. "Karakuri" steht im Japanischen für etwas Unerwartetes, so nennt Mazda das ab der Ausstattungslinie Exclusive serienmäßige Sitzkonzept. Das besteht aus zwei im Wagenboden versenkbaren Einzelsitzen ganz hinten, davor zwei weitere variable Sessel mit dem Notsitz in der Mitte. Keiner muss, wie bei anderen Vans oft üblich, ausgebaut werden, um mehr Platz zu schaffen. Der Umbau geht leicht und ohne abgerissene Fingernägel vonstatten. Die riesige Heckklappe zur Beladung des Kofferraums besitzt einen praktischen Mechanismus: Sie öffnet sich in zwei Stufen. Bei einer Höhe von 1,80 Meter rastet sie das erste Mal ein, sodass kleinere Menschen sie bequem erreichen und wieder schließen können. Wird die Klappe über diesen Punkt hinaus nach oben bewegt, rastet sie bei 1,90 Meter ein letztes Mal ein. Schalter und Bedienungselemente sind leicht erreichbar. 45 Ablagemöglichkeiten für Flaschen und andere Reiseutensilien verraten, dass der Mazda 5 auch in die USA exportiert wird, wo die Kunden solche Annehmlichkeiten besonders schätzen.

Gas & Spass:

klasse. Die präzise Fünfgang-Schaltung, eine vorzügliche elektrohydraulische Servolenkung und vor allem das anerkannt sehr gute Fahrwerk aus dem Ford Focus sorgen auch bei flotter Gangart für viel Fahrvergnügen - besonders in der 145 PS starken Benzinversion.

Geld & Wert:

gut. Bereits in der Basisversion ist das Auto weitgehend komplett ausgestattet. Serienmäßig sind zum Beispiel CD/Radio, Klapptische an den Lehnen der Vordersitze, ABS, Schleuderverhinderer ESP (heißt bei Mazda DSC), Airbags rundum, elektrische Fensterheber vorne sowie Rußpartikelfilter bei den beiden Dieselmotoren.

Fazit:

Der Mazda 5 ist ein ernst zu nehmender Gegner für die Konkurrenz aus Wolfsburg und Rüsselsheim. Nicht zuletzt wegen seines Basispreises von 19 600 Euro.

Hans-Robert Richarz / print

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