HOME

Mazda CX-5 Skyactiv-G 194: Reisebegleiter

Mazda führt die Zylinderabschaltung bei seinem 2,5-Liter-Vierzylindermotor ein. Einmal mehr schlagen die Japaner einen Sonderweg ein und setzen auf ein vergleichsweise einfaches hydraulisch-mechanisches Prinzip, das seinen Dienst ebenso unauffällig verrichtet, wie das deutlich komplexere System des VW-Konzerns.

So funktioniert die hydraulisch-mechanische Zylinderabschaltung beim Mazda CX-5 Skyactiv-G 194

So funktioniert die hydraulisch-mechanische Zylinderabschaltung beim Mazda CX-5 Skyactiv-G 194

Mazda pflegt den Ruf, gerne eigene Wege zu gehen. Manche mögen das sonderbar nennen, die Japaner sind damit allemal erfolgreich. Begonnen hat das Ganze mit den Skyactiv-Motoren, die jetzt mit dem Skyactiv-G 194 einen neuen Vertreter mit 143 kW /194 PS bekommen. Der Kniff an dem neuen 2,5-Liter-Vierzylinder ist eine vergleichsweise einfach umgesetzte Zylinderabschaltung, die auf einem hydraulisch-mechanischen, Prinzip basiert, das fundamental anders ist, als das, was zum Beispiel VW bei seinen 1.4 Liter TSI-Benzinern praktiziert. Im Zentrum dieser Technologie steht ein Schaltmechanismus in der hydraulischen Ventilspieleinheit der Ein- und Auslassventile des ersten und vierten Zylinders.

Reisebegleiter
So funktioniert die hydraulisch-mechanische Zylinderabschaltung beim Mazda CX-5 Skyactiv-G 194

So funktioniert die hydraulisch-mechanische Zylinderabschaltung beim Mazda CX-5 Skyactiv-G 194

Normalerweise ist der Ventilschlepphebel-Lagerpunkt fest, allerdings kann dieser bei dem Mazda-System durch Öldruck entkoppelt werden und ist dadurch beweglich. Wenn sich also der Druck aufbaut, bewegt die Nockenwelle lediglich diesen Lagerpunkt und das Ventil bleibt geschlossen. Wenn das Ventil wieder arbeiten soll, wird der Sperrstift des Ventilspieleinsteller arretiert, dadurch wird der Lagerpunkt fest fixiert und das Ventil öffnet sich wieder. Soviel zur mazdaspezifischen Theorie: Der Rest der Zylinderabschaltung folgt altbekannten Prinzipien. Sobald sich zwei Töpfe von der Arbeit verabschieden, hängen sich die beiden anderen umso mehr rein, können mit einer höheren Last betrieben werden und sorgen so für eine Verbrauchsreduktion. Laut Mazda sollen es bei konstant 40 km/h 20 Prozent weniger sein und bei steten 80 km/h immer noch fünf Prozent.

Entscheidend ist dabei das Wort "konstant". Denn der 2,5 Liter-Benziner ist kein Temperamentsbolzen. Solange man ihn mit einem leichten Gasfuß behutsam streichelt, ist die Elastizität des Vierzylinders durchaus gegeben, auch das Geräuschniveau ist angenehm zurückhaltend. Zumal das Zu- und Abschalten der Zylinder beinahe unmerklich über die Bühne geht. Bei den Testfahrten mit hohem Autobahnanteil, der mit maximal 140 km/h absolviert wurde, pendelte sich der Durchschnittsverbrauch bei 8,4 l/100 km ein. Das sind 1.3 l/100 km mehr als die Japaner errechnet haben. Wenn man den Skyactiv-Motor jedoch fordert, murrt er knurrend auf und gibt sein Bestes, um den rund 1.5 Tonnen schweren Crossover in der angegebenen Zeit von 9,2 Sekunden auf Landstraßentempo zu beschleunigen und dann die Höchstgeschwindigkeit von blassen 195 km/h zu erreichen.

Ein echtes Wow-Gefühl will sich jedoch nicht gänzlich einstellen. Der CX-5 Skyactiv-G 194 ist etwas für solche Autofahrer, die gerne mit einem gleichmäßigen nicht absoluten Spitzentempo unterwegs sind. Zumal der neue Benziner durch innermotorische Maßnahmen, wie einen dritten Kühlkreislauf, einen erhöhten Einspritzdruck, veränderte Ansaugkanäle, eine asymmetrische Form der Kolbenringe (verbessert den Schmierfilm an den Zylinderwänden, was zu einer reduzierten Reibung führt) und optimierten Kolbenkronen die Abgasnorm Euro 6 c/d schafft. Allerdings passt der 129 kW /175 PS-Diesel besser zum Mazda CX-5. Zumal der neue 2,5-Liter-Benziner zunächst nur mit der Topausstattung "Sports Line" erhältlich ist und mindestens 37.790 Euro kostet. Im nächsten Jahr bekommt auch der Mazda 6 den neuen Benziner und dass das Aggregat mittelfristig auch beim CX-5 mit mehr Ausstattungslinien kombinierbar sein wird, liegt auf der Hand.

Damit ist aber der Entwicklungswillen der japanischen Ingenieure noch lange nicht versiegt. Im Jahr 2019 folgt mit dem Skyactiv X ein "Diesotto"-Triebwerk, bei dem das Luft-Kraftstoffgemisch, wie bei einem Diesel, durch Kompression erfolgt. Aber auch ein Mazda Mildhybrid und ein reines Elektrofahrzeug werden zu dieser Zeit auf den Markt kommen, während der Plug-in-Hybrid noch bis 2021 auf sich warten lässt.

pressinform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.