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Mercedes GL 350 Bluetec: Luxus fürs grobe

Was die S-Klasse in der Luxusklasse ist der Mercedes GL in der SUV-Liga. Derart viel Noblesse und Exklusivität bringt allenfalls noch der Range Rover ins Gelände.

5,12 Meter lang, 1,93 Meter breit und rund 1,85 Meter hoch - der neue Mercedes GL ist genau der richtige Wagen für das unwegsame Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In den USA war der Mercedes GL bisher bereits der Anführer im Segment der Luxus-SUV. Die zweite Version legt deutlich nach und zeigt, was in einem Geländewagen derzeit möglich ist. "Die USA sind unser größter Markt für den Mercedes GL", so Entwicklungsleiter Dr. Andreas Zygan, "das soll so bleiben. Wir haben hier 2011 allein 27.000 Fahrzeuge verkaufen können."

Der ab November auch in Deutschland erhältliche Mercedes GL ist kein Auto für echtes Understatement. Während der mit ihm eng verwandte Bruder Mercedes ML in seiner dritten Generation eher wie ein hoch gesetzter Kombi erscheint und damit nicht alle SUV-Kunden erfreuen kann, setzt der neue GL auf bekanntes Geländewagendesign mit bulligen Formen, mächtigem Kühlergrill, großen Leuchtelementen und ausgestellten Radhäusern. Gemessen an den mächtigen Dimensionen ist der Innenraum zwar großzügig, aber nicht opulent dimensioniert. Sitzen groß gewachsene Insassen vorn, gibt es in Reihe zwei keinen grenzenlosen Luxus.

Sitze und insbesondere die Kopfstützen könnten ruhig etwas mehr Reisekomfort bieten - zumindest in einer umkämpften Klasse, in der zum Ende dieses Jahres fast zeitgleich auch ein neuer Range Rover auf den Markt kommt. In Reihe drei können auch im gigantischen GL sowieso nur Kinder sitzen. Zudem vermisst man mit dem 3,08 Meter langen GL-Radstand zumindest optional eine elektrische Einzelsitzanlage im Fond oder gar eine Langversion für die immer wichtiger werdenden Märkte in Asien oder den Emiraten. Gigantisch ist der Laderaum, der je nach Nutzung der zweiten und dritten Sitzreihe zwischen 680 und 2.300 Litern liegt. Während sich die dritte Sitzreihe praktisch elektrisch ein- und wieder ausklappen lässt, kann die 476 Euro teure teilelektrische Einstiegshilfe für die dritte Sitzreihe nicht ganz überzeugen. Sie klappt den Sitz nur nach vorn zusammen und verzichtet auf eine sinnvolle Memoryfunktion.

Maßstäbe setzt der Mercedes GL des Modelljahres 2013 in Sachen Geräuschdämpfung, Abroll- und Reisekomfort. Hier gibt es aktuell nichts Besseres auf dem SUV- und Geländewagenmarkt. Der drei Liter große Commonrail-Diesel säuselt selbst unter Last nur lässig vor sich hin, dass man allenfalls die Windgeräusche vernehmen kann. Jedoch ist der mindestens 72.471 Euro teure Mercedes GL 350 Bluetec in keinem Fahrzustand kein echtes Kraftpaket. Angesichts von fast 2,5 Tonnen Leergewicht sind 190 kW / 258 PS und 620 Nm ab 1.600 U/min zwar ordentlich, aber alles andere als mächtig. Die Konkurrenz bietet bis zu 100 PS mehr. Trotz umfangreicher Leichtbaumaßnahmen hat der GL-Koloss in der neuen Generation um gerade einmal 90 Kilogramm abspecken können. Dabei fährt sich der derzeit einzig verfügbare Diesel im GL-Programm subjektiv träger, als es die reinen Fahrleistungen belegen. 0 auf Tempo 100 schafft der Deutsch-Amerikaner aus Tuscaloosa in 7,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Dabei soll er sich mit 7,4 Litern Diesel auf 100 Kilometern zufrieden geben. Dr. Andreas Zygan: "Bei mehr Leistung hat sich der Verbrauch des Mercedes GL um 20 Prozent reduziert. Seine maximale Reichweite liegt bei 1.280 Kilometern."

Der Fahrkomfort im aktuell größten Mercedesmodell ist beachtlich. Vorausgesetzt man entscheidet sich für den 435 PS starken GL 500 (ab 94.605 Euro) oder gar das 557 PS starke Topmodell ML 63 AMG (ab 130.305 Euro) geht es trotz zweieinhalb Tonnen dann auch flotter, wenngleich auch dann das Gewicht des GL nicht pulverisiert werden kann. Doch die präzise Lenkung und insbesondere die optionale Wankstabilisierung (3.689 Euro) mühen sich nach Leibeskräften, fahrdynamische Wunder in Kurven und Kehren zu vollbringen. Wer tatsächlich regelmäßig ins Gelände abbiegen möchte, ist mit dem 2.261 Euro teuren On- und Offroadpaket mit sechs speziellen Fahrprogrammen für alle Eventualitäten gerüstet. Neben Untersetzung, Längssperre und Unterfahrschutz gibt es eine erhöhte variable Bodenfreiheit von bis zu 30,6 Zentimetern. Wer will, kann die Sicherheitsausstattung des Mercedes GL um ein Komplettpaket an Fahrerassistenzsystemen ergänzen.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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