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Mini-Händler auf Hawaii: Magnum lässt grüßen

Autohändler sind überall gleich? Von wegen! Ein Besuch bei Mini in Honolulu / Hawaii zeigt, dass die Trendmarke am anderen Ende der Welt im harten Wettbewerbe steht. Königin Elisabeth hat das Ganze fest im Blick.

"Invasion of the giant Mini" steht auf einem Filmplakat hinter dem Arbeitsplatz von Darrel Pestana. Der Verkaufsleiter des einzigen Mini-Autohauses auf den hawaiianischen Inseln ist Mini-verrückt - und wie. Auf seinem Schreibtisch stehen Mini-Devotionalien wie Roboter, aus denen man ein Mini-Modellauto basteln kann, Figuren und Figürchen, Visitenkartenhalter, Kennzeichenrahmen und Werbeschilder. Die Wände im voll gepackten Verkaufsraum sehen nicht anders aus - im Gegenteil. Da hängen unter anderem originale Designzeichnungen aus dem Jahre 1998: zu erkennen die erste Generation des New Mini oder eine Motorhaube mit dem Konterfei der britischen König, die mit stetem Blick über den Schauraum wacht. Gleich nebenan: ein paar bunte Surfboards. So lässig geht es nur auf Oahu zu.

Vor der Tür von Mini of Hawaii steht die ganze Fahrzeug-Flotte. Die meisten Minis sind trotz der heißen Temperaturen schwarz oder grau; ein paar weiß. Cabrios und Roadster gibt es nur wenige. Die meisten Fahrzeuge sind Mini und Mini Countryman. "Ich habe mein Leben lang im Autogeschäft gearbeitet", erzählt Darrel Pestana, "seit 2002 bin ich Mini-Händler und es gibt keine andere Marke, bei der die Leute derart enthusiastisch sind. Das färbt einfach ab. Sie man ja wohl." Wieder zeigt Pestana auf die das überdimensionale Filmplakat "Invasion of the giant Mini": "Das war seinerzeit eine eigene Aktion, die wir hier auf Hawaii gemacht haben, als der Mini Countryman herauskam. Er soll mit einem Augenzwinkern zeigen, dass dieser Mini eine Nummer größer ist." Darrel Pestana ist in seinem Tatendrang kaum zu stoppen. Erzählt ohne Punkt und Komma von den Leuten, mit denen er auf Facebook und Twitter verbandelt ist. Jede noch so kleine Information flattert durch die sozialen Netzwerke. "Der Mini ist wie eine Zeitmaschine", fügt er durchaus ernst hinzu, "die Leute werden in ihm einfach jünger." Das Klientel könnte für eine derart kleine Insel größer kaum sein. In der Kundenkartei fangen die jüngsten Mini-Fans bei 16 Jahren an. Der älteste Kunde ist 91 Jahre alt.

Der Kundenstamm auf den hawaiianischen Inseln ist von Natur aus begrenzt. Die meisten begeistern sich für den Mini in seiner neuen Form. "Doch wir haben auch ein paar Kunden, die fahren den klassischen Mini." 550 Fahrzeuge hat Darrel Pestana mit allem Engagement im vergangenen Jahr verkauft. "Das Geschäft ist hier wirklich nicht einfach. Viele Leute, die keine Mini-Fans sind, suchen einfach ein größeres Auto als den Mini. Daher sind Countryman und Paceman für uns hier so wichtig. Da bräuchten wir mehr Modelle", erklärt der grauhaarige Mini-Fan. Für die leistungsstarken Modelle Cooper S oder John Cooper Works interessiert sich auf der Hauptinsel Oahu mit ihrer Hauptstadt Honolulu ebenso niemand wie auf den Eilanden Maui, Big Island oder Kauai. "Die Leute hier fahren nur kurze Strecken und rasen kann man sowieso nicht", grummelt Pestana, "daher fahren die meisten hier einen normalen Cooper. Automatik und Ledersitze will fast jeder, doch wofür sollte man ein Navigationssystem brauchen? Die paar Straßen kennt doch jeder." Die meisten Kunden kommen aus dem Großraum Honolulu und sitzen pro Tag nicht mehr als 30 Minuten im Auto.

Dabei ist das Konkurrenzumfeld größer als gedacht. "Klar gibt es hier auch Fiat mit dem kleinen 500er. Doch der ist kaum echte Konkurrenz", sagt der Verkaufsleiter, "stattdessen konkurrieren wir mit Lexus, BMW, Honda oder Toyota. Die Volumenmarken verkaufen hier auf den Inseln 5.500 bis 6.000 Fahrzeuge pro Jahr. Das ist ein harter Wettbewerb." Das Lieblingsauto von Darrel Pestana ist sein eigener Mini Cooper S aus dem Jahre 2009 in Chili Red. Und für das Wochenende hat der Mini-Maniac noch einen klassischen Mini von 1999. Oder er trifft sich mit anderen Mini-Fans wie Rick Terell. Der Jungpensionär ist seit Jahren mini-vernarrt. Wenn er zum Surfen geht, ist bereits die Fahrt zum Strand in seinem 1967er Countryman Woodie ein Schaulaufen. Seit seinem Ruhestand ist Rick Terell fast ausschließlich Badeshorts, Hawaiihemd und Flip-Flops unterwegs. Sein Alltagsauto ist mit einem Mini Cooper S aus dem Jahre 2004 noch vergleichsweise unspektakulär. "Insgesamt hatte ich fünf Woodies und sieben andere Mini Mark I", erzählt Rick Terell, "doch der 67er Austin Mini Countryman Woodie ist mein absoluter Liebling. Deshalb habe ich ihn auch zurückgekauft nachdem ich ihn vor ein paar an einen Freund abgegeben hatte." So sind sie eben, die Mini-Fans auf Hawaii. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass Darrel Pestana an Rick Terell beizeiten auch wieder einen neuen Mini loswird. Der würde nicht nur seiner Frau Julia gefallen.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.