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Opel Mokka 1,4 Turbo ecoFlex: Gelungene Mixtur

Mit dem Mokka will Opel dem Skoda Yeti, dem Nissan Juke und dem Mitsubishi ASX den Rang ablaufen. Hat der Rüsselsheimer Kompakt-SUV das Zeug zum Bestseller?

Was macht einen guten Mokka aus? Das Wichtigste sind natürlich erlesene Zutaten. Angefangen von möglichst frisch gerösteten feingemahlenen Kaffee (Geheimtipp: Mehmet Efendi), hochwertigen Zucker, das Zubereitungsgefäß "Cezve" und dünnwandige Tassen. In der richtigen Mixtur ein unvergleichlicher Genuss. Ein solches automobiles Erlebnis will auch Opel mit dem gleichnamigen Kompakt-SUV schaffen.

Also nehmen wir die Ingredienzen mal unter die Lupe und fangen gleich mal mit der Optik an. Der 4,28 Meter lange Rüsselsheimer zeigt vom ersten Blick an Präsenz: Die kurze bullige Front und das kantige Heck im Zusammenspiel mit der stark ansteigenden Fensterlinie strahlen eine brachial-maskuline Attitüde aus. Der Innenraum ist solide verarbeitet und das obere Armaturenbrett unterschäumt. Zwar fühlt man an einigen Millimetern schon den harten Untergrund, aber bei einem sehr fairen Einstiegspreis von 18.990 Euro für die 115-PS-Variante ist das durchaus verschmerzbar.

Das Cockpit ist übersichtlich und die Bedienung, nachdem man sich mal mit der Opel-Logik angefreundet hat, eingängig. Zwar ist die Mittelkonsole nach wie noch etwas überladen und die Knöpfe etwas fummelig, aber die grundlegenden Funktionen schnell anwählbar. Die einfarbigen Anzeigen der Assistenzsysteme und des Bordcomputers im zentralen Display zwischen den sportlichen Rundinstrumenten sind ziemlich pixelig. Das können andere besser. Wichtiger ist, dass zum Beispiel die Verkehrsschildererkennung ziemlich gut funktioniert. Stöbert man etwas im Menü, findet man bei den Modellen mit Start-Stopp-System, ein Schaubild, das die Top-Verbraucher anzeigt. Je nach Betriebszustand schlägt die Klimaanlage mit 0,1 bis 0,2 Liter auf 100 km/h zu Buche.

Die Sitzposition ist SUV-typisch hoch, aber man thront nicht wie auf einem altertümlichen Kutschbock, sondern sitzt eher PKW-ähnlich in den sehr guten AGR-Sitzen, die nur 390 Euro Aufpreis kosten. Trotzdem hat man nach vorne eine gute Übersicht, nur nach hinten stören die breiten C-Säulen und die erwähnte stark ansteigende Fensterlinie den Ausblick. Die Passagiere können es sich auch im Fond bequem machen. Selbst hinter großgewachsenen Menschen bleibt genug Knie und vor allem Kopffreiheit. Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 356 Litern keine Raum-Offenbarung, erreicht aber bei umgelegten Rücksitzen und ebenen Ladeboden ein ausreichendes Maximum von 1.372 Litern.

Damit der Mokka nicht zum lauwarmen Latte Macchiato mutiert, muss natürlich auch unter der Haube ein Triebwerk mit einigermaßen Dampf stecken. Der bekannte 1,4 Liter Turbo-Benziner mit 140 PS und 200 Newtonmetern Drehmoment hat genug Kraft. Damit wird der Mokka nicht zum Espresso-Doppio, aber zum entspannten bis zügigen Mitschwimmen im Verkehr - egal ob Autobahn oder Stadt - reicht der Vortrieb allemal. Geht es etwas forscher voran, giert das, das Aggregat nach Drehzahlen und wird dann brummig. Der angegebene Durchschnittsverbrauch von 6,4 Liter pro 100 km ist für einen Kompakt-SUV absolut in Ordnung.

Das Fahrwerk wurde in Rüsselheim auf den hiesigen Geschmack getrimmt. Es verfügt über einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Agilität und Komfort. Das liegt daran, dass die Wendigkeit nicht durch ein extrem straffes Fahrwerk erreicht wurde, sondern durch einen etwas tieferen Schwerpunkt. Dafür reduzierte man die Bodenfreiheit etwas. Das Ergebnis passt: Der 1,4-Tonnen schwere SUV lässt sich auch durch holprige Straßen nicht aus der Ruhe bringen. Dabei leiden auch die Passagiere im Fond nicht, denn die Hinterachse reagiert ebenfalls gutmütig und keinesfalls polternd. Auch die elektrische Lenkung gibt eine gute Figur ab und ist ausreichend direkt. Durch den Allradantrieb verhält sich der Mokka auch bei schnellen Kurven durchaus gutmütig. Eine leichte Untersteuerneigung ist dabei durchaus normal. Zumal im Normalzustand nur die Vorderräder angetrieben werden und nur bei Bedarf über ein elektronisch gesteuertes Mittendifferenzial die Hinterräder zugeschaltet werden.

Für einen Einstiegspreis von 18.990 Euro für die 1.6-Liter Basisversion mit reinem Frontantrieb ist der Mokka eine echte Kampfansage an Skoda Yeti & Co. Mit serienmäßigem Start-Stopp-System, CD-Radio und Klimaanlage bietet der Opel-SUV schon in der Grundkonfiguration einiges. Der getestete Top-Benziner hat unter anderem einen Regensensor, Parkpiepser vorne und hinten, das adaptive Fahrlicht und eine Zwei-Zonen-Klimaanlage an Bord. Und das für 25.930 Euro. Schmeckt also, der deutsche Mokka.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.