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Skoda Scala 1.5 TSI: Klein, ganz groß

Skoda geht mit dem Scala auf Golf-Jagd. Der tschechische Kompaktwagen ist zwar kein Schnäppchen, aber man bekommt viel Auto für\'s Geld.

Mit den adaptiven Dämpfern und 17 Zoll Rädern ist das Fahrwerk durchaus straff abgestimmt

Mit den adaptiven Dämpfern und 17 Zoll Rädern ist das Fahrwerk durchaus straff abgestimmt

"Bei Skoda versuchen wir aus einer Plattform, die wir von VW bekommen, das Größtmögliche herauszuholen", sagt Skoda Produktmanager Emil Nikolov. Wenn man den Skoda Scala in einem Satz beschreiben will, trifft diese Aussage voll ins Schwarze. Das tschechische Kompaktmodell basiert auf dem MQB-A0-Baukasten, der im VW-Konzern eigentlich für Autos, wie den VW Polo vorgesehen ist, also eine Klasse kleiner als der tschechische Golf-Gegner. Der ist 4,36 Meter lang und übertrifft seinen Vorgänger, den Rapid Spaceback um rund sechs Zentimeter. Der Radstand ist um 47 Millimeter gewachsen und misst jetzt 2.649 Meter.

Klein, ganz groß
Mit den adaptiven Dämpfern und 17 Zoll Rädern ist das Fahrwerk durchaus straff abgestimmt

Mit den adaptiven Dämpfern und 17 Zoll Rädern ist das Fahrwerk durchaus straff abgestimmt

Diese üppigen Ausmaße wären reine Augenwischerei, wenn sie sich nicht auch im Innern spürbar auswirken würden. Hinten haben großgewachsene Erwachsene locker Platz, die Kniefreiheit beträgt im Fond 73 Millimeter und ist damit identisch mit der des Skoda Octavia - auch nicht unbedingt ein Schmalhans, wenn es um den Raum für die Passagiere geht. Für das Gepäck ist noch genug Platz. Das Kofferraumvolumen ist im Vergleich zum Rapid um mehr als 50 Liter auf 467 Liter gewachsen. Maximal schluckt das Ladeabteil 1.410 Liter.

Doch den Scala auf die reine Praktikabilität zu reduzieren, würde dem Tschechen-Golf nicht gerecht werden. Auch die Technik ist up-to-date. Das virtuelle Cockpit misst 10,25 Zoll und der Infotainment Bildschirm hat in der Top-Ausführung 9,2 Zoll. Neben dem großen Monitor hat Skoda auch noch acht und 6,5 Zoll-Bildschirme im Angebot, bei denen ausgewählte Apps des eigenen Smartphone via Apple CarPlay oder Google Auto genutzt werden können. Das gesamte Infotainmentsystem kann drahtlos auf den neuesten Stand gebracht werden. Das betrifft vor allem die Optik der Bedienoberfläche, aber auch Softwarefehler werden so ausgemerzt. Die Spracheingabe findet jetzt online mit Hilfe eines Servers statt und ein Wlan-Hotspot sorgt für einen Internetzugang.

Bei den Assistenzsystemen setzt sich die Offensive fort. Der Toter Winkel Assistent im Scala ist ein Fortschritt zu dem, der bei den aktuellen Modellen der Tschechen verbaut ist. Zwei Radarsensoren im Heck überwachen jetzt den Verkehr bis zu einer Entfernung von 70 Metern, statt bisher 20 Metern. Der Frontradarassistent inklusive City-Notbremsfunktion und der Spurhalte-Assistent sind serienmäßig. Dass Seitenairbags hinten bei der Basis-Ausstattung nicht zu haben sind und sonst 420 Euro Aufpreis kosten, führt ebenso zu einem Minus, wie die Tatsache, dass das auch bei dem Knieairbag auf Beifahrerseite der Fall ist. Da sind 190 Euro fällig. Voll-LED Scheinwerfer kosten 860 Euro bei der mittleren Ausstattungslinie "Ambition" Aufpreis, bei der Top-Variante "Style" sind es 740 Euro. Die Einsteigerversion "Active", die aktuell ohnehin nur bei den beiden Dieselvarianten angeboten wird, bleibt auch bei diesem Detail außen vor.

So viel Positives hat aber mittlerweile in Tschechien seinen Preis. Aktuell kostet der günstigste Skoda Scala mit dem 1.0 Liter TSI Motor mit 85 kW / 115 PS immerhin 21.450 Euro. Die magische 20.000 Euro-Grenze wird der Kompakt-Skoda mit 70 kW / 95 PS Triebwerk unterbieten, der dann 17.350 Euro kosten soll. Die 1.5 TSI Variante mit 110 kW / 150 PS schlägt inklusive DSG-Getriebe mit mindestens 25.200 Euro zu Buche. Immerhin schafft der 1.240 Kilogramm schwere Skoda Scala den Sprint von null auf 100 km/h in 8,2 Sekunden und ist bis zu 219 km/h schnell. Ein Resultat des guten cw-Wertes von 0,29. Der Durchschnittsverbrauch beträgt 5,0 Liter pro 100 Kilometer.

Auf der Straße macht der Scala eine gute Figur. Der Kompaktwagen lässt sich sogar recht sportlich um die Ecken scheuchen, nur die Lenkung könnte die Richtungsbefehle etwas spontaner umsetzen. Die Kehrseite der Dynamik-Medaille ist die straffe Abstimmung. Natürlich ist der Scala nicht prügelhart, aber selbst im Normal-Fahrmodus gibt das adaptive Fahrwerks den Zustand des Asphalts mit 17 Zoll Rädern so deutlich an die Insassen weiter, dass man "Sport" nur bei guten Untergrund wählen sollte.

Auffällig ist, wie leise es im Scala zugeht, egal welchen Motor man unter der Haube hat. Wird das 1.5 Liter Aggregat gefordert, wirkt es im Zusammenspiel mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe angestrengt und das bekommt man dann auch im Innenraum mit. Deutlich geschmeidiger agiert da schon der handgeschaltene 1.6 TDI (85 kW /115 PS) und auch der 1.0 TSI (ebenfalls 85 kW / 115 PS) gibt im Konzert mit dem angenehm zu handhabenden manuellen Getriebe eine gute Figur ab. Klar kann der Dreizylinder seine Natur bei höheren Drehzahlen nicht verheimlichen, aber mit Fahrleistungen, wie 9,8 Sekunden von null auf 100 km/h und 201 km/h Spitze schlägt sich dieses Triebwerk wacker. Deswegen rechnet Skoda Deutschland damit, dass sich ab Mai rund 30 Prozent der Scala Käufer für diese Motorisierung entscheiden. Auch wenn der Verbrauch, wie beim größeren Bruder fünf Liter beträgt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.