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Hammer-Strafzettel für Milliardär 1,65 Millionen - das dickste Knöllchen aller Zeiten


Ein Strafzettel über 1,65 Millionen Euro, das tut auch einem Milliardär wie Michael Stoschek weh. Vor allem, weil der Chef  des Auto-Zuliefers Brose gar nicht einsieht, etwas Unrechtes getan zu haben.

Dem reichen Autonarren wird vorgeworfen, an seinem Porsche 911 die üblichen und vorgeschriebenen Nummernschilder entfernt zu haben und sie durch kleinere Duplikate aus Folie ersetzt haben. Seine Begründung für den Austausch. Das diene allein "aerodynamischen und optischen Gründen."

Die Polizei sieht das anders, sie wirft ihm vor, dass das Folien-Duplikat mit einer Spezial-Beschichtung behandelt worden sei, damit man den Wagen nicht mehr blitzen könne. Das streitet der Kennzeichen-Sünder jedoch vehement ab. Sein schlagendes Argument. Just mit diesen Folien sei er zweimal geblitzt worden. Irgendeine Tarnkappenfunktion können die Folien also nicht besitzen Die Polizei hält mit einem eigenen Versuch mit Sachverständigen und einem baugleichen Porsche dagegen. Der konnte das Kennzeichen bei hohen Geschwindigkeiten nicht mehr blitzen.

Milliardär zahlt - erstmal - nicht 

Entdeckt wurde das irreguläre Kennzeichen übrigens nicht bei einer Hochgeschwindigkeitsfahrt - beim Parken fiel Beamten das Folienkunstwerk auf. Den Milliardär stört - wen wundert es - die Höhe der Strafe: "Es kann nicht richtig sein, für das … Parken mit einem gut lesbaren Klebekennzeichen eine Strafe von 1,62 Millionen Euro zu verhängen, wenn eine Fahrt ganz ohne Kennzeichen nur ein Bußgeld von 60 Euro ohne Punkteeintrag nach sich zieht", so  Stoschek.

Streitereien zwischen Autonarren und der Polizei wegen der Kennzeichen sind nicht üblich. Meist geht es darum, dass die Schilder kleiner sind, als die Polizei erlaubt. Die Höhe der Strafe erklärt sich aus zwei Faktoren. Ein etwas zu kleines Schild gilt meist als kleiner Sünde, wenn auch so etwas schon als Urkundenfälschung geahndet werden kann. Doch: Beschichtungen oder falsche Kennzeichen, die nur dazu dienen, ungestraft Temposünden zu begehen, werden streng bestraft In diesem Fall wurde der Strafbefehl über 55 Tagessätze ausgestellt und zwar auf den Höchstsatz von 30.000 Euro.

 Ehrensache, dass Stoschek das Knöllchen nicht akzeptiert. Er hat bereits Einspruch eingelegt. Außerdem gab es, wie der BR berichtet, Gerüchte, dass der einflussreiche Unternehmer Politiker für seine Sache mobilisiert haben sollte.


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